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VC-4000 Flash-ROM

In den vergangenen drei Semestern hat sich der Assembler-Kurs, den ich alldonnerstäglich veranstalten, ausschließlich um den Signetics 2650 gedreht. Zunächst wurde die Maschinensprache auf einem Lehr-Computer (Signetics Instructor 50) kennen gelernt. Im zweiten Semester haben wir die Plattform gewechselt und uns um die einzige deutsche Spielkonsole, die Interton VC-4000, gekümmert. Die Finessen des Grafik/Sound-Chips Signetics 2636 (PVI), der seltsamen Speicherverwaltung und insbesondere des von uns verwendeten Emulators “WinArcadia” haben ihren ganz eigenen Reiz und ihre Probleme verursacht. Die Idee, zusammen einen “Flappy Birds”-Clon für die VC-4000 zu entwickeln, hat sich bis zum Ende des zweiten Kurses nicht umsetzen lassen.

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Call for PAPER

In der neu gegründeten Buchreihe “Computerarchäologie” soll 2016 ein Buch mit dem Titel “Papiermaschinen” erscheinen. Dafür benötige ich Hilfe!

Ich such nämlich handschriftlich notierte Programmcodes aus den 1970er- und -80er-Jahren (Programmiersprache egal). Zu dieser Zeit war für Kinder und Jugendliche der Zugriff auf (Heim)Computer nicht jederzeit möglich, so dass etliche Programme auf Papier “vorgeschrieben” wurden, bevor sie dann später (in Kaufhäusern, bei Freunden, …) in die Computer abgetippt werden konnten.

In dem Buch möchte ich auf diese vergessene Programmierkultur hinweisen. Dazu sollen solche handschriftlichen Programme faksimiliert abgedruckt werden und mit Kommentaren, Hintergrundinformationen zum Programmierer, System und der “Geschichte” dazu versehen werden. Besonders interessant sind vollständige Programme, sehr gern kurze Listings und wenn dann auch noch “Denkfehler” darin enthalten sind, die zeigen, wie sich das Programmieren auf Papier von dem auf dem Computer unterscheidet, wäre das ein besonderer Glücksfall.

Sendet eure Listings bitte im Original an mich (ich scanne sie und ihr erhaltet sie unversehrt zurück). Bitte nehmt vorher Kontakt mit mir auf: email@computerarchaeologie.de

Als Dankeschön erhält jeder, dessen Listing aufgenommen wird, ein Belegexemplar des Buches.

Digging the truth

Atari: Game Over (USA 2014, Zak Penn) (Xbox Live)

Der Abfall von Gestern ist das historische Artefakt von Heute. Was für die archäologischen Fundstücke des Altertums gilt, die nicht selten in den Müllgruben versunkener Menschensiedlungen gefunden werden, gilt natürlich auch für unser eigenes Erbe an die Zukunft. Mit dem Unterschied, dass wir schneller vergessen, was einmal Abfall gewesen ist, und den Abfall deshalb eher entdecken. Die Archäologie gräbt dann solche Artefakte aus und stellt sie den Historien entgegen.

et-doku

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Exkursion zur Archenhold-Sternwarte

Gestern um 21 Uhr fand die Exkursion meines Master-Seminars “Mikro/Makro-Medien” zur Archenhold-Sternwarte im Treptower Park statt. Das Wetter wechselte den ganzen Tag von bewölkt, zu wolkenfrei und zurück (mit ein paar Regen- und Schneefällen), so dass ich wenig Hoffnung hatte, auch eine Beobachtung durchführen zu können. Erfreulicherweise riss die Wolkendecke aber am frühen Abend vollständig auf. Vom Leiter der Sternwarte erfuhr ich nach meiner Ankunft aber, dass das nur ein “Loch” im Himmel über Berlin sei, das sich spätestens um 21:30 Uhr schließen würde und dass dann sogar Schneefall zu erwarten sei.

Insofern passte er die Führung an: Zunächst die Observation mit dem 500-mm-Spiegel auf drei Objekte. Es waren erfreulich viele (ca. 25) Studenten und einige Gäste dabei, so dass es einige Zeit dauerte, die drei ausgewählte Objekte jedem vor Augen zu führen. Zuerst ein Ausschnitt aus der Schattenübergangszone der Mondoberfläche, danach das Trapez im Orion-Nebel (wobei der Nebel selbst bereits kaum noch vom Hochnebel über Berlin zu unterscheiden war) und schließlich Jupiter mit drei seiner Monde. Danach beendete die Witterung die circa 1-stündige Observation.

Als zweites wurde uns der Refraktor vom Dach des Gebäudes aus vorgeführt. Er ist das längste Teleskop der Welt mit einer Brennweite von 21 Metern und einem Gewicht von über 90 Tonnen. Das Teleskop ist sogar noch in Gebrauch (es wird 14-täglich freitags vorgeführt). Da die Temperaturen auf dem Dach merklich sanken, wurde die zweite Hälfte der Erklärungen nach Innen zum vollständig beweglichen Modell des Refraktors verlegt.

