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Technik

Entering the 80

Heute habe ich mal den Atari CX-80 geöffnet, um mir seine Funktionsweise hardwareseitig anzusehen. Im “Atarimuseum” hatte ich bereits Schaltpläne gefunden (der CX-80 heißt dort Atari-7800-Trakball). Hier nun die Bilder des Trakballs:

Der geöffnete Trakball von oben

Blick unter die Platine: Eines der Track-Rädchen

Aufgeklappte Platine und Ball mit Zahnrädchen

Die Platine von unten mit den vier Logik-Chips

Eine der beiden Lichtschranken

Die Analogizität des Trakballs muss ja notwendigerweise unter dessen Oberfläche enden, wenn die Bewegung des Balls diskretisiert wird, damit sie als digitales Signal über den Gameport in den Computer gelangt. Die Zahnräder stellen hier – ähnlich wie in analogen Orgeln, wie der Hammond – das Diskretisierungselement dar. Die darüber in zwei Achsen zerlegte Bewegung und von den beiden Lichtschranken eingelesenen Werte für Drehrichtung und Geschwindigkeit werden durch die vier Vierfach-AND/OR-Logik-Gatter HCF4019BE (hier von der Firma SGS Thompson) weiterverarbeitet.

Hardware-Erweiterung

Vergangene Woche ist die PS Vita erschienen. Ich habe mir ein Exemplar gekauft und ein paar Spiele darauf getestet. Was ich davon halte, kann man heute bei Telepolis lesen:

Bis vor kurzem waren es noch die Computer, die von neuen Technologien der Spielharedware-Entwicklung beeinflusst wurden. Seit Nintendos DS-Handheld (oder vielleicht sogar schon seit Apples Newton-Pad) hat sich dieser Vektor gedreht. Nun laufen sowohl die Computer- als auch Spiele-Hardware-Entwicklung auf ein mittleres Segment zu, das der Idee des ubiquitous computing so nah kommt, wie kaum eine Technik zuvor. Sonys neue Handheld PSVita setzt diesbezüglich neue Maßstäbe.

mehr: Telepolis

»If you can program it, then it’s a platform. If you can’t, then it’s not.«

Über Wolfgang Ernst bin ich kürzlich auf eine hochinteressante neue Forschungsperspektive aufmerksam gemacht worden, die sich am MIT in Boston etabliert hat. Dort haben Ian Bogost und Nick Montfort 2009 ein Buch über die “Atari VCS”-Spielkonsole mit dem Titel “Racing the Beam” veröffentlicht* und damit zugleich eine neue Reihe bei MIT Press initiiert: “Platform Studies“. Was man sich darunter vorstellen soll, verrät die Webseite des Projektes schon recht gut. Genauer gehen die beiden Gründer jedoch in einem Paper auf das Verständnis und die Missverständnisse ein. Dort heißt es gegen Ende:

Platform studies investigates the relationships between the hardware and software design of computing systems (platforms) and the creative works produced on those systems, which include but are not limited to video games—digital art, electronic literature, recreational and playful programs, and virtual environments are all built upon platforms, too.

Zuvor wurde recht ausführlich der Platform-Begriff geklärt, die Frage, ob sich hinter dem Projekt nur ein neuer Technikdeterminismus (nein) verberge oder ob man grundlegende technische und informatische Kenntnisse benötigt usw.

Erstaunlich war für mich, dass der Ansatz meines aktuellen Forschungsprojektes beinahe mit jedem Punkt der Platform Studies übereinstimmt, die sich damit eigentlich nahtlos in eine Medienarchäologie des Computers (aus der Perspektive einer Geschichte der “Trivialisierung” desselben) integrieren lässt. Es passiert einem ja nicht gerade oft, dass man unsicher auf einem Feld herumforscht, das man für bislang unbeachtet gehalten hat, und auf dem sich dann aber schon einige sehr interessante Leute mit methodologische neuartigen und spannenden Themen befinden. Insofern werde ich versuchen meine eigene Fragestellung in diesen Rahmen zu integrieren.

Geeignet erscheint der mir dafür, weil er (endlich!) fundierte Kenntnisse über Computerhard- und -software als Grundlage einer Medienwissenschaft des Computers voraussetzt und damit die Brücke zwischen Medienwissenschaft und Informatik (die durch die “Medieninformatik” ja nur scheinbar errichtet wurde) zu Ende baut. Überdies wird die Sache dadurch interessant, dass neben einem charmanten Fokus auf die Retro-Technologie auch Spiele und Spielplattformen (sowie andere digitale Kunst) in die Überlegungen einbezogen werden – und zwar nicht mehr als bloße Motiv-Vehikel und Verlängerungen einer inhaltsorientierten Medien- oder gar Kunstgeschichte (etwa als “interaktiver Film” oder “Hyptertext-Narration”), sondern eben als Experimentalanordnungen für Codes & Circuits. Was heute Ernst ist, war zuvor in den allermeisten Fällen Spiel.

