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Lehrveranstaltungen im Wintersemester

Zu meiner freudigen Überraschung bin ich im August eingeladen worden am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn die Professur für Medien, Algorithmen und Gesellschaft im Wintersemester 2016/17 zu vertreten.

Zu meinem dortigen Deputat gehören 4 Seminare, die ich zwischen Bachelor- und Master- im Medienwissenschaften- und Informatik-Studium gebe:

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SOL-20@CC2016

Die „Classic Computing“ ist vorüber und hat eine Menge Eindrücke und Hardware-Mitbringsel nach sich gezogen. Neben einer Kiste mit zweieinhalb MFA-Computern nebst Tastaturen, Steckkarten, Steckkarten-Bausätzen und den original Anleitungen habe ich für den C64 einen Voice-Synthesizer auf SC-01-Basis bekommen, den ich auf dem Fundus-Stand des VCFB vorführen werde. Außerdem wurde mir ein „KC Compact“ geschenkt – der letzte in der DDR produzierte Homecomputer, der weitgehend kompatibel zu den britischen CPC-Computern ist.

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Auf meinem eigenen VCFB-Stand habe ich den bei uns restaurierten SOL-20 mit Software vorgeführt. Überraschend und erfreulich war, dass sogar sämtliche Programme geladen und gestartet haben. Gespielt wurde natürlich am häufigsten TARGET.

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Auf diversen Internetseiten und in Foren gibt es wie üblich Fotos von der CC, so dass ich auf meine eigenen Eindrücke hier verzichten kann. Erfreulich war, dass neben lokalen Medien auch Golem (im Form meines Kollegen Mario Keller) anwesend war und sogar gefilmt hat. Ich  habe dabei ein paar Interview-Sekunden abbekommen.

Jupiter Ace

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Nach vielen gescheiterten Versuchen ist es mir vor 3 Wochen endlich geglückt, einen der selteneren und exotischeren Homecomputer der 1980er-Jahre bei ebay zu ersteigern: den Jupiter Ace.

Die Besonderheit dieses spartanisch ausgestatteten, mäßig gut designten und billig verarbeiteten Rechners ist, dass seine Erfinder die Vision hatten, der seinerzeit allgegenwärtigen Programmiersprache BASIC etwas entgegen zu stellen – nämlich ein FORTH-System.

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Flappy Bird @ VC-4000 @ Classic Computing

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Zwischen 2013 und 2015 habe ich mich in 4 Seminaren zum Signetics-2650-Assembler mit der Programmierung der frühen Computerspielkonsole VC-4000 von Interton befasst. In einer Gruppenarbeit sollte für diese Konsole ein neues Spiel entstehen – das erste seit 1982 – nämlich „Flappy Birds“. Nachdem wir die Charakter-Animation, die Steuerung und sogar die Hintergrundmusik bereits fertig hatten, wollten wir uns an die Programmierung der Röhren-Animation machen, die aus der für den Video-Chip typischen „Gittergrafik“ bestehen sollte. Hierbei haben wir dann festgestellt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen dem von uns verwendeten VC-4000-Emulator und der Original-Hardware gibt, die dazu führten, dass Algorithmen, die im Emulator fehlerlos liefen, auf der Konsole nicht funktionierten. Um uns den zeitaufwändigen und sich ständig wiederholenden Prozess von „Programmieren – Assemblieren – EPROM-Brennen – Testen – EPROM löschen – …“ zu ersparen, sollte zunächst ein Multi-ROM-Modul, konstruiert werden, auf dem man Programm-Binaries einfach auf einer SD-Karte speichern kann, um sie von dort in die Konsole zu laden.

Dieses Modul ist nun seit einiger Zeit fertig und gerade wird eine professionelle Platine dafür konstruiert, die dann zum Selbstkostenpreis erworben werden kann. Alle notwendigen Teile lassen sich im Elektronik-Einzelhandel besorgen; die Software, alle Schaltpläne und Informationen befinden sich auf GitHub. Dort ist auch der Stub unseres „Flappy Birds“-Versuchs zu finden.

