SimulationsRaum Rotating Header Image

»Wir waren Lehrer, keine Unternehmer«

basic_200px

Ein Interview mit dem Erfinder von BASIC*

Thomas E. Kurtz und sein 1992 verstorbener Kollege John G. Kemeny haben 1964 die Programmiersprache BASIC am US­-amerikanischen Dartmouth­-College aus der Taufe gehoben. Ziel war es, auch Nicht-Informatikern den Zugang zum Computer als Programmierwerkzeug zu ermöglichen. Über Jahre hinweg entwickelten sie ihre Sprache wei­ter, lehrten Generationen von Studenten Programmieren. Seine wah­re Breitenwirksamkeit bekam BASIC jedoch erst mit dem Auftauchen der Mikrocomputer Mitte der 1970er-­Jahre. Stefan Höltgen sprach mit Thomas E. Kurtz anlässlich des anstehenden 50. Geburtstags sei­ner Erfindung über die Anfänge, die Besonderheiten und seine Sicht auf das Homecomputerzeitalter sowie die Zukunft von BASIC.

(mehr …)

Zwei hoch n

In der aktuellen Ausgabe der RETURN rufe ich G. W. Leibniz in Erinnerung, der als Begründer der Dualzahlenarithmetik gilt. 2016 ist bekanntlich Leibniz‘ 300. Todestag. Zu diesem Anlass finden zahlreiche Veranstaltungen statt – unter anderem die Reihe „Basis Zwei“ in Hannover. Dorthin bin ich nun eingeladen worden, um über Computerarchäologie, das VCFB und die Implementierung von „Leibniz mit Schaltern“ zu sprechen. Mein Vortrag findet statt:

24.11.16 | 19.30 | Technik-Salon
Patentlesesaal der Technischen Informationsbibliothek
Welfengarten 1b | 30167 Hannover
Eintritt: 6€ / 3€

Informationen zur Reihe gibt es auf dieser Webseite; Informationen zu meinem Vortrag hier.

Hochzwei

Wer gesehen wird, hat schon verloren

Der neue Dokumentarfilm „Krieg & Spiele“ versucht die Beziehungen zwischen Drohnentechnologie, Robotik, KI und Computerspielen zu zeigen

Was haben ein DDR-Modellflugzeug-Enthusiast, eine israelische Firma für unbemannte Fluggeräte, ein Chip mit Nanodraht-Synapsen und das Computerspiel „Call of Duty: Black Ops II“ miteinander zu tun? Fast nichts? Richtig. Diese Technologie-Themen dennoch in einen intimen Zusammenhang miteinander zu bringen, schickt sich der neue Dokumentarfilm „Krieg & Spiele“ von Katrin Jurschick an.

mehr: Telepolis

C65 und ZX-82

Zu der unten bereits genannten Spende gehört auch eine Erweiterungsmodule für den Commodore 64 und ein stark modifizierter ZX-81. Die Artefakte zeigen deutlich, wie groß der Erweiterungswille und die Erweiterungsmöglichkeiten für Homecomputer gewesen sind, um sie beispielsweise besser zum Programmieren oder für Medienzwecke einsetzen zu können.

Zunächst die Kartensammlung für den C64:

IMG_8966

Erweiterungen für den C64 (von oben links nach unten rechts): unbek. ROM-Platine, AD-Wandler/Logikanalysator, Binär-LED-Ausgabe, Multimess-Modul, unbek. Modul (Audio/Video-Input?), diverse ROM-Platinen, C64-Bremse, Batterie-gepufferte Echtzeituhr, „Structured BASIC“, „Super Expander“ (BASIC-Erweiterung), „COMAL“, „Hyper-BASIC V. II“, CP/M-Erweiterung mit Parallelschnittstelle, Z80-Modul, 3810-Datenrecorder

IMG_8967

Startbildschirm mit „Hyper-BASIC V. II“

IMG_8968

Startbildschirm mit „Structured BASIC“

IMG_8969

Startbildschirm mit „Super Expander“ (der augenscheinlich erst mal nur 8 Kilobyte RAM verbraucht)

Der ZX-81 mutet schon von seinem erhöhten Aufbau stark modifiziert an. Grund dafür ist sowohl ein seitlich angebrachter Port für die Erweiterungstastatur (an der Stelle der Originaltastatur befindet sich ein Aufkleber mit dem Tastenfeld) sowie eine um ihr Gehäuse „beraubte“ 16-KB-Speicherweiterung von Sinclair. Alle Komponenten funktionieren einwandfrei:

IMG_8972 IMG_8973 IMG_8974 IMG_8975 IMG_8976

Time To Play … again

Heute hat mich der Verleger Werner Hülsbusch darüber informiert, dass die erste Auflage des von Jan Claas van Treeck und mir im Frühjahr im vwh-Verlag herausgegebenen Sammelbandes „Time To Play“ vergriffen ist und nun eine zweite Auflage in Druck geht.

