Nachlese: VCFB 2018

Auf heise.de ist heute eine Nachlese zum Vintage Computing Festival Berlin 2018 erschienen. Geschrieben hat sie Pit Noack, der im Beitrag auch ein Interview mit mir geführt hat:

Wie wird man Computerarchäologe und was macht man da eigentlich?

Computerarchäologe wird man, wenn man fragt, wie Computer als Medien zum Speichern, Übertragen und Verarbeiten von Informationen das Wissen historisch und aktuell mit-prägten und prägen. Als Computerarchäologe befragt man auch die Computergeschichtsschreibung vor dem Hintergrund, dass die Computer als „historische Artefakte“ ja heute auch noch computieren. Das heißt konkret, dass sich Computer, wie auch andere technische Medien, der menschlichen Zeitmessung entziehen und ihre Eigenzeiten haben. Diese untersuche ich und lasse dabei die Computer eher für sich selbst sprechen (also ihre Zeitlichkeit demonstrieren) als sie in menschliche Zeitverständnisse einzuengen.

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Play that POKEY music

Nach Einladung von Melanie Fritsch konnte ich einen Beitrag zur Zeitschrift „Computer Games“ und deren Sonderausgabe „Game Sound“ beisteuern. In meinem Text geht es um frühe Programmable Sound Generators (PSGs, vulgo: Soundchips), ihre Anwendung in Computerspielen und die Sonizität des Computers selbst.

Stefan Höltgen
Play that Pokey Music: Computer Archeological Gaming  with Vintage Sound Chips
In: The Computer Games Journal
https://doi.org/10.1007/s40869-018-0068-5

Link: http://txt3.de/pokeymusic

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VCFB 2018 / 50 Jahre Computerdemos

Wieder einmal haben wir das Vintage Computing Festival Berlin erfolgreich hinter uns gebraucht. Am vergangenen Wochenende kamen 2600 Besucher, die die Ausstellungen, Vorträge, Workshops und die Kurztagung „50 Jahre Computerdemos“ sehen wollte. Die Vorträge, die im Rahmen der Ausstellung gehalten wurden, gibt es online auf dem Server des ccc. Die Vortragsvideos der Kurztagung werde in Kürze bearbeitet und dann auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht (und hier verlinkt).

Dr. Nikita Braguinski diskutiert die Demo „Waves 3 Ways“ in ihren Beziehungen zur Informationstheorie, Computergrafik- und Lyrik-Kunstgeschichte und vor dem Hintergrund seines Forschungsthemas zum Pseudozufall.

Sven Oliver Moll (svolli) stellt die Bang!-Demo für die Atari-VCS-Spielkonsole und die Programmiertricks darin vor. (Er füllt damit spontan einen Slot, der wegen Krankheit einer Referentin ansonsten hätte ausfallen müssen.)

Kai Scherrer „hebt die Amiga-Boing!-Demo auf die Hebebühne“ und stellt die Programmierung Schritt für Schritt am Code und der laufenden Demo vor.

Sven Oliver Moll tritt am Ende noch einmal auf, um seinen eigentlichen Vortrag über die Entwicklung der Demoscene an Hand konkreter Objekte zu halten.

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DaimoGraphien

Die Woche vor dem VCFB hat begonnen und damit der Orga-Stress. Am Freitag ist der Ausstelleraufbau, bis dahin müssen noch etliche Vorbereitungen für die Location, für meine eigene Ausstellung (wir stellen den MORE-Lerncomputer aus sowie einen gerade dafür fertig gewordenen Lochkartenleser) und für die diesjährige Kurztagung. Die wird sich des Themas Computerdemos annehmen und fünf Vorträge präsentieren, die die Geschichte, Technologie und Kultur von Computerdemos verhandeln. Ich selbst halte den Eröffnungsvortrag, in welchem ich die Demonstration als medien- und computerarchäologisches Argumentationsverfahren vorstelle.

Die Timeline, Vortragsabstracts, Zeit und Ort der Kurztagung finden sich auf der Webseite des VCFB. Der Eintritt ist natürlich wie immer frei. Hinterher wird es Videos der Vorträge auf YouTube geben.

