Der langen Rede kurzer Sinn

Auf Literaturkritik.de ist heute meine Rezension zum Sammelband „Kurz & knapp. Zur Mediengeschichte kleiner Formen vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ erschienen.

Eine Mediengeschichte kann mithin nicht bloß eine Geschichte der Medieninhalte sein. Erzählverfahren, Text-Bild-Konstellationen und Wissenskondensationen (alle drei Abgrenzungsmotive des Bands) bilden zwar eine vortreffliche Grundlage für eine Epistemologie textueller Formen, dürfen aber Medientechnologien nicht ignorieren, die ja stets als Mitautoren auftreten und deren technologischer Rahmen dasjenige formatiert, was mit ihnen geschrieben und gesagt werden kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Twitter-Netzwerk, dessen Verknappung sich zwar historisch aus der Genealogie der Funktelefonie erklären lässt, was aber noch nicht erklärt, warum die Länge der möglichen Nachrichten erst kürzlich verdoppelt wurde. Immerhin produziert diese künstliche Ressourcen-Verknappung als Maßgabe für kreative Selbstbeschränkung seit Donald Trump politische Rhetoriken, die noch vor kurzem unvorstellbar gewesen sind. Die Algorithmen und Protokolle hinter den Tweets regieren mit – ein wichtiger Grund, sie als eigene Kurzformen ins Auge zu fassen.

Link: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=23919

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Logik, Informations- und Speichertheorie

Von einem Rezensenten habe ich bereits vor ein paar Tagen erfahren, dass das von mir herausgegebene Buch „Medientechnisches Wissen Band 1: Logik, Informations- und Speichertheorie“ mittlerweile im Buchhandel erhältlich ist. Heute habe ich nun meine Belegexemplare bekommen und freue mich sehr, dass die erste Etappe absolviert ist.

Die feierliche Buchvorstellung findet nächsten Mittwoch im Rahmen des Kolloquiums „Medien, die wir meinen“ statt.

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Little Data & Medientechnisches Wissen

Am Mittwoch, 29.11. halte ich im Rahmen des Kolloquiums „Medien, die wir meinen“ einen Vortrag über fraktale Bildkompression.

Little Data. Fraktale Bildkompression: Von einer netzhistorischen Miszelle zum medienstrukturellen Bruch

 

In der Frühphase des Internets für Privathaushalte, in der die Nutzer über analoge Telefonanschlüsse, gerüstet mit Modem-Übertragungsraten von bestenfalls 56 kBit/Sekunde, ihre Computer online brachten, war Zeit ein kostbares Gut: Insbesondere, wenn Multimedia-Inhalte (zumeist farbige Bilder) über das Netz herunter geladen werden sollten, wurde es schnell teuer, denn große Datenmengen verursachten lange Ladezeiten und damit hohe Telefonosten. Die Frage war also, wie sich solche Datenmengen verkleinern ließen, ohne auf Multimedia-Inhalte verzichten zu müssen. Das 1988 von Michael Barnsley und 1988 Alan Sloan entwickelte Verfahren der fraktalen Bildkompression reüssierte in diesem Zeitraum (Mitte bin Ende der 1990er-Jahre) zusammen mit anderen Anwendungsfällen der Fraktaltheorie in Medizin, Technik und Ökologie und erwies sich als für das Problem praktikable Lösung. Anders als zeitgenössische verlustbehaftete (GIF, JPG) oder verlustfreie (PNG, BMP) Bild-Kompressionsverfahren lässt sich fraktale Bildkompression (FIF) als „zerstörerische Kompression“ bezeichnen, denn sie beruht auf einer prozeduralen Bildneuerstellung und ähnelt daher Wavelets oder Ideen wie der „kontinuierlichen Digitaltechnik“ (Völz). Dass sie mit der Verbreitung von DSL wieder verschwand, macht sie zu einem interessanten medienempistemischen Ding, denn sie zeigt auch, wie sich das Denken über und der Wert von Daten verändert hat. Im Vortrag soll, nachdem eine kurze Einführung in die Theorie der Fraktale (Dimension, Selbstähnlichkeit, Iteration) rekapituliert wird, das Verfahren (affine Abbildung) vorgestellt und in einem Experiment vorgeführt werden. Der von Klaus Mainzer 2015 formulierte Widerstreit zwischen Daten- und Theorie-geleiteter Forschung soll in einer medienepistemoloigschen Betrachtung – und am Beispiel von fraktaler Bildkompression – als ein Strukturelement von Medienwissenschaft aufgehoben werden.

