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DisSimulation

Über Medien, Wirkung, Konstruktion und Simulation

See Saw

Christian Bartsch und seinem Label “Turbine Medien” ist es gelungen, Tobe Hoopers “The Texas Chainsaw Massacre” nach fast 30 Jahren von alle deutschen Zensur-Repressalien zu befreien: Angefangen von der Aufhebung der gerichtlichen Beschlagnahmung über die Streichung vom Index für jugendgefährdende Medien bis hin zur erfolgreichen Beantragung einer FSK-Freigabe “ab 18 Jahren” ohne Schnittauflagen.

“The Texas Chainsaw Massacre”, mit dem ich mich auch in meiner Dissertation beschäftigt habe, ist nun in Kürze wieder frei verkäuflich. Die von “Turbine Medien” anlässlich dessen publizierte Blu-ray-Edition enthält den Film, Dokumentarfilme dazu sowie eine über zweistündige Diskussion, an der Roland Seim, Jörg Buttgereit, Christian Bartsch und ich im vergangenen Herbst teilgenommen haben.

Weitere Infos: Turbine Medien | Amazon

 

Rundumschlag

Das christliche Medienmagazin Pro hat mich vor ein paar Wochen zu den Themen TV-Castingshows, Killerspiele und Schulmobbing interviewt. Ein Videozusammenschnitt des Interviews ist heute auf der Webseite des Magazins erschienen:

Davon, dass ich an der HU “die Wirkung von Medien erforsche” (seltsam, ohne diesen Passus kommt man wahrscheinlich nicht in die Medien), distanziere ich mich natürlich.

Simulationsräume

Nach langer Planung ist nun der von Marcus Stiglegger herausgegebene Band über David Cronenberg im Berliner Bertz+Fischer-Verlag erschienen. Im Stile der dort bereits vorliegenden Regisseur-Bände versammelt er in einer Sektion thematisch-wissenschaftliche Annäherungen an die Filme und im zweiten Teil kurze Einzeldarstellungen zu jedem Film der Filmografie. Ich selbst habe einen Text über filmische Raumkonstruktionen (i.e.S. über die “Simulationsräume”) in seinen Filmen beigesteuert. Zahlreiche Autoren von F.LM, epd Film und aus dem bekannten Arbeitsumfeld des Herausgebers sind ebenfalls mit Texten im Band vertreten – erstaunlicherweise einige, die man in einem wissenschaftlich orientierten Überblickswerk zu Cronenberg erwartet hätte, jedoch nicht. Daher repräsentiert “David Cronenberg” zwar nicht die deutschsprachige Forschungslandschaft zum Werk des kanadischen Regisseurs, füllt aber eine lang bestehende publizistische Lücke!

Gewalt und Computerspiele (4/4)

Heute ist der vierte und letzte Teil meines Essays über Gewalt und Computerspiele bei Telepolis erschienen, in welchem ich auf Basis der Theorie des diskursive Normalismus versuche zu verdeutlichen, warum sowohl Gewalt als auch der Streit über die Gewalt und deren Darstellung konstitutiv für Gesellschaften ist. Schützenhilfe gibt mir dabei Jörn Ahrens.

mehr: Telepolis

»Porno war gestern«

Die Überschrift des Artikels im heutigen Tagesspiegel, für den ich als Experte interviewt wurde, ist durchaus passend für mich (bzw. meine Nichtmehrbeschäftigung mit Porno). Zwar mag ich nicht unbedingt als Medienwirkungsforscher dargestellt werden; doch wenn es um die Zusammenhänge von Ästhetik und Diskursivität geht, kann ich da schon mal ein Auge zudrücken:

Der Chef-Juror allein kann’s nicht sein: “Das Supertalent”, inzwischen in der fünften Staffel, erzielt bei RTL immer neue Rekordquoten. Was aber macht die Show so enorm populär?

mehr: Tagesspiegel

Computerspiele und Gewalt (3/4)

Heute ist der dritte Teil meines vierteiligen Essays über “Gewalt und Computerspiele” bei Telepolis erschienen, in dem ich mich mit den einzelnen Positionen und Personen in der “Killerspiele”-Debatte beschäftige.

