Chips&Flocken

Bei einem der ersten Flohmarkt-Käufe, bei dem ich einen alten Computer erworben hatte (einen C64) fand sich als Beifang eine kleine Faltschrift, die offenbar Beigabe einer Frühstücksflocken-Packung von 1990 gewesen ist: »Kellog’s Kleines Commodore Computer Lexikon«. Jahrelang lag es nun hier zwischen Bilbiothek und Computerregal – jetzt ist es als Spende zum BCC gegangen … natürlich nicht, ohne vorher gescannt worden zu sein.

Den Scan darf man sich als PDF (OCR) hier herunterladen: Kellog (1990) – Kellog’s Kleines Commodore Computer Lexikon

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The Ace of Jupiter

Einer der frühen Mikrocomputer, die ich schon seit langem auf meinem Wunschzettel habe, ist mir jetzt bei ebay in die Fänge gegangen: Der Jupiter Ace von der Firma Jupiter Cantab. Der Rechner, der nicht ohne Grund vom Aussehen an Sinclairs ZX-80 und ZX-81 erinnert, ist spartanisch ausgestattet: Z80A mit 3,25 MHz, 3 Kilobyte RAM, Gummitastatur und 8 KB ROM. Diese haben es allerdings in sich: Ein komplettes Forth-System. Der Jupiter Ace war einer der wenigen Homecomputer, die nicht mit BASIC ausgestattet waren.

Forth, ebenfalls eine imperative Sprache, ist konkatentativ: Man programmiert sie, indem man den Grundwortschatz erweitert. Erfunden wurde sie 1970 von Charles H. Moore (ursprünglich zur Steuerung eines Teleskops.) Mit Forth verband sich die Hoffnung, eine schnelle, sehr kompakte und sichere Programmiersprache für kleine Systeme (insbesondere Microcontroller) zur Verfügung zu haben. Heute wird Forth immer noch gepflegt und implementiert … allerdings nicht mehr in dem Maße, wie in den 1970er- und -80er-Jahren.

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Logische Maschinen

Im Rahmen meines Lehrbuchkapitels zur „Logik für Medienwissenschaftler“ aspektiere ich auch in Maschinen implementierte Logik – und zwar jenseits von Digitalcomputern. Es gibt eine reichhaltige Geschichte von „logischen Maschinen“ seit dem Mittelalter, von denen ich einige ausgewählt habe, die besondere Technologien für die Implementierung von Logik nutzen. Am Ende sollen auch didaktische Spielzeuge eine Rolle spielen. Im medienarchäologischen Fundus befinden sich zwei mehr oder weniger vollständige „PIKO dat„-Kästen, die ich aber aus zeitlichen Gründen nicht auf Funktion und Vollständigkeit prüfen kann. Daher habe ich nach einer kurzen eBay-Recherche den westdeutschen Vorgänger „Logikus“ gefunden, der mir heute aus den USA zugegangen ist. Das Gerät ist in sehr gutem Zustand und funktioniert einwandfrei. Ich freue mich schon auf die Experimente. Hier gibt es zahlreiche Informationen zum Logikus und seinen Derivaten sowie Literatur und anderes Material (Emulatoren).

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academia.edu

Vor einigen Monaten habe ich einen Account auf der Seite academia.edu angelegt und lade dort sukzessive meine Vorträge, Interviews und Paper (vor allem Buchkapitel) hoch.

Auch einige meiner HU-Kollegen sind dort aktiv. Von Thomas Nückel, einem unsere ehemaligen Studenten, ist soeben ein kurzer Beitrag über die hiesige Methode und Theorie der Medienarchäologie erschienen, der die Zusammenfassung aus einer 2014er-Vorlesung von Wolfgang Ernst darstellt. Unbedingt lesenswert!

