Wie man einen Menschoiden rettet

Prepare to survive … lautete schon das Motto der Kinder-Levels in „Missile Command“. Dass solche Verteidigungsspiele zur Gewöhnung an Luft-Boden-Bedrohungsszenarien durchaus nicht unüblich sind, sehe ich gerade an der Anleitung zum Atari-2600-Spiel „Defender„. Dort heißt es auf dem Cover: „Special (Bärchenlogo) Feature: This Game Programm contains additional versions for your children.“ Anders als bei „Missile Command“ ist damit hier tatsächlich ein „entschärfte“ Version des Spiels gemeint:

Die Einspieler-Variante Nr. 10 und die 2-Spieler-Variante Nr. 20 sind als „Kinder-Spielvariationen“ markiert. Hier gibt es nur eine Geschwindigkeit von Gegnern und zu rettenden (abstürzenden) „Meschoiden“ (eine eigenwillige Eindeutschung von „humanoids“) – und zwar die langsamste – und es existieren keine „Mutanten-Trainingsmisionen“, die in den anderen Levels dem Spieler „helfen […], die Fertigkeit zum Überleben zu entwickeln, die bei einer Übernahme durch Mutanten nach der Verwandlung von allen fünf Menschoiden notwendig wird“. Vulgo: Ein Ziel-Übungs-Level, in dem man herannahende Gegner so schnell wie möglich abschießen muss.

Auch das Szenario dieses Spiels ist abermals nur mühsam als Science-Fiction-Setting getarnt. So wird von den im Spiel von feindlicher Seite abgeschossenen MIRV-Raketen etwa geschrieben: „Sie treffen aber ein harmlos aussehendes Gondelschiff und bei der Explosion werden Bündel von raketenspaltenden Schwärmen ausgestoßen. Aua!“ Die eigentliche Mission liest sich wie ein Paranoia-SF aus den 50ern: „Die Weltallnachrichten haben Sie darüber informiert, daß die diabolische Mission der Lander darin besteht, die Meschoiden von der Erde zu entführen und sie in abscheuliche fliegende Mutanten zu verwandeln, die die Städte zerstören und die Erde übernehmen.“

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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