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Computer

“It’s more fun to compute.” (Kraftwerk)

Wer hat’s gemacht?

Hat Intel oder Texas Instruments den Mikroprozessor erfunden? Zur Klärung dieses Streits kam es zu einem Gerichtsprozess. Texas Instruments hatte im Zuge dessen ein System rund um den 1971 entstandenen TMX-1795 8-Bit-Prozessor aufgebaut. Computer History hat nun ein Demonstrationsvideo aus dem Jahre 1993 bei YouTube hochgeladen, in dem dieses System vorgeführt wird

BBC Micro

Auf heise.de wird davon berichtet, dass die britische BBC dieser Tage eine Millionen Microcontroller an Kinder verschenkt, um die Programmierlehre zu unterstützen. Passenderweise heißt das Gerät “Micro Bit”.

digital ag Halle

Spiegel Online stellt heute das neue Museum der digital ag Halle vor.

Neue 4- und 8-Bit-Zugänge

Gestern und heute kamen zwei Neuzugänge für die Sammlung im Signallabor. Zunächst ein gut erhaltener Sinclair ZX Spectrum 48k mit Joystick-Adapter, Ersatznetzteil und Dokumentation:

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Auf dem kleinen Papierbogen unten rechts befinden sich BASIC-Programme zur Abfrage des Joystick-Adapters. Viel interessanter ist allerdings die Rückseite:

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Wir haben es hier mit dem stumb eines kleinen BASIC-Spiels zu tun. Offensichtlich der Anfang eines Schießspiels (die gestrichenen Zeilen 300 bis 330 verraten, dass hier Eingaben für Richthöhe und Mündungsgeschwindigkeit). Wann das Programm entstanden ist, ob es fertig wurde und andere Informationen erfrage ich derzeit vom Autor und erwäge natürlich die Aufnahme ich die geplante Publikation zu den “Papiermaschinen”.

Der zweite Neuzugang ist das Handheld “Microvision” von MB. Dabei handelt es sich um das erste tragbare Computerspiel mit auswechselbaren Spielmodulen. Diese Module enthielten jedoch wesentlich mehr als nur die Software auf dem ROM-Chip. Sie brachten ebenfalls eine Tastatur und Bildschirmfolie mit. Im Inneren des “Microvision” arbeitet ein 4-Bit-Microcontroller von Texas Instruments (ein TMS-1100-Derivat) als Spezialanfertigung für MB.

Die Platine der "Microvision"

Die Platine der “Microvision”

SCU S0488 ... ein 4-Bit-TMS-1000-Microcontroller

SCU S0488 … ein 4-Bit-TMS-1100-Microcontroller

Die "nackte" Microvision (rechts) und ein Modul (links)

Die “nackte” Microvision (rechts) und ein Modul (links)

Das Modul zum Spiel "Blocbuster"

Das Modul zum Spiel “Blocbuster”

"Blockbuster"-Modul ohne Platine

“Blockbuster”-Modul ohne Platine

Platine des "Blockbuster"-Moduls mit ROM-Chip

Platine des “Blockbuster”-Moduls mit ROM-Chip

 

VCFB 2015 – Call for Participation

vcfb2015

Auf dem ersten Planungstreffen wurden Termine und Inhalte verabredet. Seit gestern ist nun der Call for Participation für das “Vintage Computing Festival 2015“, das am ersten Oktoberwochenende im Pergamon-Palais (Georgenstraße 47, Berlin-Mitte) stattfinden wird, lanciert. Es ist wieder Platz für Dutzende Aussteller alter Computer, Software und Peripherie. Das Thema der Sonderausstellung sind dieses mal Analogcomputer. Neben den üblichen Vorträgen,  Veranstaltungen und Workshops wird es dieses Jahr im Medientheater eine Kurztagung zum 50. Geburtstag der Timesharing-Betriebssysteme geben, für die ebenfalls gerade ein Call for Papers veröffentlicht wurde.

Hardware Hacker

Ralf Bülow erinnert auf heise.de an den 40. Geburtstag des “Homebrew Computer Club”.

Die Berechnung der Welt

In der Ausgabe 3/2015 von “Literaturkritik” ist meine Rezension zu Klaus Mainzers aktuellem Buch “Die Berechnung der Welt” erschienen. Ich hatte das Buch im Rahmen meines Seminars zu zellulären Automaten bestellt und gelesen; dahingehend ist auch meine Rezension ausgerichtet.