Gestern habe ich nun erfahren, dass sich ein anderer deutscher Hobbyist ebenfalls an die Programmierung des Spiels gemacht hat und dabei Erfolg hatte. (Er hat den oben geschilderten, zeitaufwändigen Entwicklungsprozess nicht gescheut). Anstatt der Gitter-Grafik bentutz er für die Hindernisse Sprites. Davon kann er zwar nur zwei gleichzeitig auf den Bildschirm bringen; diese Entscheidung liefert ihm aber 50 Byte mehr RAM-Speicher und zudem eine weniger „ruckartige“ Bewegung der Röhren. Elegant ist der „Durchlass“ zwischen dem oberen und unteren Rohr gelöst: Ein Sprite-Flag erlaubt die vertikale Spiegelung eines Sprites, so dass nur eine Hälfte gezeichnet werden muss. Das Ergebnis hat er für YouTube gefilmt:

Außerdem bietet er den Sourcecode, der Teile unseres unvollständigen Spielcodes enthält, sowie ein ROM-Image des Spiels zum Download über seine Homepage an.

Wer sowohl das fertige Multi-ROM-Modul als auch das spielbare Spiel sehen möchte, kann am übernächsten Wochenende nach Nordhorn zur „Classic Computing“ kommen – dem Jahres-Event des „Vereins zum Erhalt klassischer Computer e.V.“ Dort habe ich einen Stand (auf dem ich unseren restaurierten Sol-20 vorführe) und Mario Keller, einer der Mitentwickler des Moduls sowie der Spiel- Entwickler „Senildata“ werden ebenfalls dort sein.

Signals & Noises

Auf der Projekt-Seite whatisamedialab.com ist soeben ein Interview mit mir erschienen, in dem ich über die Genese, Theorie und die Praktiken des Signallabors berichte. Das Gespräch ergänzt damit das zuvor mit Woflgang Ernst für die Seite geführte Interview zum Medienarchäologischen Fundus.

Mikro-Kriegserzählung

„The Commodore Wars“ und die Misere der Computergeschichtsschreibung

Computergeschichte ist Teil der Technikgeschichte, die wiederum Teil der Wirtschaftsgeschichte ist. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn die Historiographen ihr Augenmerk auf die Geschichte einer Computerfirma richten. „The Commodore Wars“ steht in genau dieser Tradition und erzählt aus diesem Grunde auch nichts neues. Das einzig Originelle an ihm ist, dass er dies aus berufenem Munde tut.

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»Ohne Ehrfurcht an die Mediengeschichte herangehen«

Computerarchäologie und digitaler Nachlass: Interview mit Dr. Stefan Höltgen

Dr. Stefan Höltgen (privat) ist bekannt für seine Beschäftigung mit Computerarchäologie. Wir haben ihm einige Fragen zu Exponaten aus Nachlässen, Spuren Verstorbener und zur Technikgeschichte gestellt. Zudem hat er uns einen Einblick in die Sammlungen der HU Berlin gewährt und einige Fotografien von Exponaten, Nachlässen und „Vor-Lässen“ zur Verfügung gestellt.

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»Wir waren Lehrer, keine Unternehmer«

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Ein Interview mit dem Erfinder von BASIC*

Thomas E. Kurtz und sein 1992 verstorbener Kollege John G. Kemeny haben 1964 die Programmiersprache BASIC am US­-amerikanischen Dartmouth­-College aus der Taufe gehoben. Ziel war es, auch Nicht-Informatikern den Zugang zum Computer als Programmierwerkzeug zu ermöglichen. Über Jahre hinweg entwickelten sie ihre Sprache wei­ter, lehrten Generationen von Studenten Programmieren. Seine wah­re Breitenwirksamkeit bekam BASIC jedoch erst mit dem Auftauchen der Mikrocomputer Mitte der 1970er-­Jahre. Stefan Höltgen sprach mit Thomas E. Kurtz anlässlich des anstehenden 50. Geburtstags sei­ner Erfindung über die Anfänge, die Besonderheiten und seine Sicht auf das Homecomputerzeitalter sowie die Zukunft von BASIC.