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Der Film aus La Mancha

Heute ist meine Kritik zu Terry Gilliams aktuellem Film „The Man Who Killed Don Quixote“ auf Telepolis erschienen:

15 Jahre lang ging Terry Gilliam angeblich mit dem Stoff schwanger, bevor im Jahr 2000 die Produktion seines Don-Quixote-Films begann – des ersten Versuchs! Nach einer zermürbenden Geschichte voller Krankheiten, Verzögerungen und Rechtsstreitigkeiten ist sein Film nun fertig. Man sieht ihm die intensive Auseinandersetzung mit Cervantes‘ Vorlage ebenso an, wie die lange Zeit, die in seine Fertigstellung investiert wurde. „The Man who killed Don Quixote“ ist ein ebenso monumentales wie privates Werk – und vielleicht nach 403 Jahren eine würdige Fortsetzung des Roman-Zweiteilers.

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Lehre im Wintersemester

Im Wintersemester gebe ich wieder zwei Lehrveranstaltungen. Eine richtet sich an Studienanfänger im Bachelor-Studium (Modul 1: Einführung in die Medientheorien), die andere an Master-Studenten (Modul 2: Mediengeschichte). Das Besondere an diesem Seminar ist, dass es in mehreren Blöcken stattfindet und ich es im Frühjahr 2019 noch einmal an der University of Greenwich wiederholen werde.

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Präleminarien einer Computerspielwissenschaft

Morgen und übermorgen findet in Berlin das GameCamp statt (vormals „Researching Games Bar Camp“) – ein treffen internationaler Forscher aus dem Game Studies. Nachdem ich zusammen mit meinem Kollegen Jan dort vorletztes Jahr bereits unser Buch „Time To Play“ vorgestellt hatte, bin ich dieses Jahr auch wieder mit einem kurzen Vortrag dabei. Thema wird die Quintessenz aus meinem letztsemestrigen „Pong“-Seminar sein und der Versuch einen Ansatz für eine non-diskursive Computerspielforschung zu entwickeln.

Mit „Pong Studies –Re-Enactment as an analytical Tool“ soll die Frage nach einer möglichen Historiografisierung der Spiel-Unterflächen (also der Codes, Schaltungen und Formeln) aufgeworfen werden. Das hierzu nachprogrammierte „Pong“-Spiel für den C64 bietet verschiedene Möglichkeiten in sonst „unerkannte“ Bereiche von Computerspielen hinein zu blicken und historischen Praktiken der Programmierung live nachzuvollziehen. Im Vortrag sollen vor allem die diversen Zeitschichten des Spiels vor- und einer allzu anthropomorphen Computerspiel-Geschichtsschreibung gegenüber gestellt werden.

Nach dem Vortrag soll das Thema zu einem Beitrag ausgebaut werden, in dem ich unterschiedliche Implementierungen (Papier, Mechanik, TTL, LSI, Software) von „Pong“ in ihren spezifischen Zeichensystemen techniknah einander gegenüberstelle. Dies soll einen ersten Ansatz für die Entwicklung einer „Game Science“ darstellen, den ich in einer Vorlesung im Sommersemester 2019 weiter ausformulieren werde.

Die morgige Präsentation wird zu einem Teil in der von mir verwendeten modernen Entwicklungsumgebung vorgestellt, dann aber auch auf „historischer“ Originalhardware vollzogen. Hierzu schleppe ich einen SX-64 mit SD2IEC-Modul mit auf das BarCamp.

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Video Genie as a Radio Star

Nachdem ich gestern in der „TRS-80 Model 1“-Facebook-Gruppe auf das BASIC-Programm „Jukebox“ aufmerksam gemacht worden bin, habe ich selbiges heute Morgen an meinem Video Genie II getestet. Das BASIC-Programm (s.u.) erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld (wie alle Operationen im Computer), das auf einem in der Nähe stehenden Radio „gestaltförmige“ Ausgaben produziert – hier ein Song von Simon & Garfunkel, dessen Titel angesichts der Tatsache, dass das Lied auf einem stummen (Soundchip-losen) Computer läuft – doppeldeutig ist: „Sounds of Silence“

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10 REPEAT:UNTIL 1=2

Im vergangenen Jahr habe ich einen Vortrag auf der Tagung „End/Zeit. Das Apokalyptische zwischen Politik, Prognose und Technologie“ gehalten, in dem ich „Die Unendlichkeit des Computing als Apokalypse der Computation“ vorgeführt habe. Der Sammelband mit diesem und anderen Beiträgen der Tagung ist jetzt in der edition mono/monochrom erschienen.

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It’s MORE fun to compute

Am Samstag Abend bin ich zusammen mit Marius Groth im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum zu Gast. Wir beteiligen uns dort an der Langen Nacht der Museen mit zwei Workshops: Basteln mit historischen Elektronik-Baukästen und Programmieren mit dem Commodore 64.