Im Anschluss an den Vortrag findet die feierliche Vorstellung des ersten Bandes der von mir herausgegebenen Lehrbuchreihe „Medientechnisches Wissen“ statt.

Wo: Pergamon-Palais, Georgenstraße 47, Medientheater (Raum 0.01)
Wann: Mittwoch, 29.11.2017, 18:00-20:00 Uhr

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Medientechnisches Wissen

Vor zwei Jahren habe ich eine Initiative für ein mehrbändiges Lehrbuchprojekt gestartet. Darin sollen für Studenten der Medienwissenschaft Kenntnisse aus verschiedenen Natur-, Formal- und Ingenieurswissenschaften aufbereitet werden, die für das technische Verständnis von Medien unerlässlich sind. Die Einführungen sollen von Fachleuten aus ihrem Arbeitsgebiet verfasst werde, mit Bezug auf konkrete Medientechnologien und auf einem Niveau, dass es Studienanfängern von Medien-, Geistes- und Kulturwissenschaften ermöglicht, die Inhalte nachzuvollziehen. Neben der fachlichen Information soll dabei auch eine Lesekompetenz für jene Textsorten vermittelt werden, die es ermöglicht, im Studium kompetent über den Tellerrand einer rein diskursiv argumentierenden Medienwissenschaft hinaus zu sehen.

Nach einigen Vorbereitungen, Suche nach geeigneten Themen und Autoren und natürlich einem Verlag ist nun der erste Band der Reihe „Medientechnisches Wissen“ im DeGruyter-Verlag in Druck gegangen und wir Mitte November erscheinen. Hinzu sollen drei weitere Bände (einer pro Jahr) kommen, die dann die folgenden Themen vorstellen:

Band 1 (2017): Logik (S. Höltgen), Informations- und Speichertheorie (H. Völz)
Band 2 (2018): Kybernetik (T. Fischer), Informatik (T. Schöler) und Programmierpraxis (J.Maibaum, S. Höltgen)
Band 3 (2019): Mathematik (B. Ulmann), Physik (M. Wendt), Chemie (I. Klöppel)
Band 4 (2020): Fach-Archäologie (G. Nockemann), Elektronik (H. Westphal) und Computerbau (M. Keller)

Im ersten Band stellt Prof. Dr. Wolfgang Ernst zunächst die Relevanz einer technisch informierten Medienwissenschaft dar. Im ersten Kapitel stelle ich die Logik, ausgehend von der philosophischen Aussagenlogik über die Boole’sche Arithmetik bis zur Schaltalgebra und der Implementierten Logik in Maschinensprachen vor. Im darauf folgenden zweiten Doppel-Kapitel kombiniert Prof. Dr. Horst Völz die Speichertheorie mit der Informationstheorie.

Informationen über die Bände gibt es natürlich beim Verlag und zu gegebenen Zeiten auch hier im Blog.

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Musik aus geordneten Geräuschen

Die Band Tangerine Dream zählt zu den einflussreichsten musikalischen Projekten der elektronischen Musik – weltweit. Ihre nunmehr fast 50-jährige Geschichte wurde wesentlich von ihrem 2015 verstorbenen Mitgründer Edgar Froese mitgeschrieben. Die Filmemacherin Margarete Kreuzer widmet Froese und Tangerine Dream nun einen Dokumentarfilm, in dem sie historisches Material präsentiert, Zeitgenossen zu Wort kommen lässt – und als „Komponistin im Hintergrund“ die Geschichte des Projektes zu interpretieren versucht

Mehr: Telepolis

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End/Zeit/Geschichte/n des Computers. Das Telos des Rechners und die Unendlichkeit des Rechnens

Am 23. September findet im Rahmen des paraflows-Festivals das Symposium „End/Zeit. Das Apokalyptische zwischen Politik, Prognose und Technologie“ statt – mitorganisiert von Thomas Ballhausen und Judith Schößbeck (einer Ex-Post-Apokalpytikerin). Dazu steuere ich einen Vortrag mit dem Titel „End/Zeit/Geschichte/n des Computers. Das Telos des Rechners und die Unendlichkeit des Rechnens“ bei, in dem ich zwei Zeitfiguren des Computers einander gegenüberstelle: die beständige externe „Drohung“ der Endlichkeit (z.B. der Schrumpfung) und die immerwährende innere „Drohung“ der Unendlichkeit des Rechnens (etwa in Form des Halteproblems):

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Bild(un)schärfen

Just ist die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „RETURN“ erschienen, zu ich dieses mal neben meiner Kolumne „Old Bits“ eine Buch-Rezension beigesteuert habe.