Die intime Kenntnis von Computer-Mikroelektronik und -Programmierung ist dabei Voraussetzung. Eine Medienwissenschaft des Computers, die dies ignoriert, laboriert am Projekt der Hardware-Vergessenheit:

The platform’s influence as experienced by a user is mediated through code, the formal behavior of the program, and the interface. Because the platform is “deep” or “far away” from the user experience, reaching it though these several layers, its influence can easily be overlooked, even in an otherwise careful analysis of a game, artwork, or other program. And, though this influence is often profound, a platform can be unconsciously factored out by someone who comes to understand and assume what a platform is like.

Die Hardware- oder besser “Plattform-Vergessenheit” ist also nicht einmal ein Vorwurf, sondern ein Untersuchungsgegenstand. Zu fragen wäre etwa, was an/in der Plattform dieses Vergessen voranschreiten lassen hat.

* Im Frühjahr dieses Jahres stehen gleich zwei neue Publikationen der Reihe auf dem Plan: Eine Untersuchung über den Commodore Amiga und eine über Nintendos Wii-Konsole.

Bitsaver

Auf der Suche nach Original-Dokumenten zum Whirlwind-Computer bin ich auf dieses Verzeichnis gestoßen. Zuerst dachte ich, da hätte jemand vergessen, den index-Schutz zu aktivieren. Auf der nächsthöheren Ebene kam dann langsam die Frage auf, woher ich den Festplattenplatz bekommen soll, um all die Dokumente zu speichern. Glücklicherweise klärt die Dachseite auf: Bitsaver ist ein Projekt, dass derzeit 19.450 Dokumente offen zur Verfügung stellt, ständig aktualisiert und listet.

Wohl bekomm’s!

Sommersemester 2012

Im kommenden Sommersemester führe ich wieder zwei Lehrveranstaltungen durch, auf die ich hier abstract-artig hinweise:

1. B.A. Modul I (Einführung in die Medienwissenschaft): “Grafikprogrammierung in LOGO und BASIC” – Eine Einführung in die Geschichte und Theorie der Computergrafik (beginnend mit dem Gastvortrag von Prof. Herbert W. Franke auf der Analogcomputer-Tagung), die begleitet wird von eigenen Programmierversuchen in den Sprachen LOGO und PASCAL auf dem Schneider CPC. Themen werden die Erstellung von Grafiken auf Basis mathematischer Algorithmen sein (Geometrie, Trigonometrie, Fraktalgeometrie, Diagrammatik, …). Zum Ende des Semester planen wir eine kleine Ausstellung mit eigenen Werken. (Es werden keine Kenntnisse in Programmierung und Mathematik [über die Schulmathematik hinaus] vorausgesetzt.)

2. M.A. Modul IV (Medienperformanz): Science/Fiction/Computing. Wechselwirkungen zwischen Technologie und Fiktion(en) des Computers. Ein vierstündiges Seminar mit Filmsichtungen (zum Motiv des Zukunftscomputers in der SF), in dem Texte mit techno-utopischem Charakter Fiktionen gegenübergestellt werden, um die Frage zu klären, wie der Computer als Zukunftsmaschine in Kultur- und Technikgeschichte dargestellt wurde und welche Utopien und Fiktionen konkreten Niederschlag in der Technik gefunden haben – und andersherum: welche Techniken Potenzial für Computer-Fiktionen boten und bieten.

Als die Daten laufen lernten …

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Bitsaver

Auf der Suche nach Original-Dokumenten zum Whirlwind-Computer bin ich auf dieses Verzeichnis gestoßen. Zuerst dachte ich, da hätte jemand vergessen, den index-Schutz zu aktivieren. Auf einer der höheren Ebenen kam dann langsam die Frage auf, woher ich den Festplattenplatz bekommen soll, um all die Dokumente zu speichern. Glücklicherweise klärt die Dachseite auf: Bitsaver ist ein Projekt, dass derzeit 19.450 Dokumente mit 1.39 Millionen gescanten Seiten offen zur Verfügung stellt, ständig aktualisiert und listet.

Wohl bekomm’s!

Analog/Natural/Kult

Neu und gebraucht, via Amazon & Verlag

Technology Fiction

Technische Visionen und Utopien in der Hochmoderne

Workshop des Teilprojekts M “Das Fortschrittsversprechen von Technik und die Altruismusbehauptung der Ingenieure in der technokratischen Hochmoderne (ca. 1880-1970)” im SFB 804 “Transzendenz und Gemeinsinn”

Dresden 17. – 18. 6. 2011

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Atomkraft und Technikfolgenabschätzung

Gestern lief im Deutschlandfunk in der Sendung “Kulturfragen” ein Interview mit dem auch für meine derzeitige Arbeit nicht unwichtigen Techniksoziologen Ortwin Renn über die Frage der soziologischen Risikobewertung und Technikfolgenabschätzung bei der Kernkraftwerkstechnik.