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Game Circuit #17: Computerspiele(Computer(spiele))

Folge 17 der Reihe „Game Circuits“ widmet sich der Darstellung von Computern und Computerspielen innerhalb von Computerspielen. In einem einleitenden Vortrag wird die Geschichte und Phänomenologie dieses Motivs an konkreten Beispielen vorgestellt und seine kultur- und literaturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden denen der Computer(spiel)archäologie gegenüber gestellt. (Die Verschriftlichung des Vortrags bildet ein Kapitel im gerade entstehenden Tagungs-Buch „Videospiele: Interdisziplinäre Perspektiven“.)

Danach können auf circa einem Dutzend historischer Computerplattformen einige dieser Spiele hands-on erforscht werden.

Der Eintritt ist wie immer frei und die Öffentlichkeit herzlich zur Teilnahme eingeladen.

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Playing with assembly

Unter der Adresse 8bitworkshop.com kann der geneigte User den 6502-Assembler für Ataris VCS lernen. Die Seite führt Schritt für Schritt in die Hardware und die Programmiertechniken ein. Das Tool werde ich sicherlich in einem meiner künftigen Programmierseminare einmal einsetzen.

Ein anderes „Assembler-Programmier-Projekt“ ist schon etwas älter aber trotzdem noch einmal der Erwähnung wert: Der Autor des Blogs „Coding Horror“ (neu in meiner Blogroll rechts!) stellt TIS-100 vor – ein Spiel von zachtronics, bei dem es darum geht, einen fiktiven alten Computer in Assembler zu programmieren. Grandios!

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VCFB 2017

Das letzte Vintage Computing Festival Berlin ist gerade einmal 6 Wochen vergangen, da beginnen schon die Planungen für das VCFB 2017. Grund ist, dass es nächstes Jahr ungleich größer wird als in den vergangenen Jahren, weil wir im Deutschen Technikmuseum in Berlin mit einer Ausstellungsfläche von über 1100 Quadratmetern zu Gast sind – und, weil zeitgleich dort auch die Classic Computing des Vereins zum Erhalt klassischer Computer e.V. mit ausstellt. Daher: Save the date!

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Stefan Höltgen

… ist jetzt, dank der Initiative eins dortigen Autors, auch ein Stichwort bei Wikipedia.

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Programmierte Ethik

Im neuen Sammelband „Programmierte Ethik“,  herausgegeben von Florian Rötzer, habe ich einen Beitrag über Drohnen veröffentlicht – genauer gesagt handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung meiner Kritik zum Dokumentarfilm „Krieg & Spiele“.

Erhältlich ist der Band bei Amazon und in anderen eBook Stores.

Stefan Höltgen: Wer gesehen wird, hat schon verloren. In: Florian Rötzer (Hg.): Programmierte Ethik. Brauchen Roboter Ethik oder Moral? Hannover: Heise Medien 2016.

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Computeranatomie

An den vergleichsweise offenen Strukturen von 8-Bit-µPs lässt sich die integrierte Schaltlogik noch optisch differenzieren, wie Goran Devic mit The Anatomy of the Z80 zeigt.

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David Cronenberg vs. Hollywood

Maps to the Stars (Can/D/F/USA 2015, David Cronenberg) (Stream)

Als hätte jemand bei „Mulholland Drive“ das Licht eingeschaltet.

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VCFB 2016 – Nachlese

Das diesjährige „Vintage Computing Festival Berlin“ ist vorüber. Zum letzten Mal fand es im Pergamon-Palais statt. Nächstes Jahr am 7. und 8. Oktober gastieren wir im Deutschen Technikmuseum Berlin!

Neben zahlreichen Fotos von der Veranstaltung (hier, hier, hier und anderswo) sind nun auch die Filme der Vorträge online. Der VOC hat gefilmt und der CCC seinen Serverspace zur Verfügung gestellt.

Die Tagung ”HELLO, I’M ELIZA. Zum 50. Geburtstag eines Chatbots“ ist nicht gefilmt worden (die Performance am Ende gibt es allerdings als Film online); dafür ist ein Sammelband in der Reihe Computerarchäologie in Planung, in welchem alle Vorträge verschriftlicht werden und noch einmal etwa die gleiche Menge Texte zu anderen Themen rund um ELIZA hinzukommen. Informationen dazu gibt es sukzessive hier.