To touch & to shoot

Touchscreen-Technologie der frühen 1980er und ihre Anwendung für sehende Fernlenkwaffen:

Call for Application: »Time After Time«

Humboldt-Universität zu Berlin
Fachgebiet Medienwissenschaft
Prof. Dr. Wolfgang Ernst // Dr. Stefan Höltgen
»Vintage Computing Festival Berlin 2015«

Call for Applications

Time After Time
50 Jahre Time-Sharing

3.10.2015

Nach etwa zehn Jahren Forschung und Entwicklung wird im Jahr 1965 mit dem Dartmouth-Time-Sharing-System (DTSS) das erste kommerzielle Time-Sharing-Betriebssystem veröffentlicht. Dies stellt nicht nur einen wichtigen Schritt zur Ökonomisierung von Computerarbeitszeit dar, weil nun mehrere Nutzer “gleichzeitig” über Terminals an einem Rechner arbeiten können, sondern führt zugleich auch zahlreiche Technologien zusammen, ohne die solch ein System nicht funktionieren könnte. Angefangen bei der Verwendung von Interrupts über die Entwicklung funktionsangemessener Speicher- und Dateiverwaltungskonzepte bis hin zu neuartigen Schnittstellen (wie der IEEE-488) zur Anbindung von Peripherien an Time-Sharing-Systeme. Software, die auf Time-Sharing-Systemen läuft, muss sich – ebenso wie die angeschlossene Hardware – dem temporalen Regime des Betriebssystems “unterwerfen”.

Mit Time-Sharing-Systemen beginnt aber auch das Zeitalter, in dem der Computer für Anwender und Programmierer “unsichtbar” wird. Denn zusätzlich zur kurz darauf folgenden Miniaturisierung (Gordon E. Moore formuliert sein berühmtes Gesetz ebenfalls 1965) kommt nun auch die mögliche Distanzierung des Rechners von seinen Peripherien. Als Folge aus der Time-Sharing-Entwicklung  entstehen Rechner, die weitab von ihren Terminals in Rechenzentren verschwinden. Dieses Verschwinden der “hulking giants” ermöglicht es dem Computer in die zivile Öffentlichkeit einzudringen. Doch dies macht auch eine “Gängelung” des Nutzers nötig, um Daten und Stabilität zu schützen. Eine Provokation, aus der bereits in den frühen 1960er-Jahren die Hacker-Kultur emergiert. Die Implikationen des Time Sharing sind also gleichsam technisch, sozial und epistemologisch brisant.

Auf der Kurztagung “Time After Time” während des Vintage Computing Festivals Berlin 2015 soll anlässlich dieses Jubiläums das Verhältnis von Computern, Betriebssystemen und elektronischer Zeitverwaltung resümiert und diskutiert werden. Hierzu sollen Computerhistoriker, Informatiker, Medienwissenschaftler und andere einen technisch informierten Blick auf das Engverhältnis von Zeit und Computer aus philosophischer und archäologischer Perspektive werfen.

Reichen Sie Ihr Abstract für einen Vortrag von ca. 45 Minuten Länge nebst einer kurzen Biografie bis zum 30.07.2015 bei stefan.hoeltgen@vcfb.de ein.

“Time After Time”
Kurztagung auf dem Vintage Computing Festival Berlin 2015
Oktober 2015, 10-18 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Pergamon-Palais, Raum 0.01 (Medientheater)

Die (andere) Silicon-Valley-Story

Internetmuseum Berlin

Vor kurzem wurde eine Initiative zur Gründung eines Internetmuseums in Berlin ins Leben gerufen. Entstehen soll ein Museum, das die Kultur- und Technikgeschichte des Internets nachzeichnet und in seiner Ausstellung für Besucher vergegenwärtigt. Nun suchen die Initiatoren um Paul Rascheja via Croudfunding Menschen, die die Idee finanziell unterstützen wollen, damit die Planung für das Museum konkret werden kann. Bei Startnext wurde daher jetzt eine Crowdfunding-Kampagne initiiert, an der ich teilzunehmen den Lesern meines Blogs empfehle!

Lehre im Sommersemester 2015

6809-Assembler

Im Sommersemester gebe ich zwei Lehrveranstaltungen:

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Call for PAPER

In der neu gegründeten Buchreihe “Computerarchäologie” soll 2016 ein Buch mit dem Titel “Papiermaschinen” erscheinen. Dafür benötige ich Hilfe!