Time_to_Play-3d

Looks like a melody

In Ergänzung zu Torsten Othmers und meiner Aufstellung soundproduzierender/-emittierender Computerperipherie hier eine besonders trickreiche Variante: Mit Hilfe des Grafikprozessors einiger Computer ist es möglich, Tonausgaben zu realisieren. Sicht- und Hörbar ist dies auf dem C64 (VIC-2):

… und dem Amiga:

 

Z1013

Eine Spende aus dem Nachlass eines Commodore-Sammlers: Ein Z1013 von Robotron. Das ist einer der bekanntesten Selbstbaucomputer der DDR. Ich habe ihn mit Schutzverpackung und einiger Peripherie bekommen. Getestet habe ich ihn noch nicht.

IMG_8929

Time Invaders – mitgeschnitten

Ich hatte ja schon befürchtet, mein Vortrag auf dem letzten VCFB zu „Space Invaders“ sei im Digitalfilm-Nirvana verschwunden. Es hat ihn wohl aber doch jemand gefilmt:

Return to Fractalus

Nächstes (oder übernächstes) Semester gebe ich ein Seminar zur Geschichte, Theorie und Implementierung von Fraktalen auf Computern. In diesem Zusammenhang wurde ich heute auf eine Sammlung extrem kleiner Mandelbrot-Fraktal-Programme aufmerksam gemacht. Darunter befindet sich nicht nur ein 64 Byte großer Algorithmus in Assembler, sondern auch ein Apfelmännchen-förmiges Fraktal-Programm in C.

FraCtal

RESUME in der Lotek64

Heute ist die neue Ausgabe des Online-Magazins LOTEK64 (Nr. 53, Juli 2016) erschienen, in der sich auch eine Rezension zu „RESUME“ (dort auf Seite 14) befindet. Das Magazin kann von der Webseite als PDF heruntergeladen werden.

Das Internet der Digda

Amoralische Agenten, die Ausstülpung des Cyberspace und die Kontroverse um „Pokémon Go“

von Stefan Höltgen und Jan Claas van Treeck

Die Spieler lieben es; die Museumskuratoren hassen es: Pokémon Go. Täglich prasseln neue Nachrichten zum Spiel, das die Gamer endlich wieder vor die Haustür führt, auf die Leser von sozialen Netzwerke und Newsseiten ein. Der Tenor ist jedoch selten gewogen: Das Spiel(en) berge ein Unfall- und Verletzungsrisiko, führe zu Belästigungen und Hausfriedensbrüchen und „entweihe“ Orte, an denen Computerspiele(r) nichts zu suchen habe. Stefan Höltgen und Jan Claas van Treeck, beide Medienwissenschaftler aus Berlin, versuchen die medienepistemologische Brisanz hinter dem Hype freizulegen.

mehr: Telepolis

Ein Pokémon im Signallabor

Open (the) Architectures!

In letzter Sekunde wurde ich dankenswerterweise von meinem Kollegen Nikita Braguinski auf einen Call for Applications für die Konferenz „Object Lessons and Nature Tables: Research Collaborations Between Historians of Science and University Museums“ am 23.09.2016 an der University of Reading (England) hingewiesen. Kurzerhand habe ich mich mit einem Hands-on-Vortrag beworben, der angenommen wurde.

Das Abstract:

(mehr …)

Schwäbische Aliens: Die Wiederkehr

Auf Telepolis ist heute meine Kritik zu Roland Emmerichs „Independence Day: Wiederkehr“ erschienen:

Nach seinem Ausflug in die Welt ernsthafter Sujets („Anonymous“, „White House Down“, „Stonewall“) besinnt sich Roland Emmerich wieder seiner Wurzeln und dreht einen weitere Weltuntergangs-Science-Fiction. Und auch wenn „Independence Day: Wiederkehr“ als Erzählung eher dürftig daher kommt und ideologischer wieder „amerikanischer als amerikanisch“ auftritt, schreibt Emmerich damit in seinem Kern (s)ein Projekt der europäischen Ästhetik-Tradition weiter.

mehr: Telepolis

Game Circuit #16: Hands on C=64

gc16

Schiffe (ver)raten

Im November 2011 entstand im Rahmen meines BA-Seminars „It’s more fun to compute!“ neben dem hier bereits mehrfach erwähnten „Tennis für Drei“ auch ein Spiel für Digitalcomputer: Eine einfache Schiffe-Versenken-Variante, die ich zusammen mit den Studierenden des Kurses sukzessive aus einem Algorithmus für „Zahlenraten“ entwickelt habe. Die Idee dahinter war, das Raten eines Punktes (einer Zahl) auf einer Linie (dem eindimensionalen Zahlenstrahl der natürlichen Zahlen im Intervall N[0,100]) auf eine zweidimensionale Fläche auszudehnen. Der Punkt wird darauf mit zwei Koordinaten lokalisiert.