Während es in der Kolumne um die Frage der Unterscheidung zwischen Computer- und Videospiel geht (die, wie immer, auch eine Frage des Abstands des Fragenden zum Befragten ist), bespreche ich direkt im Anschluss den Bildband „8-Bit“, der schon vor einiger Zeit von Stephan Günzel herausgegeben wurde. Darin werden großformatig Screenshots von Spielen der „8-Bit-Ära“ in für diese Art Publikationen gewohnter hoher Qualität und Schärfe dargeboten. Gerade diese Schärfe nehme ich zum Anlass die kunstwissenschaftliche Agenda des Bandes dem technischen Dispositiv der Videoprozessoren und -monitore solcher Spielsysteme gegenüber zu stellen. Kolumne und Besprechung gehen thematisch also Hand in Hand.

Die RETURN kann über den Zeitschriftenhandel oder die Homepage des Verlags bezogen werden.

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Computerspiele (Computer(Spiele))

Gestern ist mein Beitrag über „Computer und Computerspiele in Computerspielen“ in der Zeitschrift PAIDA erschienen und kann dort als HTML oder PDF abgerufen werden. Der Text ist die Verschriftlichung meines Vortrags vom vorletzten Game Circuit und untersucht die verschiedenen Eskalationsstufen der spielerischen Selbstreferenz von Computern, wobei sowohl der Computer- als auch der Spielbegriff zusehends abstrakter gefasst werden. Kulminationspunkt ist der spielerische Umgang mit dem Computer beim Programmieren von Spielen.

 

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This Voice Console is a Must!

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Spielen auf kleinstem RA(u)M

Was in der Frühzeit der Computerspiele noch reine Not war, wurde später zu einer Tugend und mehr noch zu einem Sport: Spiele mit möglichst wenig Speicherverbrauch zu programmieren. Dabei standen und stehen kreative Ausnutzung der Plattform-Möglichkeiten und trickreiche Algorithmen im Spannungsverhältnis zum Anspruch ein ansprechendes Spiel zu gestalten. Im Game Circuit stellen wir ältere und jüngere Spielefür historische Computer vor, die nach dieser Vorgabe entstanden sind. Die Bandbreite reicht von wenige Byte großen „Pong“, das allein im RAM-Speicher der Atari VCS (also ohne Steckmodul!) läuft, bis zum PC-3D-Shooter im zweistelligen Kilobyte-Bereich.

Die Einführung wird dieses Mal Christian Keichel bestreiten, der sein neues Buch „Stark Verpixelt“ vorstellt und über die Entwickler-Szene der frühen ZX-81-Spiele (die mit 1, bestenfalls 16 Kilobyte Speicher funktionieren mussten) berichtet.

Die Veranstaltung ist wie immer öffentlich und der Eintritt ist frei.

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The Analog Future of Computing

Bernd Ulmann schreibt im DeGruyter-Blog unter dem Titel „Why Algorithms such und Analog Computers are the Future„, warum es Zeit ist, sich wieder dem Analogcomputer zuzuwenden:

These machines could offer higher computational power than today’s supercomputers at comparable energy consumption or could be used in areas where only tiny amounts of energy are available, like implanted controllers in medicine and other embedded systems.