Das Gebäude der Archenhold-Sternwarte enthält ein kleines Astronomie-Museum mit technischen Artefakten des Berliner Technikmuseums. Von Teleskopen über Messinstrumente, Sextanten, Modellen und Experimenten ist es ein beeindruckendes Museum. Das letzte Exponat, das uns gezeigt wurde, war der Meridiankreis: ein Messinstrument zur Sternpositionsbestimmung für Sternkataloge, das im 19. Jahrhundert gebaut und verwendet wurde.

Die Sternwarte dient nicht zu Forschungszwecken, sondern allein als Volkssternwarte, woran nicht zuletzt der lichtverseuchte Berliner Himmel schuld ist. Auch reichen die Brennweiten natürlich längst nicht mehr dazu, neue Erkenntnisse über die Objekte am Nachthimmel zu gewinnen. Einzig ein Radioteleskop wird dort für Sonnenlichtmessungen benutzt – und ist deshalb der Öffentlichkeit nicht zugänglich (sieht man von der Glastür zum Rechnerraum und dem auf dem Dach aufgestellten Spiegel ab).

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Das Gebäude der Sternwarte von vorn

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Hinter dem Gebäude stehen zwei kleine Observatorien mit Linsen- und Spiegelteleskopen. Auf dem Dach des Gebäudes befinden sich zwei weitere Observatorien

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Der 500-mm-Spiegel ist als Cassegrain-Teleskop realisiert. Aufgrund der Lichtverhältnisse (und weil ich die an die Dunkelheit gewöhnten Augen nicht strapazieren wollte) habe ich ohne Blitz fotografiert.

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Der Spiegel des Radioteleskops

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Der Mond verschwinet langsam hinter der Wolkendecke

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Der Riesen-Refraktor vom Dach aus gesehen

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… im Inneren noch einmal als Modell

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Der Meridiankreis, der vor 10 Jahren angeschafft und restauriert wurde

 

Kittler Studies

Nachdem ein kürzlich erschienener Sammelband die “Kittler Studies” ausgerufen hat, kommt der Kolloquiums-Vortrag von Moritz Hiller am kommenden Mittwoch genau zur richtigen Zeit:

Am nächsten Mittwoch, den 4.2.15, wird Moritz Hiller im Kolloquium zu seiner Dissertation vortragen. Das Thema des Vortrags: “Software-Philologie, oder: Die Zeichen der Zeit lesen.” Die anschließende Diskussion wird von Prof. Dr. Wolfgang Ernst moderiert.

Das Kolloquium findet wie gewohnt im Medientheater (EG, Raum 0.01) der Georgenstraße 47 statt. Beginn: 18 Uhr.

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Bootchess

Im nächsten Wintersemester werde ich zusammen mit Nikita Braguinski ein Seminar und daran gekoppelt ein Projektseminar über Computerschach anbieten, in welchem die Geschichte, Theorie und Implementierung von Computerschach untersucht wird. Das Projektseminar bereitet zugleich eine Ausstellung im Berliner Computerspielemuseum vor, die dort im Frühjahr 2016 stattfinden soll.

Bei meiner Recherche zu möglichen Inhalten bin ich heute auf das Programm “Bootchess” für verschiedene Plattformen gestoßen. Selbst der Einsteigercomputer ZX-81 von Sinclair, der werkseitig über nur 1 KB RAM verfügt hat, besaß ein Schachprogramm mit der Größe von 672 Bytes. “Bootchess” gelingt es, dies zu unterbieten … mit nur 487 Bytes Größe, wie man bei Golem lesen kann.

Skywatcher Skymax-127

Ich habe mir ein zweites Teleskop gekauft, das mobiler als das Dobson-Teleskop ist. Es handelt sich dabei um einen Maksutov-Cassegrain-Spiegel von Skywatcher mit derselben GoTo-Steuerung wie das Dobson (damit ich die iPhone/iPad-Steuerung verwenden kann). Insbesondere für Spontanerkundungen und Teleskopieren auf unserem recht beengten Balkon ist das Gerät mit seiner kleinen Bauform, blitzschnellen Montage (5 Teile, die schnell zusammengeschraubt sind) und dem Gewicht von weniger als 8 kg sehr gut geeignet. Da mache ich gern ein paar Abstriche bei Öffnung, Brennweite und Öffnungsverhältnis. Für lichtstarke Deepsky-Beobachtungen ist die Berliner Innenstadt sowieso ungeeignet.

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Computerarchäologie

Ich darf verlautbaren, dass soeben eine neue Buchreihe mit dem Titel “Computerarchäologie” im Bochumer projektverlag gegründet wurde, deren Reihenherausgeber Sebastian Bach und ich sind. Pro Jahr werden dort mindestens zwei Bücher über Computergeschichte, Computerspiele und Computerkultur mit dem Schwerpunkt 1970er- und 1980er-Jahre erscheinen.

Wir freuen uns über jeden Vorschlag für eine Publikation aus dem Themenbereich – sei es eine Monografie oder ein Sammelband über Historisches, Technisches, Wissenschaftliches oder Kreatives aus dem Bereich Retrocomputing, Retroprogramming und Retrogaming.

