Gestern habe ich meinen Vortrag über analoge Devices an digitalen Spielen auf dem “Think Analogue!”-Workshop gehalten. Mein Kollege Johannes Maibaum war so nett, das Ganze zu filmen. Der Film ist jetzt bei YouTube ansehbar:
Film-Tipp
Hinweise über Filme im Kino, auf DVD und im TV
High Tech made in GDR
Morgen Abend im MDR-Fernsehen:
Robotron – High Tech Made in GDR
22:30-23:15 Uhr
Weitere Infos: http://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/sendung/161997281
The Film Stops
Kürzlich hatte ich die Erzählung “The Machine Stops” aus dem Jahr 1909 von E.M. Forster entdeckt, in der eine Computer-artige Maschine das zukünftige Leben organisiert. Diese Kurzgeschichte wurde 1966 als Kurzfilm für das BBC-Fernsehen adaptiert und ist komplett bei Google-Video anzusehen:
(Und für Unterwegs auch als MP3-Hörbuch.)
Die Allee der Kybernauten
Im Kolloquium “Medien, die wir meinen” hat der Berliner Autor Marc Schweska am vergangenen Mittwoch aus seinem Roman “Zur letzten Instanz” gelesen. Schweska war auf meine Einladung zu uns in die Sophienstraße gekommen, nachdem ich seinen Debüt-Roman im vergangenen Jahr für Literaturkritik.de rezensiert hatte und sehr angenehm überrascht über die Detailkenntnisse des Autors in Sachen Kybernetik, Mikroelektronik und Computerprogrammierung war. Das Video der Lesung ist jetzt bei YouTube einzusehen:
Use the FORTH, Luke!
Nachdem ich heute bei Leo Brodie gelesen habe, dass die Spezialeffekt-Kamera für den Science-Fiction-Film “Sador – Herrscher im Weltraum” (USA 1980, Jimmy T. Murakami) mittels eines FORTH-programmierten Roboters gesteuert wurde, habe ich mich auf die Suche gemacht und gerade einen Artikel in einer (vollständig digital vorliegenden) FORTH-Zeitschrift dazu auf einer FORTH-Webseite gefunden:
Daniel Slater: A State Space Approach to Robotics. In: The Journal of FORTH Application and Research. Vol. 1, Nr. 1 (1983), S. 17-22.
»Die Niere ist auch nur ein Integrator.«
Die Vortragssaison im Kolloquium des Lehrstuhls für Medientheorien (HU Berlin) hat wieder begonnen – dieses mal mit einem ganz besonderem Referenten: Prof. Gunter Schwarze ist der Gründer des Rechenzentrums der HU-Berlin und Fachmann für Analogcomputer und Regelsysteme. Zu diesem Thema trug er letzte Woche Mittwoch vor. Wie üblich habe ich den Vortrag gefilmt und bei YouTube hoch geladen;
(Der Film liegt dort auch in Full-HD vor!)
Leider war es mir nicht möglich, die Folien, auf die Schwarze sich bezieht, in den Film einzufügen. Deshalb habe ich seine Präsentation als PDF-Dokument bei RapidShare hinterlegt. Sie findet sich unter diesem Link.
ÜBERTRAGEN, PROZEDIEREN, SPEICHERN
Ich habe heute die Videomitschnitte der Vorträge sowie der Podiumsdiskussion der Medienwissenschafts-Abschlussveranstaltung “ÜBERTRAGEN, PROZEDIEREN, SPEICHERN” bei YouTube hochgeladen. Dort können die Clips ab sofort unter folgenden Links angesehen werden:
Einleitung Paul Feigelfeld, M.A. und Dr. Jussi Parikka, Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Ernst:
Vortrag Prof. Dr. Wolfgang Hagen:
Vortrag Prof. Dr. Claus Pias:
Vortrag Prof. Dr. Friedrich Kittler:
Ebenfalls als Film liegt die Podiumsdiskussion, die anlässlich des jüngst erschienen Sammelbandes “Media Archaeology” (University of California Press) am selben Abend gehalten wurde, als Videomitschnitt vor. Diskutierende sind Dr. Jussi Parikka (Mitherausgeber), Prof. Dr. Wolfgang Ernst, Prof. Dr. Claus Pias (beide Autoren des Bandes) und Anthony Enns (Übersetzer von Friedrich Kittlers “Optische Medien”):
J. Forrester über den Whirlwind
Im sowieso abonnierenswerten YouTube-Channel des Computer History Museums ist heute morgen ein etwa 85-minütiger Vortrag aus dem Jahre 1980 von Jay Wright Forrester über den Whirlwind eingestellt worden:
Verloren im Cyberspace
Morgen Abend sendet ARTE den TV-Film “Verloren im Cyberspace”:
Seit dem Tod seiner Mutter ist Ben apathisch, vernachlässigt Schule, Familie und Freunde. Über zwielichtige Wege gelangt der Jugendliche an ein mysteriöses Computerspiel und gerät in dessen Sog. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion beginnt, zu verschwimmen …
Verloren im Cyberspace
Deja-vu (F/NL 2007, François Vautier)
ARTE, 10.04.2010, 0:30-1:55 Uhr
mehr: tv-info.de
Déjà Vu?
