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Computer- & Videospiele

SAVE “GAME”,8,1

Am 22. April findet der von der Arbeitsgruppe “Langzeitarchivierung” der Gesellschaft für Informatik initiierte Workshop “Save Game – Legal Challanges in Game Preservation”, bei dem die Medienwissenschaft Gastgeberin ist, bei und im Medientheater statt. Ich halte dort einen Vortag über Probleme und Möglichkeiten der Code- und Hardware-nahen Forschung an historischen Computerspielen.

Der Workshop ist öffentlich. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung:

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3D Pixels

Weitere Infos …

N64 (ZX Spectrum)

Auf der Webseite Retro Collect findet sich eine Nachricht über eine interessante Entdeckung: Im N64-Spiel “Goldeneye” ist ein vollwertiger ZX-Spectrum-Emulator für die Konsole enthalten. Dieser wurde offenbar vom Entwickler des Spiels zeitgleich programmiert und im Sourcecode belassen. Dort haben ihn jetzt Hacker entdeckt und gezielt aufgerufen, wie man im YouTube-Video sieht:

Dots und Pixel

Gestern hat SWR2 ein kleines Interview mit mir zur Frage, wie der Punkt ins Internet kam, veröffentlicht. Die Interview-Passage ist eingebettet in einen Beitrag zum Thema “Pixel und Punkte” und kann online nachgehört werden.

digital ag Halle

Spiegel Online stellt heute das neue Museum der digital ag Halle vor.

Games, Game Design und Game Studies

Heute zur Rezension eingetroffen:

Gundolf S. Freyermuth
Games, Game Design, Game Studies. Eine Einführung.
(Edition Medienwissenschaft)
Bielefeld: Transcript 2015.
277 Seiten (Paperback), 17,99 Euro

Info | Amazon

Dass Freyermuths Buch in der Reihe “Medienwissenschaft” erscheint, ist erfreulich; dass meine Arbeit auf dem Gebiet mit einer Rezension zu einem belanglosen Spiel zitiert wird, erstaunt mich.

Dong-KI-Kong

“Wired” berichtet über einen Fachartikel aus “Nature“, in dem eine neue KI-Anwendung vorgestellt wir: Ein Computersystem, das allein aufgrund der Ausgaben klassischer Computerspiele lernt, diese zu spielen. Getestet wurden dafür circa 50 Spiele von denen mehr als zwei Drittel durch die KI erfolgreicher gespielt wurden als durch menschliche Spieler. Ob es nun für oder gegen eines meiner Lieblingsspiele, “Montezuma’s Revenge”, spricht, dass dies von der KI nur sehr schlecht beherrscht wird, mag ich nicht bewerten. ERGÄNZUNG: Wie ich gerade sehe, habe ich gestern zu dem Thema ein Telefon-Interview mit der Süddeutschen Zeitung geführt. (Eigentlich hatte ich mit dem Autor telefoniert über die Frage, ob wir zu dem Thema einmal sprechen wollen und waren ins Erzählen gekommen. Die Interviewpassagen habe ich nicht freigegeben und übernehme für deren Richtigkeit keine Gewähr. )

Key Mashing

Ein erfrischen vieltoniges Steuerungskonzept:

Mac Gamer

Im CSW-Verlag, der auch die RETRO herausgibt, ist soeben ein neues Print-Magazin angekündigt worden, das sich mit Spielen für Mac beschäftigt. Neben aktuellen Titeln sollen – so verspricht es der Untertitel des Magazins – auch Retrospiele für Macintosh-Rechner eine Rolle spielen. Ob der Fokus auch auf Apple I, II, III und Lisa erweitert ist/wird, kann ich nicht sagen. Ich habe mir jedenfalls mal ein Exemplar bestellt und bin sehr gespannt …

Medijska arheologija

Der slownische Fernsehsender RTV hatte im Oktober vergangenen Jahres ein Team bei uns am Fachgebiet, um einen Dokumentarfilm über das Thema “Medienarchäologie” zu produzieren. Zeitgleich fand das Vintage Computing Festival Berlin statt, so dass auch von dort Impressionen in den Film gelangt sind, der jetzt online zu sehen ist.

rtv

VC-4000 Flash-ROM

In den vergangenen drei Semestern hat sich der Assembler-Kurs, den ich alldonnerstäglich veranstalten, ausschließlich um den Signetics 2650 gedreht. Zunächst wurde die Maschinensprache auf einem Lehr-Computer (Signetics Instructor 50) kennen gelernt. Im zweiten Semester haben wir die Plattform gewechselt und uns um die einzige deutsche Spielkonsole, die Interton VC-4000, gekümmert. Die Finessen des Grafik/Sound-Chips Signetics 2636 (PVI), der seltsamen Speicherverwaltung und insbesondere des von uns verwendeten Emulators “WinArcadia” haben ihren ganz eigenen Reiz und ihre Probleme verursacht. Die Idee, zusammen einen “Flappy Birds”-Clon für die VC-4000 zu entwickeln, hat sich bis zum Ende des zweiten Kurses nicht umsetzen lassen.