 

Wohnen im Computer

Am 6. Februar lassen sich Fiktion und Dokumentation zu “Häusern der Zukunft” mal direkt miteinander vergleichen:

Kabel 1
10:45-12:25 Uhr
Das Haus der Zukunft
(USA 1995, )
mehr: tv-info.de

Kabel 1
22:11-0:04 Uhr
Abenteuer Leben: “Roboter, Computer, atemberaubende Technik – sieht so der Alltag der Zukunft aus? (“Abenteuer Leben” testet die modernste Wohnung Deutschlands)
(D 2011)
mehr: tv-info.de

Electropolis

In der Agora-Gallerie in New York City findet gerade eine Ausstellung mit Werken Franco Recchias statt, der aus ausgedienten elektronischen Bauteilen Stadtlandschaften herstellt:

"Central Park"

(via: Rudolf Inderst@Facebook/BoingBoing

»Cyborg: half human, half machine, programmed to kill.«

Cyborg 2087 (USA 1966, Franklin Adreon) (VHS)

»special agent from the future«

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Machinatorium

Bei der Bildersuche bin ich auf das Blog “Machinatorum” gestoßen, in dem zahlreiche interessante Bilder und Clips zur “Kunst der Menschmaschine” vorgestellt werden. Unter anderen auch die Arbeiten des spanischen Grafikers Fernando Vincente, der mir erlaubt hat ein paar der Arbeiten von seiner Website hier zu präsentieren:

mehr?

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Gürkchen am Telefon

Von Nino Ferrer (mir bislang nur mit “Les cornichons” bekannt gewesen) gibt es einen Telefon-Song. Bei YouTube in einer Original-Fassung aus den 60ern und einem “Remake”:

Noch (ein paar) mal Zuse

Übermorgen ist Konrad Zuses 100. Geburtstag und aus diesem Anlass gibt es verschiedene Sendungen und Beiträge zu begutachten. Spiegel Online fängt heute damit an. Gefolgt vom RBB, der morgen Abend und übermorgen früh “Die Zuse-Story” erzählt, bevor dann ARTE in einer Folge von x:enius mit “Zuses Erben” spricht, womit auch der Sohn Horst Zuse gemeint ist. UPDATE: Eine kritische Auseinandersetzung mit Zuse, insbesondere für die Zeit während und kurz nach dem 2. Weltkrieg wird heute bei heise.de angesprochen. Anlässlich des Kaufs zahlreicher Zuse-Dokumente durch SAP-Mitgründer Klaus Tschira aus dem Familienbesitz und deren Übergabe an das Deutsche Museum steht einer gründlichen Aufarbeitung des Werkes nun nichts mehr im Wege.

RoboNews

Von Christian Weymayr, dem Co-Autor des von mir jüngst besprochenen “Roboter”-Buches, habe ich einen sehr interessanten Link-Tipp bekommen: “Robots – The Podcast for News and Views on the Robotics“. Zusammen mit dem jüngst ebenfalls zu meiner iTunes-Library hinzugefügten Podcast “Computing Lives” der IEEE Computer Society ergibt das ein spannenden Jogging-Hörprogramm!

Lust in Space & Loving the Machine

Im November findet in Milwaukee eine “Film & History”-Konferenz statt, auf der ein für mein Forschungsthema hochinteressanter Themenkomplex behandelt wird: Science Fiction, Technik und Sexualität. Die CfPs zu beiden Konferenzen sind zwar schon abgelaufen, ich veröffentliche sie aber dennoch hier (vielleicht ist dann ja zufällig jemand in der Nähe):

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Differenz-Analysen

Fliegende Untertassen greifen an (Earth vs. the Flying Saucers, USA 1956, Fred F. Sears) (DVD)

Durch den kürzlich hier geposteten Web-Zufallsfund “Starring the Computer” und die Frage, welches wohl der erste echte “Computer” gewesen ist, der in einem Film zu sehen war, bin ich auf einen alten Science-Fiction-Film aufmerksam geworden, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe und den ich mir nun noch einmal unter dem Blickwinkel der Technik- und Rechner-Inszenierung angeschaut habe. Zu sehen gibt es darin nämlich haufenweise Analog-Technik:

Lochstreifen-Lesegerät

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Zwei Rezensionen

Gestern und heute sind zwei Rezensionen von mir erschienen.

Eine zu:

Alexander Klotz
Der Blick aus dem Augenwinkel.
Narrative Strukturen der phantastischen Literatur und ihre Umsetzung im Horrorfilm
Passau: edfc 2009
Rezension bei IASL | Amazon

Die andere – eine Doppelrezension – zu:

Wolfgang König (Hg.):
Technikgeschichte – Basistexte
Reihe: Geschichte
Suttgart: Steiner 2010
Rezension bei Literaturkritik | Amazon

Wolfang König
Technikgeschichte
Eine Einführung in ihre Konzepte und Forschungsergebnisse
Stuttgart: Steiner 2009
Rezension bei Literaturkritik | Amazon