Künstliche Intelligenz in der DDR auf der MS Wissenschaft

Heute haben Martin Schmitt vom „Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung“ und ich unser gemeimes Exponat auf der „MS Wissenschaft“ abgeliefert: Einen KC-85/3-Computer mit dem „Schach“-Spielprogramm. Das Programm wird über das M052-Modul (eine freundliche Leihgabe von Dirk Kahnert) und einen USB-Stick in den Computer geladen – ein schönes Retrocomputing-Exponat also, das in den nächsten Monaten durch Deutschland, Österreich und die Schweiz schippert.

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ArtWare – Re-Enactment kybernetischer Kunst (2/2)

Fortsetzung von Teil 1.

1. Methodologie des Re-Enactments

Der zweite Teil des Kurses verfolgte das Ziel auf Basis der zuvor erarbeiteten Theorien – sowohl der Informationsästhetik als auch der Medienarchäologie – eine Re-Implementierung historischer Computergrafiken als Methode analytischer Mediengeschichtsschreibung anzuwenden. Zur Legitimation des Vorgehens wurde das Konzept des Re-Enanctments dazu zunächst aus drei Quellen hergeleitet: Robert Collingwoods (1947) Theorie “History as Re-Enactment”, Ian Bogosts (2012:85-112) “Carpentry” sowie Andreas Fickers (2015) “Hands-on! Plädoyer für eine experimentelle Medienarchäologie”. Kurz zusammengefasst ergaben sich aus der Diskussion dieser Konzepte folgende Überlegungen:

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Archäographien & Re-Enactments

Gestern war ein ereignisreicher Tag. Zuerst haben mein Kollege Moritz Hiller und ich Wolfgang Ernst die von uns herausgegebene Festschrift „Archäographien. Aspekte einer radikalen Medienarchäologie“ überreicht. Seit dem die Idee dazu im Frühsommer 2018 entstanden war, haben wir quasi in Akkordarbeit Beiträge gesammelt, redigiert, Gratulanten gesucht und eine Feier organisiert (die am 8.5. stattfinden wird). Es ist uns gelungen das Projekt bis gestern gegenüber Wolfgang Ernst geheimzuhalten. Jetzt ist das im Schwabe-Verlag erschienen Buch aber kein Geheimnis mehr und kann gekauft werden.

 

Direkt im Anschluss an die Übergabe fand im Signallabor die ArtWare-Ausstellung statt, bei der Frieder Nake als Gast vortrug und die sehr gut besucht war. Ein Video des Vortrags wird in Kürze online gestellt. Hier lasse ich erst einmal die Bilder des Events für sich sprechen.

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Unterwegs zum Computerspiel

Heute ist auf Paidia meine Rezension zum Sammelband „Game Studies“ erschienen. Den Text hatte ich schon im vergangenen Jahr fertiggestellt, von der Redaktion der (ursprünglichen) Redaktion keine Resonanz bekommen. Die Lektüre des Buches hat die Idee zu meiner ab nächste Woche startenden Vorlesung „Game Science“ aufkommen lassen. Dort werde ich einige der im Text angesprochenen Fragen und Probleme diskutieren.

Dann müsste ein solcher Band um Kapitel zur Elektronik, zur Mathematik und Logik sowie vor allem zur Informatik und zum Design von Computerspielen ergänzt werden. Dass diese Disziplinen noch nicht als separat wahrnehmbare Stimmen im Kanon der Game Studies ‚mitsingen‘, hat im Prinzip denselben Grund wie das Ignorieren von Computerspielen als Forschungs- und Lehrgegenstand innerhalb dieser MINT-Fächer selbst. Sie stellen dort bislang lediglich einen Sonderfall von Software, Hardware oder einen spezifischen Anwendungsfall formalwissenschaftlicher Erkenntnisse dar. In welcher Weise Computerspiele aber in der Lage wären diese Fächer um einen didaktisch fruchtbaren Gegenstand zu erweitern (als Gamification in einem erweiterten Verständnis!) und als Wissensobjekte neue Perspektiven auf die Genealogie von Algorithmen, Techniken und formalen Sprachen zu geben, müsste und sollte erforscht werden. Die Game Studies könnten dann um eine ‚Game Science‘ ergänzt werden. Methoden und Elemente technik-, natur- und formalwissenschaftlicher Disziplinen könnten die Analyse von Computerspielen bereichern, jenseits eines bloß „fröhlichen Positivismus” (Foucault), indem sie epistemologisch flexibilisiert werden.