Am Schluss sage ich noch etwas zu den vergangenen Veranstaltungen und Eva Kudraß vom Technikmuseum zum nächsten Jahr:

 

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Bitte 8 Bit! – Shifted

In meiner RETURN-Kolumne „Old Bits“ ist in der vergangenen Ausgabe (Nr. 26) ein Beitrag erschienen, den ich in Unkenntnis meiner Zeichenbegrenzung morgens in einem Münchner Straßencafé verfasst habe. Es kam, wie es kommen musste: Der Text war mehr als doppelt so lang, wie gewünscht und ich musste ihn schweren Herzens kürzen (vor allem um technische Details). Damit die ursprüngliche Arbeit nicht ganz umsonst gewesen ist, veröffentliche ich ihn hier in der uncut-Fassung:

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Lehrveranstaltungen im Wintersemester

Zu meiner freudigen Überraschung bin ich im August eingeladen worden am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn die Professur für Medien, Algorithmen und Gesellschaft im Wintersemester 2016/17 zu vertreten.

Zu meinem dortigen Deputat gehören 4 Seminare, die ich zwischen Bachelor- und Master- im Medienwissenschaften- und Informatik-Studium gebe:

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SOL-20@CC2016

Die „Classic Computing“ ist vorüber und hat eine Menge Eindrücke und Hardware-Mitbringsel nach sich gezogen. Neben einer Kiste mit zweieinhalb MFA-Computern nebst Tastaturen, Steckkarten, Steckkarten-Bausätzen und den original Anleitungen habe ich für den C64 einen Voice-Synthesizer auf SC-01-Basis bekommen, den ich auf dem Fundus-Stand des VCFB vorführen werde. Außerdem wurde mir ein „KC Compact“ geschenkt – der letzte in der DDR produzierte Homecomputer, der weitgehend kompatibel zu den britischen CPC-Computern ist.

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Auf meinem eigenen VCFB-Stand habe ich den bei uns restaurierten SOL-20 mit Software vorgeführt. Überraschend und erfreulich war, dass sogar sämtliche Programme geladen und gestartet haben. Gespielt wurde natürlich am häufigsten TARGET.

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Auf diversen Internetseiten und in Foren gibt es wie üblich Fotos von der CC, so dass ich auf meine eigenen Eindrücke hier verzichten kann. Erfreulich war, dass neben lokalen Medien auch Golem (im Form meines Kollegen Mario Keller) anwesend war und sogar gefilmt hat. Ich  habe dabei ein paar Interview-Sekunden abbekommen.

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Jupiter Ace

Nach vielen gescheiterten Versuchen ist es mir vor 3 Wochen endlich geglückt, einen der selteneren und exotischeren Homecomputer der 1980er-Jahre bei ebay zu ersteigern: den Jupiter Ace.

Die Besonderheit dieses spartanisch ausgestatteten, mäßig gut designten und billig verarbeiteten Rechners ist, dass seine Erfinder die Vision hatten, der seinerzeit allgegenwärtigen Programmiersprache BASIC etwas entgegen zu stellen – nämlich ein FORTH-System.

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Flappy Bird @ VC-4000 @ Classic Computing

Zwischen 2013 und 2015 habe ich mich in 4 Seminaren zum Signetics-2650-Assembler mit der Programmierung der frühen Computerspielkonsole VC-4000 von Interton befasst. In einer Gruppenarbeit sollte für diese Konsole ein neues Spiel entstehen – das erste seit 1982 – nämlich „Flappy Birds“. Nachdem wir die Charakter-Animation, die Steuerung und sogar die Hintergrundmusik bereits fertig hatten, wollten wir uns an die Programmierung der Röhren-Animation machen, die aus der für den Video-Chip typischen „Gittergrafik“ bestehen sollte. Hierbei haben wir dann festgestellt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen dem von uns verwendeten VC-4000-Emulator und der Original-Hardware gibt, die dazu führten, dass Algorithmen, die im Emulator fehlerlos liefen, auf der Konsole nicht funktionierten. Um uns den zeitaufwändigen und sich ständig wiederholenden Prozess von „Programmieren – Assemblieren – EPROM-Brennen – Testen – EPROM löschen – …“ zu ersparen, sollte zunächst ein Multi-ROM-Modul, konstruiert werden, auf dem man Programm-Binaries einfach auf einer SD-Karte speichern kann, um sie von dort in die Konsole zu laden.