Ich such nämlich handschriftlich notierte Programmcodes aus den 1970er- und -80er-Jahren (Programmiersprache egal). Zu dieser Zeit war für Kinder und Jugendliche der Zugriff auf (Heim)Computer nicht jederzeit möglich, so dass etliche Programme auf Papier “vorgeschrieben” wurden, bevor sie dann später (in Kaufhäusern, bei Freunden, …) in die Computer abgetippt werden konnten.

In dem Buch möchte ich auf diese vergessene Programmierkultur hinweisen. Dazu sollen solche handschriftlichen Programme faksimiliert abgedruckt werden und mit Kommentaren, Hintergrundinformationen zum Programmierer, System und der “Geschichte” dazu versehen werden. Besonders interessant sind vollständige Programme, sehr gern kurze Listings und wenn dann auch noch “Denkfehler” darin enthalten sind, die zeigen, wie sich das Programmieren auf Papier von dem auf dem Computer unterscheidet, wäre das ein besonderer Glücksfall.

Sendet eure Listings bitte im Original an mich (ich scanne sie und ihr erhaltet sie unversehrt zurück). Bitte nehmt vorher Kontakt mit mir auf: email@computerarchaeologie.de

Als Dankeschön erhält jeder, dessen Listing aufgenommen wird, ein Belegexemplar des Buches.

Kittler Studies

Nachdem ein kürzlich erschienener Sammelband die “Kittler Studies” ausgerufen hat, kommt der Kolloquiums-Vortrag von Moritz Hiller am kommenden Mittwoch genau zur richtigen Zeit:

Am nächsten Mittwoch, den 4.2.15, wird Moritz Hiller im Kolloquium zu seiner Dissertation vortragen. Das Thema des Vortrags: “Software-Philologie, oder: Die Zeichen der Zeit lesen.” Die anschließende Diskussion wird von Prof. Dr. Wolfgang Ernst moderiert.

Das Kolloquium findet wie gewohnt im Medientheater (EG, Raum 0.01) der Georgenstraße 47 statt. Beginn: 18 Uhr.

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Computerarchäologie

Ich darf verlautbaren, dass soeben eine neue Buchreihe mit dem Titel “Computerarchäologie” im Bochumer projektverlag gegründet wurde, deren Reihenherausgeber Sebastian Bach und ich sind. Pro Jahr werden dort mindestens zwei Bücher über Computergeschichte, Computerspiele und Computerkultur mit dem Schwerpunkt 1970er- und 1980er-Jahre erscheinen.

Wir freuen uns über jeden Vorschlag für eine Publikation aus dem Themenbereich – sei es eine Monografie oder ein Sammelband über Historisches, Technisches, Wissenschaftliches oder Kreatives aus dem Bereich Retrocomputing, Retroprogramming und Retrogaming.

Infos bekommt ihr hier, hier und unter email@computerarchaeologie.de.

Birth of BASIC

BASIC-Samstag

Am 24. Januar findet im Oldenburger Computermuseum ein fünfstündiger BASIC-Workshop statt, bei dem Neulinge eine einfache Programmiersprache erlernen können. Geleitet wird der Workshop vom Kurator Thiemo Eddiks. Ich bin (als OCM-Mitglied) auch vor Ort und werde einen einführenden Vortrag über die Geschichte und Gegenwart von BASIC halten.

Anmelden kann man sich per E-Mail oder über die Facebook-Seite.

Entscheidungsprobleme

Mit “The Imitation Game” kommt ein Film über Leben und Werk Alan Turings in die Kinos

Es soll nicht selten vorkommen, dass Studenten der Informatik zwar die Funktionen einer Turingmaschine kennen und durchspielen können, aber nicht wissen, dass sie ihren Namen einer realen historischen Persönlichkeit verdankt. Nicht zuletzt bei der Popularisierung der Biografie und Arbeit Alan Turings für eine breitere Öffentlichkeit könnte Morten Tyldums Biopic “The Imitation Game” förderlich sein.

Mehr: Telepolis

VCFe 2014 & 2015

Im vergangenen Jahr haben mein Kollege Thomas Nückel und ich auf dem 15. Müncher VCFe zum Thema “Exoten” einen Vortrag über unseren Signetics-2650-Workshop gehalten. Dieser ist jetzt als Podcast nachzuhören. Auf dem diesjährigen VCFe ist das Thema “Computer im Osten”. Ich werde wieder dort sein und die Hard- und Soft- und Paperware von Horst Völz vorstellen.

Archäologie des Computer(zeitalter)s

Mit Andreas Sträter habe ich für die Webseite des WDR ein Interview über Computer und ihr Nachleben geführt.