Infos bekommt ihr hier, hier und unter email@computerarchaeologie.de.

Birth of BASIC

BASIC-Samstag

Am 24. Januar findet im Oldenburger Computermuseum ein fünfstündiger BASIC-Workshop statt, bei dem Neulinge eine einfache Programmiersprache erlernen können. Geleitet wird der Workshop vom Kurator Thiemo Eddiks. Ich bin (als OCM-Mitglied) auch vor Ort und werde einen einführenden Vortrag über die Geschichte und Gegenwart von BASIC halten.

Anmelden kann man sich per E-Mail oder über die Facebook-Seite.

Entscheidungsprobleme

Mit “The Imitation Game” kommt ein Film über Leben und Werk Alan Turings in die Kinos

Es soll nicht selten vorkommen, dass Studenten der Informatik zwar die Funktionen einer Turingmaschine kennen und durchspielen können, aber nicht wissen, dass sie ihren Namen einer realen historischen Persönlichkeit verdankt. Nicht zuletzt bei der Popularisierung der Biografie und Arbeit Alan Turings für eine breitere Öffentlichkeit könnte Morten Tyldums Biopic “The Imitation Game” förderlich sein.

Mehr: Telepolis

VCFe 2014 & 2015

Im vergangenen Jahr haben mein Kollege Thomas Nückel und ich auf dem 15. Müncher VCFe zum Thema “Exoten” einen Vortrag über unseren Signetics-2650-Workshop gehalten. Dieser ist jetzt als Podcast nachzuhören. Auf dem diesjährigen VCFe ist das Thema “Computer im Osten”. Ich werde wieder dort sein und die Hard- und Soft- und Paperware von Horst Völz vorstellen.

Archäologie des Computer(zeitalter)s

Mit Andreas Sträter habe ich für die Webseite des WDR ein Interview über Computer und ihr Nachleben geführt.

MUL

6809-Assembler

Ver-Netz-Ung

Cover Retro #33

Vernetzung bestimmt unser Leben heute deutlicher denn je. Wir vernetzen uns sozial, beruflich, institutionell – aber vor allem technisch. Denn technische Netzwerke bilden die Grundstruktur, auf der die Vielfalt heutiger Vernetzungsformen und -typen basiert. Deshalb ist ein Verständnis technischer Vernetzung vorrangig vor jeder anderen Sichtweise – sei sie nun historisch, philosophisch oder soziologisch. Die Netztechnik ist allerdings zuerst einmal eine Technologie, das heißt, eine Wissensstruktur, die den Netzen und ihren Techniken zugrunde liegt. Aus dieser Perspektive heraus wollen wir im aktuellen Heft auf Netze und Vernetzungen in der Geschichte des Computers blicken. Natürlich mit einem Akzent auf die Ära der frühen Mikrocomputer, aber auch der frühen Vernetzungstechniken.
So werfen wir die Frage auf, ob es so etwas wie eine »Idee der Netze« gegeben hat, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in konkreten Techniken niederschlagen musste, weil die historischen Umstände (etwa der Kalte Krieg) dazu gedrängt haben. Wir beschreiben historische und gegenwärtige Phänomene, die aus der Vernetzung von Computern hervorgegangen sind: Gruppen, Kommunikationsformen und Freizeitaktivitäten, die ohne Computernetze nicht möglich gewesen wären. Wir stellen Netztechniken vor, die es nicht mehr gibt, die aber den Grundstein für heutige Computervernetzung gelegt haben. Wir sprechen mit Zeitzeugen des damaligen Netzdenkens und Nutzern heutiger Netze zur Konservierung computerhistorischen Wissens. Und wir schließen alte Hardware an neue Netze an.

Coming soon …

Zeit(Spiel) und Spiel(Zeit)

time2play

Call for Papers

Time To Play
Zeit und Computerspiel

herausgegeben von:
Dr. Stefan Höltgen (HU Berlin, Medienwissenschaft) und
Dr. Jan Claas van Treeck (HU Berlin, Medienwissenschaft)

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Maschinenträume

Ralf Bülow weist mich gerade darauf hin, dass Peter Kriegs Dokumentarfilm “Maschinenträume” nun auf YouTube anzusehen ist:

La Petite Fille De La Mer

Alina Sophie Ada Höltgen, *10.12.2014, 18:02 Uhr.

Dr. rer. nat. to be

Heute hat mich der Institutsrat des Instituts für Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin ohne Auflagen zur Promotion zugelassen. Mein zunächst in der Medienwissenschaft geplantes Forschungsprojekt werde ich daher bei Niels Pinkwart als Erstgutachter und Wolfgang Ernst als Zweitgutachter als Dissertation auf dem Gebiet “Informatik und Gesellschaft” (mit Fokus auf “Geschichte der Informatik”) realisieren.

The Technology of History

Heute ist bei r:k:m meine Kurzrezension zu Bernd Ulmanns Monografie über den AN/FSQ-7 erschienen.