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Fifty Years in Home Computing

Heute ist mein Text „Fifty years in home computing, the digital computer and its private use(er)s“ im International Journal of Parallel, Emergent and Distributed Systems online erschienen. Der Text gehört zur Sammlung für ein Sonderheft des Journals zu „50 Years of Computing“, das in Kürze publiziert wird. Vorerst ist mein Beitrag online abrufbar – die HU Berlin richtet in Kürze einen „Public Domain“-Zugriff dafür ein.

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»Und wenn ich diese Taste drück‘ …«

Vom 20. bis 22. Juni findet am Zentrum für Musikwissenschaft in Leipzig die Konferenz „Pixel-Art und Chiptunes“ statt, zu der ich für einen Vortrag eingeladen wurde. Ich werde dort die Überlegungen aus meinem PAIDIA-Beitrag über PSGs und von einem Vortrag, den ich im April auf der Ludomusicology 2019 in Leeds halte, zusammenführen:

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ArtWare – Oberflächen und Unterflächen

Die beiden Kurse zum Re-Enactment kybernetischer Computer(grafik)Kunst der 1960er- und -70er-Jahre waren sehr erfolgreich. In ihrem Rahmen habe ich meine Didaktik zum Re-Enactment als medienwissenschaftlicher Analyse-Methode weiterentwickeln können und es sind zudem einige interessante Kunstwerke entstanden. Beides soll nun zur Ausstellung gelangen – ersteres in einem Vortrag von mir, zweiteres durch operative Installationen im Signallabor. Ich freue mich überdies sehr, dass ich Frieder Nake für einen flankierenden Vortrag für die Veranstaltung gewinnen konnte.

Diese wird am Donnerstag, den 11. April ab 17 Uhr im Signallabor stattfinden. Wie üblich ist die Veranstaltung öffentlich und der Eintritt frei!

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Hard Bit Rock

Am Sonntag, den 28.4. halte ich auf der „Ludomusicology 2019“-Konferenz in Leeds einen Vortrag über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Hardware Preservation von Computer(spiel)sounds. Dabei konzentriere ich mich auf Systeme, die dadurch, dass analoge Komponenten zur Klangerzeugung verbaut wurden, nur schwer bzw. gar nicht angemessen in Emulatoren zu virtualisieren sind.

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Künstliche Dummheit

Am 11.5. findet in Ilmenau die „Lange Nacht der Technik 2019“ statt (Programmheft als PDF). Zusammen mit unserem Studenten Thomas Fecker stellen wir dort den im Rahmen des „Pong Studies“-Seminars entstandenen „Pong-Bot“ aus und halten einen Vortrag über Künstliche Intellingenz in Computerspielen:

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Heart of Glass

Eingeladen von Beatrize Fazi, die ich im Oktober auf unserer Mini-Tagung „Re-Thinking Computation“ kennengelernt habe, halte ich am Donnerstag, den 28. Februar im Sussex Humanities Lab der University of Sussex (Brighton) einen Vortrag zum Thema „Silicon, a Medium within Media“:

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Abschlussvortrag

Nächste Woche beginnt der zweite Teil meines ArtWare-Seminars an der University of Greenwich. Dort werden dann von den Studenten und mir historische Computergrafik-Kunstwerke in BBC BASIC nachprogrammiert, um aus dem Nachvollzug der Algorithmen ein tiefergehende analytische Erkenntnisse zu gewinnen und den operativen Charakter dieser Kunstform hervorzuheben.

Jussi Parikka hat mich eingeladen an der Winchester School of Art der University of Southampton die Erkenntnisse des Projektes in einem Vortrag vorzustellen:

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ArtWare – Re-Enactment kybernetischer Kunst (1/2)

Kunstgeschichte und -wissenschaft stellen für die Erforschung historischer Kunstwerke unterschiedliche Methoden zur Verfügung: ‘Von Außen’ nähern sie sich ihm mit motiv- und diskurshistorischen Analysen, um es jenseits seiner reinen Darstellung zu beschreiben – etwa, welche politischen, ästhetischen oder anderen Themen sich hinter spezifischen Abbildungselementen ‘verbergen’. Zudem rückt die Kunstwissenschaft aber auch der Materialität von Kunst – sozusagen von ‘Innen’ her – zu Leibe: Welche Stoffe und Farben wurden verwendet? Lässt sich der Entstehungsprozess rekonstruieren (etwa durch auffindbare Korrekturen)? Gibt es Hinweise auf produktionstechnische Besonderheiten? Hierfür werden nicht-hermeneutische Technologien genutzt, wie sie etwa die Forensik, Archäometrie, Chemie oder Materialwissenschaft zur Verfügung stellen.