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Zwei hoch n

In der aktuellen Ausgabe der RETURN rufe ich G. W. Leibniz in Erinnerung, der als Begründer der Dualzahlenarithmetik gilt. 2016 ist bekanntlich Leibniz‘ 300. Todestag. Zu diesem Anlass finden zahlreiche Veranstaltungen statt – unter anderem die Reihe „Basis Zwei“ in Hannover. Dorthin bin ich nun eingeladen worden, um über Computerarchäologie, das VCFB und die Implementierung von „Leibniz mit Schaltern“ zu sprechen. Mein Vortrag findet statt:

24.11.16 | 19.30 | Technik-Salon
Patentlesesaal der Technischen Informationsbibliothek
Welfengarten 1b | 30167 Hannover
Eintritt: 6€ / 3€

Informationen zur Reihe gibt es auf dieser Webseite; Informationen zu meinem Vortrag hier.

Hochzwei

Wer gesehen wird, hat schon verloren

Der neue Dokumentarfilm „Krieg & Spiele“ versucht die Beziehungen zwischen Drohnentechnologie, Robotik, KI und Computerspielen zu zeigen

Was haben ein DDR-Modellflugzeug-Enthusiast, eine israelische Firma für unbemannte Fluggeräte, ein Chip mit Nanodraht-Synapsen und das Computerspiel „Call of Duty: Black Ops II“ miteinander zu tun? Fast nichts? Richtig. Diese Technologie-Themen dennoch in einen intimen Zusammenhang miteinander zu bringen, schickt sich der neue Dokumentarfilm „Krieg & Spiele“ von Katrin Jurschick an.

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C65 und ZX-82

Zu der unten bereits genannten Spende gehört auch eine Erweiterungsmodule für den Commodore 64 und ein stark modifizierter ZX-81. Die Artefakte zeigen deutlich, wie groß der Erweiterungswille und die Erweiterungsmöglichkeiten für Homecomputer gewesen sind, um sie beispielsweise besser zum Programmieren oder für Medienzwecke einsetzen zu können.

Zunächst die Kartensammlung für den C64:

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Erweiterungen für den C64 (von oben links nach unten rechts): unbek. ROM-Platine, AD-Wandler/Logikanalysator, Binär-LED-Ausgabe, Multimess-Modul, unbek. Modul (Audio/Video-Input?), diverse ROM-Platinen, C64-Bremse, Batterie-gepufferte Echtzeituhr, „Structured BASIC“, „Super Expander“ (BASIC-Erweiterung), „COMAL“, „Hyper-BASIC V. II“, CP/M-Erweiterung mit Parallelschnittstelle, Z80-Modul, 3810-Datenrecorder

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Startbildschirm mit „Hyper-BASIC V. II“

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Startbildschirm mit „Structured BASIC“

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Startbildschirm mit „Super Expander“ (der augenscheinlich erst mal nur 8 Kilobyte RAM verbraucht)

Der ZX-81 mutet schon von seinem erhöhten Aufbau stark modifiziert an. Grund dafür ist sowohl ein seitlich angebrachter Port für die Erweiterungstastatur (an der Stelle der Originaltastatur befindet sich ein Aufkleber mit dem Tastenfeld) sowie eine um ihr Gehäuse „beraubte“ 16-KB-Speicherweiterung von Sinclair. Alle Komponenten funktionieren einwandfrei:

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Time To Play … again

Heute hat mich der Verleger Werner Hülsbusch darüber informiert, dass die erste Auflage des von Jan Claas van Treeck und mir im Frühjahr im vwh-Verlag herausgegebenen Sammelbandes „Time To Play“ vergriffen ist und nun eine zweite Auflage in Druck geht.

