SimulationsRaum Rotating Header Image

Cold War

Endzeit … Endspurt

UPDATE: Der Verlag hat heute eine Seite für die Vorbestellung eingerichtet. Das Buch erscheint Mitte September und wird 24,00 Euro kosten.

Der auf meinem 2011 stattgefundenen Seminar “Heiße Drähte – Medien im Kalten Krieg” erstellte Sammelband, den Irina Gradinari und ich unter demselben Titel im Projekt-Verlag herausgeben, befindet sich nun in der Publikationsschlussphase. In der kommenden Woche geht das Manuskript an den Verlag und von dort in die Druckerei.

Cover_Postapo_Bd3_lay5

Cold War Machine

Bernd mit Buch. Bild: Maria Bürkle

Kurz vor Veröffentlichung des Sammelbandes “Heiße Drähte – Medien im Kalten Krieg”, in dem Bernd Ulmann einen Beitrag zum AN/FSQ-7 hat, ist seine Monografie zum selben Computer erschienen. Ich hatte ihn vor ein paar Wochen besucht und dazu interviewt. Das Gespräch ist heute auf Telepolis erschienen.

Doppel-Buchvorstellung

Plakat-Buchvorstellung_kl

Medien – Krieg – Simulationsraum

Morgen Nachmittag halte ich einen Vortrag auf der Tagung “Medien – Krieg – Raum” am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Freidrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Phantome in Netzen – Der Hacker im Kalten Krieg der Protokolle

(mehr …)

ST an ST

LoST in MIDI-Maze

Gestern fand von 20 bis ca. 0 Uhr eine MIDI-Maze-LAN-Party im Computerspielemuseum statt. Je sechs Atari-Computer (ST/ST+/STE/TT/Faclon 030) in zwei Netzwerken und vier Gameboys in einem “Faceball 2000″-Netz konnten von den interessierten und sehr motivierten Teilnehmern genutzt werden, um eines der frühsten 3D-Egoshooter-Netzwerkspiele zu spielen.

Mein Atari 1040 STFM war natürlich auch mit von der Partie (wenngleich er auch die Anreise leider nicht unbeschadet überstanden hat):

Noch einmal vielen Dank an Torsten Othmer (der seine Ataris und das Spiel mitgebracht hat), Sebastian Bach (der mir die Gameboys und Spiele zur Verfügung gestellt hat) und natürlich Andreas Lange, der die Party in seinem Museum organisiert hat und uns hinterher nicht nur am original “Computer Space”-Automaten hat spielen lassen, sondern auch noch durch das riesige Hard-, Software und Zeitschriftenarchiv des Museumskellers geführt hat.

Eine Sammlung nuklearer Blütenträume

Vor etwa einem halben Jahr habe ich Rudolph Herzog bei einer Lesung aus seinem aktuellen Buch “Der verstrahlte Westernheld” im Café Soupernova kennengelernt. Das Buch habe ich mir zur Rezension für Literaturkritik.de (folgt in Kürze) bestellt und gleich noch ein Interview mit dem Autor nachgeschoben, das heute bei Telepolis erschienen ist:

Mehr: Telepolis

Heiße Drähte – Sneak Preview

Im Sommersemester 2010 habe ich ein Master-Seminar für die Medienwissenschaft und die Kulturwissenschaft zum Thema “Medien im Kalten Krieg” veranstaltet. Ich hatte das Seminar Workshop-artig angelegt (was teilweise funktioniert hat) und den Teilnehmern sowie externen Referenten, die im Seminar vorgetragen hatten, angeboten, sich mit einem Beitrag für ein Buch zum Thema zu beteiligen. Der Redaktionsschluss ist nun vorüber und es sind zehn Texte und ein Bild-Beitrag eingegangen, die Aufnahme in den von Irina Gradinari und mir herausgegebenen Sammelband aus der Reihe “Postapocalypse-Studies” mit dem Arbeitstitel finden:

  1. Irina Gradinari/Stefan Höltgen: Vorwort – Medien im Kalten Krieg
  2. Paul Feigelfeld: Kryptologozentrimus
  3. Stefan Höltgen: rm mankind. Hard-, Soft- und Doomware des “Atomkriegs aus Versehen” in Fiktion und Wirklichkeit
  4. Nikita Braguinski: The Soviet struggle-for-peace song and the Cold War
  5. Vera Hangs: Monster vs. Mensch. Der Kalte Krieg und die Science-Fiction-Filme der fünfziger Jahre
  6. Agnete Christiansen: Teenage Soldiers of World War III. A Rhetorical and Historical Perspective on the Film Red Dawn
  7. Irina Gradinari: Die Weltuntergangsfilme Konstantin Lopushanskys (Arbeitstitel)
  8. Christian Hoffstadt: Tschernobyl – Über die Aura der “Zone”  (Arbeitstitel)
  9. Ingo Landwehr: Doppelagent? Die Episode The Nutshell (1963) der Fernsehserie The Avangers – Ein Blick ins Fernsehen des Kalten Krieges
  10. Matthias Wannhoff: Aufheizen/Abkühlen. Bausteine zu einer diagrammatischen Epistemologie des Kalten Krieges
  11. Berliner Unterwelten e.V.: Fotostrecke – Zivile Atomschutzanlagen in und um Berlin