Source Code (USA 2011, Duncan Jones) (PV CineStar)
Ein Mann erwacht in einem Zug fahrend, weiß nicht, wie er dorthin gelangt ist und wer die Frau ihm gegenüber ist, die ihn kennt und ihn mit einem ihm fremdem Namen anspricht. Nach wenigen Minuten der Verwirrung gibt es eine Explosion und der Mann findet sich in einer seltsamen Kapsel eingesperrt – vor ihm ein Monitor, auf dem ihm eine Militär-Offizierin Instruktionen gibt. Dann löst sich die Welt um ihn herum auf und er sitzt abermals in diesem Zug, abermals der Frau gegenüber, erlebt die selben Dinge wie zuvor – nur, dass er sie jetzt “kennt”, weil er sie gerade erlebt hat. Der Mann ist ein US-Soldat, der im Rahmen eines neuartigen “Zeitreise”-Experimentes in eine Situation versetzt wird, in der ein Terroranschlag kurz zuvor zwei Personenzüge vollständig zerstört hat. Der Terrorist, der später eine “dirty bomb” in Chicago zünden will, befindet sich an Bord des Zuges und unser Held soll mittels der neuen Technologie herausfinden, wer es ist. Was geschehen ist, ist allerdings geschehen: Der Zug ist längst explodiert. Der Held befindet sich in einer Art mentaler Rekapitulation und kann nichts mehr an den Tatsachen ändern. Doch je öfter er zurückkehrt, desto mehr schmerzt ihn genau dies und desto dringlicher will er diese Scheinwelt trotzdem vor der Katastrophe retten.
Das Gefühl ist zuerst dasselbe wie bei Duncan Jones’ “Moon”: Das habe ich doch alles irgendwo schon einmal gesehen! Die möglichen Referenzen reichen bei “Source Code” von “Und täglich grüßt das Murmeltier” bis “12 Monkeys”. Aber einen Film ausschließlich über seine Vorbilder qualifizieren zu wollen, reicht bei weitem nicht aus, um ihm gerecht zu werden – zumal bei einen wie “Sourcecode”! Denn was Jones seit “Moon” mit dem Science-Fiction-Kino macht, ist nichts geringeres, als dessen allzu oft auf Weltraumtemperatur heruntergefahrene emotionale Atmosphäre neu mit Wärme aufzuladen. Darin ähnelt er sehr der “Solaris”-Version Steven Soderberghs oder zuletzt Darren aronofskys “The Fountain”. “Sourcecode” heilt jene von ihm vielleicht referenzierten Erzählungen regelrecht durch diese Wärmekur; insbesondere jenes chirurgisch meisterhaft und sehr präzise gezeichnete Medienzeitreise-Thema, das Tony Scott in “Déjà Vu” inauguriert hatte. “Sourcecode” zeigt also mehr als eine Zeitreise gegen den Krieg und den Terror; er öffnet den Weg in eine Alternativwelt – am Ende sogar wortwörtlich -, in der die Wunden, die Krieg und Terror gerissen hat, wieder geschlossen werden können. Damit ist er eine Utopie im besten Wortsinne.