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Digging the truth

Atari: Game Over (USA 2014, Zak Penn) (Xbox Live)

Der Abfall von Gestern ist das historische Artefakt von Heute. Was für die archäologischen Fundstücke des Altertums gilt, die nicht selten in den Müllgruben versunkener Menschensiedlungen gefunden werden, gilt natürlich auch für unser eigenes Erbe an die Zukunft. Mit dem Unterschied, dass wir schneller vergessen, was einmal Abfall gewesen ist, und den Abfall deshalb eher entdecken. Die Archäologie gräbt dann solche Artefakte aus und stellt sie den Historien entgegen.

et-doku

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Bootchess

Im nächsten Wintersemester werde ich zusammen mit Nikita Braguinski ein Seminar und daran gekoppelt ein Projektseminar über Computerschach anbieten, in welchem die Geschichte, Theorie und Implementierung von Computerschach untersucht wird. Das Projektseminar bereitet zugleich eine Ausstellung im Berliner Computerspielemuseum vor, die dort im Frühjahr 2016 stattfinden soll.

Bei meiner Recherche zu möglichen Inhalten bin ich heute auf das Programm “Bootchess” für verschiedene Plattformen gestoßen. Selbst der Einsteigercomputer ZX-81 von Sinclair, der werkseitig über nur 1 KB RAM verfügt hat, besaß ein Schachprogramm mit der Größe von 672 Bytes. “Bootchess” gelingt es, dies zu unterbieten … mit nur 487 Bytes Größe, wie man bei Golem lesen kann.

Retro-Erziehung

Auf SpOn findet sich ein Beitrag über Andy Baio, der seinen Sohn historisch-chronologisch in die Geschichte der Computerspiele eingeführt hat.

MUL

6809-Assembler

Ver-Netz-Ung

Cover Retro #33

Vernetzung bestimmt unser Leben heute deutlicher denn je. Wir vernetzen uns sozial, beruflich, institutionell – aber vor allem technisch. Denn technische Netzwerke bilden die Grundstruktur, auf der die Vielfalt heutiger Vernetzungsformen und -typen basiert. Deshalb ist ein Verständnis technischer Vernetzung vorrangig vor jeder anderen Sichtweise – sei sie nun historisch, philosophisch oder soziologisch. Die Netztechnik ist allerdings zuerst einmal eine Technologie, das heißt, eine Wissensstruktur, die den Netzen und ihren Techniken zugrunde liegt. Aus dieser Perspektive heraus wollen wir im aktuellen Heft auf Netze und Vernetzungen in der Geschichte des Computers blicken. Natürlich mit einem Akzent auf die Ära der frühen Mikrocomputer, aber auch der frühen Vernetzungstechniken.
So werfen wir die Frage auf, ob es so etwas wie eine »Idee der Netze« gegeben hat, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in konkreten Techniken niederschlagen musste, weil die historischen Umstände (etwa der Kalte Krieg) dazu gedrängt haben. Wir beschreiben historische und gegenwärtige Phänomene, die aus der Vernetzung von Computern hervorgegangen sind: Gruppen, Kommunikationsformen und Freizeitaktivitäten, die ohne Computernetze nicht möglich gewesen wären. Wir stellen Netztechniken vor, die es nicht mehr gibt, die aber den Grundstein für heutige Computervernetzung gelegt haben. Wir sprechen mit Zeitzeugen des damaligen Netzdenkens und Nutzern heutiger Netze zur Konservierung computerhistorischen Wissens. Und wir schließen alte Hardware an neue Netze an.