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Lehre im Wintersemester 2017/2018

Im Wintersemester gebe ich folgende Lehrveranstaltungen:

LVs Wintersemester 2017/2018

Seminar: ∆s. Wege und Orte in Medien. Eine technische Dramaturgie der Signale (MA, Modul 4), Fr. 12-14 Uhr: Signallabor

Medien sind Apparate zum Speichern, Verarbeiten und Übertragen von Informationen. Gerade diese letzte Medienfunktion hat einen großen Interpretationsspielraum eröffnet, den wir im Seminar auf technische Informationsübertragung einengen wollen. Denn selbst hier existiert eine enorme Vielfalt von Technologien und Strukturen, die sich an/in/um Medienapparate(n) entwickelt hat. Wege und Orte von Signalen beschreiben einen Raum, der jenseits unserer Erfahrungswelt liegt und oft nur mit technomathematischen Methoden adäquat beschreibbar ist. Das Thema lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten: historisch als Entwicklungen und Ausdifferenzierungen von Techniken der Signalübertragung und systematisch als Beschreibung unterschiedlicher Qualitäten wie Topologien, Dimensionalität, Temporalität, Komplexität usw. Im Kurs wollen wir uns Übertragungstechnologien von diesen beiden Sichtweisen aus nähern und Apparate dabei als Dramaturgen von Signaltransportprozessen zwischen Sendern und Empfängern (welche beide sowohl Menschen als auch Maschinen sein können) interpretieren, zum Beispiel: Kabelverbindungen, Schaltnetze und -gatter, Speichermatrizen, Routingalgorithmen u.a. Neben deren technischen Beschaffenheiten diskutieren wir anhand von Texten ihre medienwissenschaftlichen Implikationen. Die Teilnahme wird durch die regelmäßige Einreichung von Lektürenotizen belegt; ein Leistungsschein kann durch die Anfertigung einer Hausarbeit oder ein Projekt mit Dokumentation erworben werden. (Zudem wird empfohlen das Projektseminar „Dramaturgie der Signale“ von Florian Leitner zu besuchen, in dem die Thematik ihre mediendramaturgische Wendung erfährt.)

Vorlesung: Logik für Medienwissenschaftler (BA, Modul 1, Einführung in die Medientheorie), Mo. 12-14 Uhr: Medientheater

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Neue Homepage

Seit Jahren hat meine URL stefan-hoeltgen.de auf den Simulationsraum verwiesen. Im Zuge einer Trennung von aktuellen und ehemaligen beruflichen und akademischen Beschäftigungen habe ich unter der Adresse www.stefan-hoeltgen.de nun vor allem berufsbezogene Informationen gesammelt und publiziert. Diese wurden hier entweder entfernt oder werden hier künftig nicht mehr aktualisiert. Dafür habe ich mir vorgenommen nun wieder etwas regelmäßiger (und umfangreicher) zu bloggen. Die neue Homepage ist komplett in HTML mit einem Texteditor gecodet und bewusst einfach gehalten.

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Basis Zwei, maschinennah

Im November 2016 war ich Gast bei der Veranstaltungsreihe „Basis Zwei“, die Anlässlich des 300. Todestages G. W. Leibniz in Hannover stattfand. Dort habe ich einen Vortrag (mit Programmiereinlage) gehalten. Auf der Seite maschinennah.de ist gestern ein Beitrag mit dem Film meines Vortrags erschienen.

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Ein Computer kann alles sein, was ein Computer sein kann. Sogar ein Computer!

Gestern ist die dritte Ausgabe des Vereinsmagazins „LOAD“ erschienen, das der Verein zum Erhalt Klassischer Computer e.V. in unregelmäßiger Reihenfolge herausgibt. Das Heft orientiert sich nun vollständig an Projekten der Vereinsmitglieder und ist zudem zeitgemäß als PDF publiziert worden. Von mir ist ein Beitrag über „Game of Life“ nebst einem BASIC-Programm enthalten. Das Heft kann über die Webseite des Vereins abgerufen werden.

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Fachübergreifende KI-Kritik

Heute ist meine Rezension zu Klaus Mainzers Buch „Künstliche Intelligenz“ auf der Webseite der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ erschienen.

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Denn sie wissen, was sie tun

Heute habe ich die aktuelle Ausgabe 28 des RETURN-Magazins bekommen. Darin ist dem Spiel „Space Invaders“ die Titelstory und dem Dortmunder Computermuseum Binarium ein ausführlicher Bericht gewidmet. Ich selbst habe zwei Texte beigesteuert: Eine Rezension zu John Aycocks Buch „Retrogame Archeology“, das im vergangenen Jahr bei Springer erschienen ist, und eine neue Folge meiner „Old Bits“-Kolumne, in der ich dieses mal über die Begriffe „Nostalgie“, „Revival“ und Retro“ als Konzepte für das Selbstverständnis von Retrocomputing schreiben.

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