Dieses Modul ist nun seit einiger Zeit fertig und gerade wird eine professionelle Platine dafür konstruiert, die dann zum Selbstkostenpreis erworben werden kann. Alle notwendigen Teile lassen sich im Elektronik-Einzelhandel besorgen; die Software, alle Schaltpläne und Informationen befinden sich auf GitHub. Dort ist auch der Stub unseres „Flappy Birds“-Versuchs zu finden.

Gestern habe ich nun erfahren, dass sich ein anderer deutscher Hobbyist ebenfalls an die Programmierung des Spiels gemacht hat und dabei Erfolg hatte. (Er hat den oben geschilderten, zeitaufwändigen Entwicklungsprozess nicht gescheut). Anstatt der Gitter-Grafik bentutz er für die Hindernisse Sprites. Davon kann er zwar nur zwei gleichzeitig auf den Bildschirm bringen; diese Entscheidung liefert ihm aber 50 Byte mehr RAM-Speicher und zudem eine weniger „ruckartige“ Bewegung der Röhren. Elegant ist der „Durchlass“ zwischen dem oberen und unteren Rohr gelöst: Ein Sprite-Flag erlaubt die vertikale Spiegelung eines Sprites, so dass nur eine Hälfte gezeichnet werden muss. Das Ergebnis hat er für YouTube gefilmt:

Außerdem bietet er den Sourcecode, der Teile unseres unvollständigen Spielcodes enthält, sowie ein ROM-Image des Spiels zum Download über seine Homepage an.

Wer sowohl das fertige Multi-ROM-Modul als auch das spielbare Spiel sehen möchte, kann am übernächsten Wochenende nach Nordhorn zur „Classic Computing“ kommen – dem Jahres-Event des „Vereins zum Erhalt klassischer Computer e.V.“ Dort habe ich einen Stand (auf dem ich unseren restaurierten Sol-20 vorführe) und Mario Keller, einer der Mitentwickler des Moduls sowie der Spiel- Entwickler „Senildata“ werden ebenfalls dort sein.

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Signals & Noises

Auf der Projekt-Seite whatisamedialab.com ist soeben ein Interview mit mir erschienen, in dem ich über die Genese, Theorie und die Praktiken des Signallabors berichte. Das Gespräch ergänzt damit das zuvor mit Woflgang Ernst für die Seite geführte Interview zum Medienarchäologischen Fundus.

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Mikro-Kriegserzählung

„The Commodore Wars“ und die Misere der Computergeschichtsschreibung

Computergeschichte ist Teil der Technikgeschichte, die wiederum Teil der Wirtschaftsgeschichte ist. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn die Historiographen ihr Augenmerk auf die Geschichte einer Computerfirma richten. „The Commodore Wars“ steht in genau dieser Tradition und erzählt aus diesem Grunde auch nichts neues. Das einzig Originelle an ihm ist, dass er dies aus berufenem Munde tut.

mehr: Telepolis

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»Ohne Ehrfurcht an die Mediengeschichte herangehen«

Computerarchäologie und digitaler Nachlass: Interview mit Dr. Stefan Höltgen

Dr. Stefan Höltgen (privat) ist bekannt für seine Beschäftigung mit Computerarchäologie. Wir haben ihm einige Fragen zu Exponaten aus Nachlässen, Spuren Verstorbener und zur Technikgeschichte gestellt. Zudem hat er uns einen Einblick in die Sammlungen der HU Berlin gewährt und einige Fotografien von Exponaten, Nachlässen und „Vor-Lässen“ zur Verfügung gestellt.

mehr: digital.danach

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