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Winchester School of Art (& Ware)

Die erste Hälfte meines Seminars an der Greenwich University ist nun vorüber und die zweite wird Ende Februar mit dem Hands-on-Teil fortsetzen. Das Ergebnis wurde ich von Jussi Parikka, einem ehemaligen Fellow unseres Lehrstuhls, eingeladen in einem Vortrag an der Winchester School of Art vorzustellen. Dort werde dort am 1.3. zu folgendem Thema vortragen:

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To Compute is to Err

Gestern habe ich zum Auftakt meiner Lehrtätigkeit an der University of Greenwich einen Vortrag gehalten. Thema waren Programmierfehler in Computerspielen und welchen möglichen Erkenntniswert und Nutzen sie jenseits des möglichen Ärgernisses, das sie veruarsachen, haben. Der Vortrag basierte auf einem 2014 publizierten Essay, den ich stark überarbeitet, erweitert und auf Englisch übersetzt habe, um ihn in einer anstehenden Publikation zu veröffentlichen.

Maria Korolkova, die mich über das Erasmus-Programm nach Greenwich eingeladen hat, und Miriam Sorrentino, eine Zuhörerin im Auditorium, haben Fotos gemacht, die sie mir hier zu veröffentlichen erlaubt haben.

 

 

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Computer Games

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HELLO, …

… I’M A BOOK ON ELIZA.

Nach langem Warten und viel Arbeit ist der vierte Band unserer Reihe „Computerarchäologie“ nun erschienen. Marianna Baranovska und ich habe aus der VCFB-Kurztagung von 2016 einen Sammelband gemacht – erweitert um Texte, Übersetzungen und Programmcode.

Informationen (Leseprobe, …) gibt es auf der Webseite der Buchreihe. Kaufen kann man das Buch im Buchhandel, bei Amazon oder beim Projekt-Verlag.

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Kurztagung „50 Jahre Computerdemos“ (Videos 2/2)

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From Bugs to Features

Zu Beginn meines Lehraufenthaltes an der Greenwich University halte ich einen Vortrag über ein Thema, das ich schon vor einiger Zeit bearbeitet habe und nun im Zuge der Englischübersetzung noch einmal aktualisiere: Spiele(n) mit Programmierfehlern. Der Vortrag ist öffentlich.

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Rezensionen

Zwei Rezensionen zu Publikationen haben mich in dieser Woche erreicht. In der Mailingliste H-Soz-u-Kult ist das von Lars Novak herausgegebene Buch „Medien – Krieg – Raumsehr gut besprochen worden. Auch mein Beitrag über die Hacker als Partisanen des Kalten Kriegs fand darin Erwähnung:

Der Beitrag von Stefan Höltgen stellt ein ungewöhnlich gelungenes Beispiel einer theoriegeleiteten Analyse eines realweltlichen Phänomens dar. So untersucht Höltgen auf der Grundlage von Carl Schmitts Theorie des Partisanen die Figur des Hackers und beschreibt die Zusammenhänge zwischen technischen Netzwerken, Partisanentheorie und Hackerethik.

Die c’t-Sonderausgabe „Retro“ hat eine Besprechung zu meiner Monografie RESUME nachgeschoben, die ich hier veröffentlichen durfte. Das jüngst erschienene Heft sei allen, die sich für Retrocomputing jenseits der bloßen Anwendung („Spiele“) interessieren, dringend zum Kauf ans Herz gelegt. Hoffentlich wird es davon künftig weitere Ausgabe geben!

https://shop.heise.de/katalog/c-t-27-2018

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Die Dissimulation von Intelligenz

Der Bonner General-Anzeiger hat bei der Uni Bonn nach einem Ansprechpartner für das Thema „Künstliche Intelligenz und Computerspiele“ angefragt und wurde von dort an mich verwiesen (was ich ja gleich auf mehrfache Weise freundliche und beachtlich finde). Das Gespräch drehte sich dann vor allem um die Frage, wie KI gut genug wurde, um menschliche Mitspieler zu suspendieren, so dass man endlich allein mit seinem Computer spielen kann. Dazu bedurfte es keiner geringen Menge künstlicher Dummheit (ein Thema, das ich in Kürze noch näher untersuchen werde).

Das Interview findet sich in der Print-Ausgabe des Bonner Generalanzeigers und auf dessen Webseite.

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