schiffe-versenken.bas

Der unten aufgeführte Codes ist in der Sprache Chipmunk-BASIC formuliert. Eine Erweiterung hätte noch den Gegenzug des Computers, weitere zu treffende Objekte usw. berücksichtigen sollen. Insbesondere für den ersten Punkt wurde im Kurs bereits der Algorithmus für eine Heuristik des Zahlenratens (eine Rate-KI) formuliert, der auf sukzessive Neueingrenzung des Rate-Intervalls mittels divide and conquer basiert.

(mehr …)

VCFB … anmelden!

Wie jedes Jahr findet auch 2016 wieder das „Vintage Computing Festival Berlin“ (VCFB) statt, die mutmaßlich die größte Ausstellung lauffähiger historischer Computer Europas ist. Die Teilnahme am VCFB ist für das Publikum, die Aussteller/Referenten/Workshop-Organisatoren vollständig kostenlos.

(mehr …)

Keyboards

Gestern habe ich RESUME im OCM vorgestellt und dabei einen computerarchäologischen Rundgang durch das Museum geleitet. Das Thema waren Tastaturen.

Typing tokens @ VIC-20 (Foto: Thiemo Eddiks)

Typing tokens @ VIC-20 (Foto: Thiemo Eddiks)

 

Terminal an der PDP-8 (Foto: Thiemo Eddiks)

Terminal an der PDP-8 (Foto: Thiemo Eddiks)

Buchvorstellung im OCM

Am kommenden Dienstag (21.06.) stelle ich im Oldenburger Computer-Museum mein Buch „RESUME – Hands-on Retrocomputing„, das ja zugleich der Katalog des Museums ist, vor. Nach der Vorstellung gebe ich als Kostprobe eine Führung durch das Museum als archäologische Unterwanderung der Homecomputer-Geschichte. Das Thema dafür wird „Tastaturen“ sein.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Weitere Informationen gibt es auf meiner Facebookseite.

HC – Mein Heim-Computer

In den vergangenen Monaten habe ich sämtliche (36) Ausgaben der Zeitschrift „HC – Mein Home-Computer“, die zwischen November 1983 und Oktober 1986 im Vogel-Verlag erschienen ist, gescannt. Die „HC“ ist ein exzellentes Beispiel für eine Computer-Zeitschrift, die das Programmieren und Basteln ins Zentrum gestellt hat, ohne dabei allzu technisch und „nerdig“ zu sein.

HC-komplett(Bildquelle: Kultboy)

Die Hefte habe ich für den Scan gekauft und an der Pfalz zerschnitten, damit ich sie in den Einzelblatt-Einzug des Scanners bekommen habe. Automatisch ging das aufgrund des dünnen und glatten Papiers dann leider doch nicht, so dass ich immer daneben stehen musste, um Papierstau zu verhindern. Die aufgeschnittenen Hefte werde ich in Kürze in die Buchbinderrei geben und mir daraus 3 Jahrgangsbände (1983&1986, 1984, 1985)herstellen lassen.*

Das von mir erstellte Archiv mit PDFs (300 dpi, farbig), kann nun – mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers – komplett unter diesem Link (Achtung: 3,3 GB große ZIP-Datei!) geladen werden.

* Mir fehlt leider noch die Ausgabe 12/1984. Wer diese hat und mir überlassen möchte (vielleicht als Dankeschön für meinen Scan oder gern auch zum Kaufen), kann mir eine Mail schreiben oder hier antworten. Ich würde mich sehr freuen!

Les Chants Magnétiques

Morgen ist in Berlin die „8. Lange Nacht der Wissenschaften„. Wir beteiligen uns mit dem Thema „Medien-Magnetismus“ im Medienarchäologischen Fundus daran. Dort führen wir einige epistemologische Beziehungen zwischen technischen Medien und (Elektro)Magnetismus in Vorträgen und Experimenten vor. Besondere Berücksichtigung finden dabei magnetische Speicher. Hierzu haben wir neben einer kleinen Genealogie magnetischer Speicher einen Ringkern-Speicher als Arduino-Shield aufgebaut, bei dem wir die Speicherereignisse mittels Ferrofluid vor Augen führen.

IMG_5140

Die Veranstaltung findet zwischen 17 und 24 Uhr im Medienarchäologischen Fundus (Kupfergraben 5, Berlin-Mitte) statt. Der Eintritt zu unserer Ausstellung ist kostenlos.