Wie und der Computer über den Kopf wuchs
… kann man morgen Nachmittag auf 3Sat noch einmal nachvollziehen:
Wie uns der Computer über den Kopf wuchs
Ein Film von Werner Jambor
3Sat, Do. 24.03.2011, 14:35-15:00 Uhr
(Wdh. 25.03.2011, 3:35-4:05 Uhr)
mehr: tv-info.de
Die Schaltlogik des Lebens
Der Plan (The Adjustment Bureau, USA 2011, George Nolfi) (PV Filmkunst 66)
Die Kurzgeschichten Philip K. Dicks liefern dem SF-Kino seit Jahrzehnten die interessantesten Impulse – nicht nur, weil die durch ihre mit verschobenen Perspektiven und überraschenden Wendepunkte bestimmten gespickten Texte ohnehin eine besondere Affinität zum Filmerzählen bieten, sondern auch weil die narrativen Strukturen dieser Texte oft ein gewisses Maß an struktureller Selbstreflexivität enthalten. So wäre etwa die “virtual reality”-Erzählung aus “Total Recall” (Dicks “We Can Remember It For You Wholesale”) auch als Reflexion über die Mechanismen filmästhetischer Wirklichkeitserzeugung oder der Funktion des Mediums Film als Erinnerungs- und Vergessenstechnik zu lesen/sehen. Mit der jüngsten Adaption “Der Plan” (nach Dicks 1954 erschienener Kurzgeschichte “Adjustment Team”) ließe sich ganz ähnlich verfahren: Sie bebildert nicht nur einen typischer Dick-Stoff über eine “alternative Sicht auf den Lauf des Lebens”, sondern wirft auch Fragen darüber auf, wie Lebensläufe als Erzählung konstruierbar sein müssen, damit sie sich zur Gesamtlogik einer “Geschichte” konvergent verhalten.
In George Nolfis fabelhaftem Regie-Debüt “Der Plan” wird das alte Salomon-Sprichwort “Der Mensch denkt und Gott lenkt” (Sprüche 16,9) in Form einer wirklichen göttlichen Lebenslaufs-Verwaltungsbürokratie verstanden: Ein junger Politiker verliebt sich “außerplanmäßig” in eine junge Frau und gefährdet dadurch sowohl seine als auch ihre vorherbestimmte Karriere. Das können die Verwaltungsbürokraten nicht zulassen und versuchen den Mann wieder auf den rechten Weg zu bringen. Da sie sich ihm dazu zu erkennen geben müssen (und damit die seit Jahrtausenden währende göttliche “Verschwörung” aufdecken), bekommt er die Möglichkeit, die Pläne für sich und andere durch deren vorsätzliche Nichtbeachtung aktive zu beeinflussen und zu ändern. Das führt zu zahlreichen weiteren Verwirrungen des großen Plans, der sich mit immer mehr unvorhergesehenen Effekte auflädt. Von hier aus lässt sich das Thema des Films nicht nur auf die Frage “determinierender Filmplot-Entwicklung” übertragen, sondern natürlich auch auf außerfilmische Diskurse: Die soziologische Theorie etwa untersucht seit Mitte der 1930er-Jahre das Phänomen “unvorhergesehener Folgen zielgerichteter sozialer Handlungen” (Robert K. Merton) und diese oft als “Emergenzeffekt” beschriebene Handlungstheorie zeigt bereits deutlich wie das Verhalten im Kleinen mit daraus entstehenden großen Effekten in Zusammenhang steht – und dass eine große, die gesamte Gesellschaft präjudizierende Theorie gar nicht möglich ist, so lange der Einzelne Handlungsfreiheit besitzt. “Der Plan” entwirft dieses Problem als Liebesfilm – ein wahrlich großartiges Unterfangen, das noch lange nicht beendet ist, wenn der Film vorbei ist!
mehr in Kürze bei Telepolis
Nummer 5 klaut!
Ebenso bei archive.org gibt es eine Episode der Zeichentrick-Serie “Superman” aus dem Jahr 1941 mit dem Titel “The Mechanical Monsters” zu sehen:
Earlier Robot
Gerade finde ich bei archive.org die mir bis dato früheste fiktionale Roboter-Darstellung im Film “A Clever Dummy” aus dem Jahre 1917 von Ferris Hartman und Robert P. Kerr:
Wohnen im Computer
Am 6. Februar lassen sich Fiktion und Dokumentation zu “Häusern der Zukunft” mal direkt miteinander vergleichen:
Kabel 1
10:45-12:25 Uhr
Das Haus der Zukunft
(USA 1995, )
mehr: tv-info.de
Kabel 1
22:11-0:04 Uhr
Abenteuer Leben: “Roboter, Computer, atemberaubende Technik – sieht so der Alltag der Zukunft aus? (“Abenteuer Leben” testet die modernste Wohnung Deutschlands)
(D 2011)
mehr: tv-info.de