Der Band befindet sich jetzt in der Redaktionsphase und soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 im Freiburger/Bochumer Projekt-Verlag erscheinen.

“Wissenschaft mit Zukunft” (als Instrument einer Wissenschaft ohne Zukunft)

Für die Textauswahl zu meinem nächst-semestrigen Seminar über “Science/Fiction/Computer” habe ich ein bisschen in der DDR-Geschichte der Kybernetik gebuddelt und dabei Klaus Göldners 1979 erschienenes Büchlein “Kybernetik – Wissenschaft mit Zukunft” ausgegraben. Im letzten Kapitel, das sich dezidiert mit den künftigen Möglichkeiten der Kybernetik und des Computers beschäftigt, findet sich folgende Passage:

“Wird nun die Kybernetik eine Weltanschauung der Zukunft? Wegen ihrer großen Bedeutung gibt es tatsächlich derartige Prognosen in der westlichen Welt, und die hängen zum Teil mit dem Zukunftsbild einer vereinheitlichten Technokratengesellschaft zusammen, wobei auch der sehr unbequeme Klassenkampf zurückgedrängt werden soll.

Tatsächlich sind aber Leben und Wirklichkeit wesentlich reicher als der Begriffsapparat der Kybernetik. Die Kybernetik kann nur Erkenntnisse über Steuerung und Verhalten von Systemen vermitteln. Sie kann aber nicht die objektiven gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze ersetzen. Diese grundlegenden Zusammenhänge kann nur eine materialistische Philosophie, und zwar die marxistisch-leninistische, erklären. Kybernetik unterstützt allerdings mit ihren Theorien und Betrachtungen die Richtigkeit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung; sie hat lediglich einen gesellschaftlichen Bezug.

Die Kybernetik ist also keine Wunderwissenschaft oder eine Universalwissenschaft und erst recht keine, die eine Weltanschauung bilden könnte – sie steht auf dem Boden der materialistischen Dialektik und bestätigt deren Richtigkeit.” (S. 94.)

Kurz danach habe ich eine der Legenden der Ost-Kybernetik- und Computer-Geschichte in diesem Buch über den (auf Basis ternärer Logik konstruierten) SETUN-Rechner widerlegt gefunden: Der Versuch, der dualen Aussagenlogik und ihrer Implementierung in elektronischen Schaltungen zu entkommen, weil diese eine unhistorische Zementierung der Hegel’schen Dialektik bedeuten, widerspricht die Aussage eines der Ingenieure des SETUN implizit, wenn dieser bemerkt, dass die Ternarität des SETUN lediglich darauf zurückzuführen ist, dass man bei der Konstruktion des Ferritkern-Speichers Einsparungen vorgenommen hat, wobei die duale Logik sozusagen automatisch zu einer ternären wurde.

Wie man einen Menschoiden rettet

Prepare to survive … lautete schon das Motto der Kinder-Levels in “Missile Command”. Dass solche Verteidigungsspiele zur Gewöhnung an Luft-Boden-Bedrohungsszenarien durchaus nicht unüblich sind, sehe ich gerade an der Anleitung zum Atari-2600-Spiel “Defender“. Dort heißt es auf dem Cover: “Special (Bärchenlogo) Feature: This Game Programm contains additional versions for your children.” Anders als bei “Missile Command” ist damit hier tatsächlich ein “entschärfte” Version des Spiels gemeint:

Die Einspieler-Variante Nr. 10 und die 2-Spieler-Variante Nr. 20 sind als “Kinder-Spielvariationen” markiert. Hier gibt es nur eine Geschwindigkeit von Gegnern und zu rettenden (abstürzenden) “Meschoiden” (eine eigenwillige Eindeutschung von “humanoids”) – und zwar die langsamste – und es existieren keine “Mutanten-Trainingsmisionen”, die in den anderen Levels dem Spieler “helfen [...], die Fertigkeit zum Überleben zu entwickeln, die bei einer Übernahme durch Mutanten nach der Verwandlung von allen fünf Menschoiden notwendig wird”. Vulgo: Ein Ziel-Übungs-Level, in dem man herannahende Gegner so schnell wie möglich abschießen muss.