Ein anderes Ziel unserer Reise ist die Analyse des MORE-Systems, das sich im HNF befindet. Wir wollen es auf Funktionalität testen und es gegebenenfalls wieder in Gang bringen. Darüber hinaus leihen wir uns den zugehörigen Lochkartenleser und die vorhandenen Lochkarten aus, um für unseren MORE im Signallabor eine ähnliche Ergänzung vorzunehmen und die Lochkarten mit den Lehrprogrammen zu kopieren. Das Ergebnis dieser Bemühungen wird auf dem diesjährigen VCFB ausgestellt.

Hier kann man sich über die anderen Veranstaltungen im HNF zur Langen Nacht der Museum informieren:

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The Return of Castle Wolfenstein

Update: Gestern Abend lief die Ausgabe der Tagesthemen (s.u.), in der ein kurzes Statement von mir aus dem etwa halbstündigen Interview zu sehen war.

Screenshot aus der Sendung

Aus aktuellem Anlass bin ich gestern von einem Kamera-Team des RBB im Signallabor besucht worden. Ich habe dort etwas über das Problem der Nicht-Darstellbarkeit von verfassungsfeindlichen Symbolen in Computerspielen erzählt. Auszüge des Interviews werden heute Abend in den Tagesthemen zu sehen sein.

Foto von den Dreharbeiten (Kaspar Dornfeld)

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Micro Kids speak digital.

Click here for the full video.

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… for high frequencies.

Das Ende des Semesters naht und damit auch der Abschluss meiner Seminare „Pong Studies“ und des 6502-Assembler-Projektes, in welchem ebenfalls ein „Pong“ für den C64 programmiert wurde. Um die Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren, veranstalte ich wieder einen GAME CIRCUIT. Die 22. Folge beschäftigt sich mit „Pong“ aus vielen Perspektiven. Neben den Projektpräsentationen wird es den TTL-Nachbau der Original-Pong-Platine und einen Vortrag ihres Erbauers (Wolfgang Nake) geben. Außerdem stellen wir skurrile Pong-Clone for, packen die „Magnavox Odyssey“ noch einmal aus und veranstalten eine „Pong-Meisterschaft“ (sozusagen als Ersatz der ausgefallenen Fußball-Finals mit Beteiligung der deutschen Mannschaft).

Der GAME CIRCUIT findet am 20.07. ab 17:00 Uhr wie immer im Signallabor statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

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Von der Didaktik eingeholt

Nun ist auch der letzte Vortrag der letztjährigen Kurztagung „Kids & Codes“ online: Rolf-Dieter Klein spricht über die didaktischen Konzepte seines in den 1980er-Jahren entwickelten NDR-Klein-Computers:

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Der sogenannte Computer

Am 29. und 30. Juni findet an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das 11. „Theorieforum“ der Theorie-AG der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft statt. Das Thema der fortlaufenden Veranstaltung lautet in diesem Jahr: „Medienbildung zwischen Subjektivität und Kollektivität im Kontext des Digitalen„. Ich habe mich für einen Vortrag beworben, der das Veranstaltungsthema ein wenig dialektisch wendet, und bin angenommen worden:

Zeit: Samstag, 30.06.2018, 9:30-15:00 Uhr
Ort: Senatssaal der Otto-von-Guericke-Universität, Gebäude 05, Raum 205, Universitätsplatz 2, 39104 Magdeburg

Der sogenannte Computer. Zum Problem des Kollektivums der Digitalisierung

Abstract:

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Kunst, Code und Menschen

Auf IASL ist heute meine Rezension zu Doreen Hartmanns Buch „Digital Art Natives“ erschienen. Die Autorin wird übrigens im Oktober auf der Kurztagung „50 Jahre Computerdemos“ vortragen.

Edit: Die Rezension ist nun auch auf der Webseite des Magazins Paidia gespiegelt.

Doreen Hartmann: Digital Art Natives. Praktiken, Artefakte und Strukturen der Computer-Demoszene. Berlin: Kadmos 2017. 345 S. Broschiert. EUR (D) 34,80.
ISBN: 978-3-86599-343-4.

Infos | Amazon

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Wissens/Apa/Repa/raturen

Soeben ist der Sammelband „Kulturen des Reparierens“ erschienen, zu dem Marius Groth und ich einen Beitrag über die Reparatur des Sol-20 beigesteuert haben. Hervorgegangen ist der Band aus dem gleichnamigen Workshop, der Anfang 2017 in Wuppertal stattfand.

Stefan Krebs / Gabriele Schabacher / Heike Weber (Hg.):
Kulturen des Reparierens
Dinge – Wissen – Praktiken
Bielefeld: transcript 2018
410 Seiten (Paperback)
ISBN: 978-3-8376-3860-8

Das Buch ist sowohl auf Papier erhältlich als auch als Open-Access-PDF!

