Präleminarien einer Computerspielwissenschaft

Morgen und übermorgen findet in Berlin das GameCamp statt (vormals „Researching Games Bar Camp“) – ein treffen internationaler Forscher aus dem Game Studies. Nachdem ich zusammen mit meinem Kollegen Jan dort vorletztes Jahr bereits unser Buch „Time To Play“ vorgestellt hatte, bin ich dieses Jahr auch wieder mit einem kurzen Vortrag dabei. Thema wird die Quintessenz aus meinem letztsemestrigen „Pong“-Seminar sein und der Versuch einen Ansatz für eine non-diskursive Computerspielforschung zu entwickeln.

Mit „Pong Studies –Re-Enactment as an analytical Tool“ soll die Frage nach einer möglichen Historiografisierung der Spiel-Unterflächen (also der Codes, Schaltungen und Formeln) aufgeworfen werden. Das hierzu nachprogrammierte „Pong“-Spiel für den C64 bietet verschiedene Möglichkeiten in sonst „unerkannte“ Bereiche von Computerspielen hinein zu blicken und historischen Praktiken der Programmierung live nachzuvollziehen. Im Vortrag sollen vor allem die diversen Zeitschichten des Spiels vor- und einer allzu anthropomorphen Computerspiel-Geschichtsschreibung gegenüber gestellt werden.

Nach dem Vortrag soll das Thema zu einem Beitrag ausgebaut werden, in dem ich unterschiedliche Implementierungen (Papier, Mechanik, TTL, LSI, Software) von „Pong“ in ihren spezifischen Zeichensystemen techniknah einander gegenüberstelle. Dies soll einen ersten Ansatz für die Entwicklung einer „Game Science“ darstellen, den ich in einer Vorlesung im Sommersemester 2019 weiter ausformulieren werde.

Die morgige Präsentation wird zu einem Teil in der von mir verwendeten modernen Entwicklungsumgebung vorgestellt, dann aber auch auf „historischer“ Originalhardware vollzogen. Hierzu schleppe ich einen SX-64 mit SD2IEC-Modul mit auf das BarCamp.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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