Coming soon …

Zeit(Spiel) und Spiel(Zeit)

time2play

Call for Papers

Time To Play
Zeit und Computerspiel

herausgegeben von:
Dr. Stefan Höltgen (HU Berlin, Medienwissenschaft) und
Dr. Jan Claas van Treeck (HU Berlin, Medienwissenschaft)

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Ralph H. Baer (1922-2014)

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Bereits am vergangenen Samstag ist im Alter von 92 Jahren der deutsch-amerikanische Ingenieur Ralph H. Baer gestorben. Ich hatte in den vergangenen Jahren zwei mal das Vergnügen auf ihn zu treffen: 2009 bei der Vorstellung der “History of Games Timeline” des Berliner Computerspielemeums und im Mai 2012 im Rahmen einer Videokonferenz zum vierzigsten Geburtstag des Videospiels, die ebenfalls im Computerspielemuseum abgehalten wurde und bei der ich als Panelist  mit Bear diskutieren* durfte.

Ralph Baer 2009

Ralph Baer gilt als Erfinder des Heimvideospiels und so problematisch dieser “Titel” von medienwissenschaftlicher und -archäologischer Seite auch sein mag, hängt an ihm doch vieles. 1972 stellte Baer seine “Brown Box” vor, von der man nun weiß, dass sie viel mehr als nur die Grundlage des Videospiels “Table Tennis” war: Sie bildete einen Bestandteil eines von Baer größer angelegten Versuchs zur Interaktivierung des Fernsehens für Bildungs-, Kommerz- und Unterhaltungszwecke:

Viel entscheidender als dies ist jedoch Baers Ruf als “Vater des Heimvideospiels”. Die auf seiner Brown Box basierende “Odyssey“, hergestellt und vertrieben durch den TV-Hersteller Magnavox, öffnete in den 1970er-Jahren für die Branche elektronischer Spiele einen Markt, der bis dahin als uneinnehmbar galt: die Wohn- und Kinderzimmer der Privathaushalte. Dass die “Odyssey” schon kurz nach ihrem Start mit Computerspiel-Konsolen von Atari Konkurrenz bekam und Bear auch (jahrzehntelang) danach immer noch damit beschäftigt war zuerst zu klagen und dann zu betonen, dass es seine Erfindung war, die da alle Welt kopiert hatte, zeigt, dass da eine Idee in der Luft lag, die implementiert werde musste.

Es war und ist in der Tat ein oberflächlicher Streit, der jedoch dazu geführt hat, dass die Diskussion um die Geschichte des elektronischen Spiels auch unterflächliche Ereignisse und Diskurse zutage gefördert hatte. So kamen William Higginbothams “Tennis for Two” und andere vergessene Historeme nicht nur durch diese Streits ans Tageslicht der Spiele-Presse; vielmehr warf der Streit auch eine Diskussion um die technischen und epistemologischen Paradigmen des Computer- und Videospiels auf, die noch bis heute andauert: Worin sind sich Spiele wie “Tennis for Two” (für den Analogcomputer), “Table Tennis” (für die “Odyssey”) und “Pong” (für Digitalcomputerplattformen) ähnlich und was unterscheidet sie?

Diese Sensibilisierung für eine nicht mehr länger allein an den Ästhetiken, Spielprinzipien und Steuerungen orientierte Spiel-Geschichte ist meines Erachtens das zentrale Verdienst Ralph Baers; ein Verdienst, das quasi als “Abfallprodukt” seiner unermüdlichen Versuche, die Frage nach “dem ersten” zu beantworten, zu errungen wurde. Dahinter verschwindet sogar der Gründungsmythos selbst, auf dem das Selbstverständnis der Spieleindustrie und der Spieler basiert, die sich heute zu Recht oder zu Unrecht als die Kinder dieser Revolution des Spiels mit Elektronen sehen.

Table Tennis

* Die Veröffentlichung der Veranstaltung als Film lässt immer noch auf sich warten. Vielleicht ist aktuelle Anlass ja ein Grund, dieses Warten zu beenden.

Die Vorträge vom VCFB

Die Vorträge, die parallel zum VCFB im Medientheater gehalten wurden, sind nun fertig geschnitten und auf Vimeo zu sehen:

Heißer Buchtipp

Der von Irina Gradinari und mir herausgegebene Sammelband “Heiße Drähte. Medien im Kalten Krieg” jetzt erschienen und kann über den Buchhandel oder direkt beim Verlag bezogen werden. Informationen zum Buch finden sich hier und hier. Es wird am 14.10. zusammen mit “SHIFT – RESTORE – ESCAPE” bei uns im Institut vorgestellt. Das Inhalts- und Autorenverzeichnis findet man als PDF unter diesem Link.

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