Gewalt und Computerspiele (2/4)

Teil 2 meines vierteiligen Essays über den “Killerspiele”-Diskurs befasst sich mit der staatlichen Zensurpraxis in Deutschland und stellt die Argumente von Amtsgerichten zum Computerspiele-Verbot anhand von “Mortal Kombat” und “Manhunt” vor, die beide wegen “Gewaltverherrlichung” verboten wurden.

mehr: Telepolis

»alberne Computerspiele«

Ich weiß auch nicht, warum ich mich vom Duktus der SpOn-Technikberichterstattung so regelmäßig freiwillig anwidern lasse … Was technisch nicht auf dem neuesten Stand ist, muss dringend “albern” (usw.) gefunden werden. Auch im dort gestern erschienenen Beitrag über frühe indizierte Computerspiele zeigt sich das wieder einmal deutlich und der Autor Markus Böhm kulturhistorisch völlig blind. (Ja, natürlich sind vor allem die auf die “Bild”-Leserschaft schielenden Redakteure schuld daran; aber wenn man als Autor einen journalistischen oder medien-/kulturhistorischen Anspruch verfolgt, dann lässt man sich mit solchen Redakteuren eben nicht ein!)

Einzig die gescannten Indizierungsbescheide sind da noch von Interesse: Speed Racer, Battlezone, Raid over Moscow.

#killerspiele

Ich behalte den tag “Killerspiele” ja ziemlich genau im Blick. Jetzt – “nach Oslo” – sei da auch wieder eine Debatte in den Medien darüber entbrannt, inwiefern der Täter sich durch Ego-Shooter habe inspirieren bzw. trainieren lassen. Interessanterweise taucht aber der tag “Killerspiele” fast ausschließlich in Texten von Computer- und Game-Portalen auf, die diese neue Medien-Gewalt-Debatte dräuen sehen. Wer die wohl also angestoßen hat …? Es ist wohl so wie mit Pawlows Hunden – auf beiden Seiten des Käfigs.

»Nekrophilie ist Liebe zur Zukunft.«

Heute Abend ab 18:00 Uhr findet in der Berliner Volksbühne ein Abend zu Ehren des 20. Todestages von Heiner Müller sowie des 20-jährigen Jubiläums von Jörg Buttgereits Film “Nekromantik 2” statt. Letzterer sollte 1991 durch einen Berliner Gerichtsbeschluss wegen “Gewaltverherrlichung” vernichtet werden, konnte jedoch mit Hilfe eines Gutachtens von Knuth Hickethier davor bewahrt werden. Anlässlich dessen sitze ich heute Abend mit der Hauptdarstellerin Monika M., Detlef Kuhlbrodt auf dem Podium und diskutieren über den Film und sein Verbot.

Weitere Informationen: Volksbühne

20 Jahre Nekrophilie als Kunst

Am 9. Januar findet in der Berliner Volksbühne die Vorführung von Jörg Buttgereits Film “Nekromantik 2” statt, der vor 20 Jahren entstand und nur knapp einem Totalverbot (nebst Vernichtung aller Kopien) entging. Dem Filmwissenschaftler Knut Hickethier war es damals zu verdanken, dass das absurde Verbotsvorhaben nicht umgesetzt wurde; Hickethier deklarierte den Film notwendigerweise als Kunst, damit er als solche Schutz genießt.

Zu der Vorführung in der Volksbühne bin ich als Gast für eine Podiumsdiskussion eingeladen und diskutiere dort u.a. mit dem Regisseur über den Film, dessen Verbotsansinnen und anderes aus dem Themenfeld.

Wo: Berliner Volksbühne, großes Haus
Wann
: 09.01.2010, ab 18:00 Uhr
Weitere Infos: hier

Jud Süß – Podcast ohne Gewissen

Jud Süß – Film ohne Gewissen (D 2010, Oskar Röhler) (Berlinale-Palast)

Oskar Röhlers “Jud Süß – Film ohne Gewissen” hat nicht nur den charmantesten Untertitel seit “Zombies – Geschändete Frauen”, er hat auch das Potenzial, seine Zuschauer gegen sich aufzubringen. Jörg Buttgereit und ich habe das Erlebnis mal zwei Tage sacken lassen und unseren Sermon dazu in einem epd-Blog-Podcast abgegeben:

Nelson Muntz would say:

Wie ich gerade bei techradar und anderen lese, hat Sony ein Patent für eine Emotionserkennung eingereicht, das “unter anderem” (?) zur Steuerung für Spielsysteme zum Einsatz kommen kann:

sony_emotionQuelle: techradar

Nur noch 7 Jahre bis zum Ruhestand …

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die FSK, wird derzeit 60 Jahre alt. Ein guter Grund der Grande Dame der Sittenwacht meine Glückwünsche zu übermitteln und ihr Altersteilzeit zu nahe zu legen.

»virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen«

Dieses simulationspraktische Schmankerl will ich meinen Leser nicht vorenthalten.

Traumberuf Simulationsbus-Fahrer

Wo, wenn nicht hier ließe sich folgende Pressemitteilung am besten unterbringen?

Traumberuf Busfahrer: City Bus Simulator 2010
New York bringt Manhattans Buslinie M42 auf den heimischen PC

(weiterlesen …)

Petition gegen “Killerspiel”-Verbot

Heise.de informiert mich gerade darüber, dass eine Bundestagspetition gegen das Pauschlaverbot so genannter “Killerspiele” gestartet wurde. Hintergrund ist die Verständigung der Landes-Innenminister solche Spiele (welche?) mit einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot zu belegen, so dass auch erwachsene Spieler keinen Zugriff mehr darauf haben. Die Debatte war nach dem Amoklauf an der Winnender Realschule im letzten Jahr in Gang gekommen.

Ich rufe meine Leser auf, sich an der Petition zu beteiligen.

Verderben die Medien die Politik?

Gestern lese ich auf heise.de noch von der potenziell verheerenden Wirkung des Twitterns am Wahltag auf den Ausgag des Plebiszits, da erreicht mich heute via idw eine Veranstaltungseinladung zur Frage “Verderben die Medien die Politik”*, die ich hier gern weitergebe:

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Intel sorgt für mehr Objektivität im Netz

Wie ich gerade von Matthias erfahre, hat Intel nicht nur den Stromverbrauch von Netzwerkgeräten ins Visier genommen, sondern auch die auf vielen Seiten unterschiedlichen Informationen. Denen soll jetzt ein Objektivitätstool den Garaus machen:

Intel betont, dass es im Web neben korrekten und nützlichen Informationen auch verbreitet falsche, irreführende und subjektiv gefärbte Inhalte gibt. Ein Forschungsprojekt soll das Zurechtfinden in den oft widersprüchlichen Informationsmassen erleichtern. Während der User News, Blogs oder Webseiten liest, werden Textpassagen farblich herausgehoben, deren Inhalt anderswo im Web unterschiedlich oder gegensätzlich dargestellt wird.

mehr: pressetext

Military Studies an der Uni Hannover …

… gibt es nicht, wie der Informationsdienst Wissenschaft heute in einer Pressemitteilung der Uni informiert:

Gefälschte Broschüre im Umlauf
Leibniz Universität Hannover
10.06.2009

Flyer wirbt für nicht existierenden Studiengang “Military Studies” an der Leibniz Universität Hannover / Hochschule erstattet Strafanzeige

Unbekannte haben einen Flyer gedruckt und in Umlauf gebracht, der über einen angeblichen Masterstudiengang “Military Studies” an der Leibniz Universität Hannover informiert. Die Broschüre ist in Aufbau und Layout ähnlich wie die Studiengangs-Info-Flyer der Universität gestaltet und offenbar weit über Hannover hinaus verteilt worden. Den Studiengang “Military Studies” gibt es an der Leibniz Universität Hannover nicht. Die Leibniz Universität stellt Strafanzeige gegen Unbekannt und Antrag auf Strafverfolgung.

Hintergrund der Aktion ist vermutlich der studentische Protest gegen ein Forschungsprojekt am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik. Das Projekt, das inzwischen abgeschlossen ist, war der Frage nachgegangen, wie sicherheitskritische Anlagen wie Computer, Telefonzentralen oder elektromagnetische Militärgeräte gesichert werden können. Studierende hatten das Projekt als “Rüstungsauftrag” kritisiert und unter anderem während des Neujahrsempfangs der Universität dagegen protestiert.

Mehr: idw

Was nun aber den konstruktivistischen Wert von Dementi von Enten angeht, könnte man sagen: Military Studies gibt es jetzt doch.