Auch das Szenario dieses Spiels ist abermals nur mühsam als Science-Fiction-Setting getarnt. So wird von den im Spiel von feindlicher Seite abgeschossenen MIRV-Raketen etwa geschrieben: “Sie treffen aber ein harmlos aussehendes Gondelschiff und bei der Explosion werden Bündel von raketenspaltenden Schwärmen ausgestoßen. Aua!” Die eigentliche Mission liest sich wie ein Paranoia-SF aus den 50ern: “Die Weltallnachrichten haben Sie darüber informiert, daß die diabolische Mission der Lander darin besteht, die Meschoiden von der Erde zu entführen und sie in abscheuliche fliegende Mutanten zu verwandeln, die die Städte zerstören und die Erde übernehmen.”

Erfindung des Sounds und akustisches Readymade im Science-Fiction Film

Gestern Abend trug Konstantin Kaminskij von der Universität Konstanz als Gast bei uns im Kolloquium über das Thema “Sound Design im frühen sowjetischen und US-amerikanischen Science-Fiction-Film” vor. Ich habe den Vortrag gefilmt und bei YouTube hoch geladen, wo er ab sofort einsehbar ist:

Infos zur Veranstaltung finden sich auf der Seite des Instituts.

Computer morden leise

Am vergangenen Donnerstag habe ich im Kolloquium “Medien, die wir meinen” des Lehrstuhls für Medientheorien einen Vortrag über “mordende Computer” in der Science Fiction gehalten. Der Videomitschnitt ist jetzt bei YouTube einsehbar:

Der Sommer unseres Missvergnügens

Auf Literaturkritik.de findet sich heute meine Rezension zu Marc Schweskas Debüt-Roman “Zur letzten Instanz” – kürzlich im Eichborn-Verlag erschienen. Es ist mir überdies gelungen, Schweska für eine Lesung aus dem Roman in unser Institutskolloquium “Medien, die wir meinen” einzuladen, wo er literarisch die Geschichte der Kybernetik in der DDR noch einmal Revue passieren lässt. Wer Interesse an der Lesung hat, möge sich bitte in unseren Newsletter eintragen und wird dann rechtzeitig informiert.

As we all know: endings are just beginnings*

Der erste Band der Reihe “postapocalypse.de”, den ich zusammen mit Christian Hoffstadt herausgegeben habe, ist jetzt unter dem Titel “This is the End …” im Projekt-Verlag erschienen und kann zunächst für 23 Euro über die Verlagshomepage erworben werden. In Kürze dann wohl auch über den Buchhandel.

Neben der Herausgeberschaft trete ich mit einem Text über Education-Filme der 50er-60er-Jahre (“Duck and Cover”, …) sowie als Gesprächspartner in einigen Filmgesprächen in Erscheinung. Die Autoren des Bandes rekrutieren sich aus dem offenen kultur- und medienwissenschaftlichen Projekt postapocalypse.de

* Mike Oldfield: Amarok (52:22ff.)

»Papi, schenk mir einen Computer!«

Der Plan: Gummitwist (1984)

(via Jochen Werner @ Facebook)

Computer, DDR, Demoscene

Eine Maschine verändert die Welt

Über ein paar Umwege haben mich die Links zu dieser vierteiligen BBC-TV-Dokumentation über die Geschichte des Computers erreicht, die in den 1980er-Jahren auch synchronisiert im deutschen Fernsehen lief:

War and Peace and Computer Graphics

Den gestrigen “Media Soup”-Vortrag von Prof. Robin Forrest, einem Pionier der Computergrafik-Entwicklung, haben wir mitgeschnitten und auf YouTube zur Verfügung gestellt:

Analog/Natural/Kult

Neu und gebraucht, via Amazon & Verlag

Heiße Drähte

Der Ablaufplan mit Medien- und Literaturauswahl für mein nächstsemestriges Seminar ist fertig:

(mehr …)

Kalter Krieg im Game Design

Auf der Webseite von Die Zeit ist heute das Buch “Contact – Conflict – Combat” von Rudolf Inderst und Peter Just rezensiert worden. Mein Beitrag zu Atomkriegsspielen der 8- und 16-Bit-Ära hat einen eigenen Absatz spendiert bekommen:

Ähnlich spannend zu lesen ist auch Stefan Höltgens Beitrag über Atomkriegsszenarien im 8- und 16-Bit-Computerspiel. Höltgen zeichnet nach, wie sich die unterschiedlichen Phasen des Kalten Krieges im Gamedesign niederschlugen: Als Verteidigungssituation wie in Missile Command, als Angriffskrieg wie in B-1 Nuclear Bomber oder als sarkastischer Kommentar wie in Nuclear War.

Mehr: Die Zeit