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Some RANDOM post

Soeben ist der dritte Band der von mir im Projektverlag mit-herausgegebenen Reihe „Computerarchäologie“ erschienen: Nikita Braguinskis Dissertation „RANDOM. Die Archäologie elektronischer Spielzeugklänge“. Ich habe das Buch redaktionell betreut und freue mich, dass wir es endlich der Öffentlichkeit präsentieren können.

Dies geschieht unter anderem im Rahmen einer öffentlichen Lesung im Rahmen eines „Game Circuit“ am 20.04. ab 17 Uhr im Signallabor. Dort wird Nikita dann Auszüge aus seinem Buch lesen und mit den Anwesenden diskutieren. Wie üblich wird es aber auch einen hands-on-Teil geben, in dem die Spiele, Objekte und Programme, die in „RANDOM“ analysiert werden, ausprobiert und gespielt werden können.

Die Bücher der Reihe – und natürlich auch Band 3 – werden ebenfalls in ausreichender Menge vorhanden sein und können dort erworben werden.

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MORE Blue Velvet

Morgen und Übermorgen findet an unserem Institut die Tagung „Aktualisierung kybernetischen Denkens“ statt. Anlass ist die Übernahme des „Erbes“ des „Instituts für Kybernetik“ aus Paderborn. Von dort hatten wir letztes Jahr umfangreiche Bestände an Büchern, Handschriften, Bildern, Objekten usw. nach Berlin gebracht. Diese sollen die Grundlage für ein umfangreicheres Forschungsprojekt bilden, das zwischen der hiesigen Medienwissenschaft, Informatik, Pädagogik und Instituten der TU-Berlin angesiedelt ist.

Zu den übernommenen Objekten gehört auch ein Lerncomputer, der Anfang der 1970er-Jahre am „Institut für Kybernetik“ als entwickelt und im Buch „Rechnerkunde“ [Frank/Meyer 1972] beschrieben wurde. Diese MORE (Modellrechner) benannte System war ursprünglich als Slave-System (I/O und Lochkartenleser) für den Anschluss an einen Nixdorf N 820 konzipiert worden. Auf diesem sollte eine „Simulation“ von bis zu 63 MORE laufen [97]. Ob und wie viele dieser Systeme tatsächlich gebaut wurden, ist mir nicht bekannt. Gesehen habe ich allerdings zwei Geräte, die die Aufschrift „autonomes MORE-Demonstrationsgerät mit Lochkartenleser“ trugen – und von diesen befindet sich nun einer in unserem Besitz, das ich im folgenden vorstelle:

Namensschild unseres MORE-Gerätes

 

 

 

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Pong Studies

Für mein Seminar zum elektronischen Spiel „Pong“ im kommenden Semester plane ich die Seminargruppe in 10 Arbeitsgruppen aufzuteilen, von denen jede eine spezifische Frage und Implementierung von „Pong“ über das Semester hin bearbeiten soll. Dazu zählen zum Beispiel das „Reverse Engineering“ eines selbst gebauten DDR-Homepong, die Frage, wie der „Soccer for Five“-Glitch zustande kommt (hierzu soll ein AY-3-8500-IC erstmals „geöffnet“ und mikrofotografiert werden) und auch die Erklärung der Sound-Effekte sowie des Vertikal-Dekoders (der für den Abprall-Winkel des Balls vom Schläger zuständig ist) des Original-Spiels.

Bei letzterem hat sich mir natürlich die Frage gestellt, woher ich eine Original-Pong-Platine bekommen könnte. Die Antwort lag vergleichsweise nahe (nämlich in Halle a.S.): Wolfgang Nake hat das Atari-Board selbst nachgebaut und zwar nicht nur auf einer Platine, sonder auf mehreren (wobei er den Bus gleich als Flachbandleitung realisiert hat, an den man die funktionalen Einheiten des Spiels in Form von Europlatinen steckt. Zudem hat er ein paar „analytische Gimmick“ eingebaut – insbesondere zur Kontrolle der vertikalen und horizontalen Bildsignal-Generierung. Dieses nachgebaute Pong bekomme ich für mein Seminar ausgeliehen und haben den Entwickler zum Semesterende für einen Vortrag zum Game Circuit #22 eingeladen. Dort werde auch die Studentenprojekte ausgestellt: die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sowie zwei selbst programmierte Pongs – eines in BBC BASIC und eines in 6510-Assembler für den C64

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