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Looks like a melody

In Ergänzung zu Torsten Othmers und meiner Aufstellung soundproduzierender/-emittierender Computerperipherie hier eine besonders trickreiche Variante: Mit Hilfe des Grafikprozessors einiger Computer ist es möglich, Tonausgaben zu realisieren. Sicht- und Hörbar ist dies auf dem C64 (VIC-2):

… und dem Amiga:

 

Z1013

Eine Spende aus dem Nachlass eines Commodore-Sammlers: Ein Z1013 von Robotron. Das ist einer der bekanntesten Selbstbaucomputer der DDR. Ich habe ihn mit Schutzverpackung und einiger Peripherie bekommen. Getestet habe ich ihn noch nicht.

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Time Invaders – mitgeschnitten

Ich hatte ja schon befürchtet, mein Vortrag auf dem letzten VCFB zu „Space Invaders“ sei im Digitalfilm-Nirvana verschwunden. Es hat ihn wohl aber doch jemand gefilmt:

Return to Fractalus

Nächstes (oder übernächstes) Semester gebe ich ein Seminar zur Geschichte, Theorie und Implementierung von Fraktalen auf Computern. In diesem Zusammenhang wurde ich heute auf eine Sammlung extrem kleiner Mandelbrot-Fraktal-Programme aufmerksam gemacht. Darunter befindet sich nicht nur ein 64 Byte großer Algorithmus in Assembler, sondern auch ein Apfelmännchen-förmiges Fraktal-Programm in C.

FraCtal

RESUME in der Lotek64

Heute ist die neue Ausgabe des Online-Magazins LOTEK64 (Nr. 53, Juli 2016) erschienen, in der sich auch eine Rezension zu „RESUME“ (dort auf Seite 14) befindet. Das Magazin kann von der Webseite als PDF heruntergeladen werden.

Das Internet der Digda

Amoralische Agenten, die Ausstülpung des Cyberspace und die Kontroverse um „Pokémon Go“

von Stefan Höltgen und Jan Claas van Treeck

Die Spieler lieben es; die Museumskuratoren hassen es: Pokémon Go. Täglich prasseln neue Nachrichten zum Spiel, das die Gamer endlich wieder vor die Haustür führt, auf die Leser von sozialen Netzwerke und Newsseiten ein. Der Tenor ist jedoch selten gewogen: Das Spiel(en) berge ein Unfall- und Verletzungsrisiko, führe zu Belästigungen und Hausfriedensbrüchen und „entweihe“ Orte, an denen Computerspiele(r) nichts zu suchen habe. Stefan Höltgen und Jan Claas van Treeck, beide Medienwissenschaftler aus Berlin, versuchen die medienepistemologische Brisanz hinter dem Hype freizulegen.

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Ein Pokémon im Signallabor

Open (the) Architectures!

In letzter Sekunde wurde ich dankenswerterweise von meinem Kollegen Nikita Braguinski auf einen Call for Applications für die Konferenz „Object Lessons and Nature Tables: Research Collaborations Between Historians of Science and University Museums“ am 23.09.2016 an der University of Reading (England) hingewiesen. Kurzerhand habe ich mich mit einem Hands-on-Vortrag beworben, der angenommen wurde.

Das Abstract:

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Schwäbische Aliens: Die Wiederkehr

Auf Telepolis ist heute meine Kritik zu Roland Emmerichs „Independence Day: Wiederkehr“ erschienen:

Nach seinem Ausflug in die Welt ernsthafter Sujets („Anonymous“, „White House Down“, „Stonewall“) besinnt sich Roland Emmerich wieder seiner Wurzeln und dreht einen weitere Weltuntergangs-Science-Fiction. Und auch wenn „Independence Day: Wiederkehr“ als Erzählung eher dürftig daher kommt und ideologischer wieder „amerikanischer als amerikanisch“ auftritt, schreibt Emmerich damit in seinem Kern (s)ein Projekt der europäischen Ästhetik-Tradition weiter.

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