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Juli, 2008:

Vampire, Zombies, Mumien und andere Sex-Monster

Vom 22. bis 26. Oktober findet in Berlin wieder das “Pornofilmfestival” statt – bereits zum dritten Mal werden dort internationale Beiträge gezeigt und von einer Jury prämiert. Nebenher wird es wieder Filmreihen und Themen-Module geben und weil ich einen der Veranstalter auf der Frankfurter Splatterfilm-Tagung kennen gelernt habe, wurde ich eingeladen, einen Vortrag (Titel siehe oben) zu halten. Ein kurzer Ankündigungstext:

Seit den 1970er Jahren, also der Blütezeit des Pornofilms, hat es immer wieder Versuche gegeben, diesen mit anderen Filmgenres zu kreuzen. Neben zumeist Kriminalfilm- und Thriller-Hybriden sind es vor allem Horrorstoffe, die besonders häufig in erzählenden Pornofilmen zu finden sind. Der Vortrag versucht einen Blick auf einige Vertreter dieser Horror-Porno-Hybride zu werfen und dabei vor allem die Monsterfilme, in sich denen die klassischen Figuren des Horrorkinos unversehens in Pornotopia wiederfinden, vorzustellen. Im Zentrum steht die Frage: Was haben die Monster und der Sex als filmische Phänomene gemeinsam und warum ist ihr Aufeinandertreffen im Pornofilm so überaus plausibel?

In Frankfurt hatte ich ja noch Querbeet durch den ganzen Hybrid-Dschungel gepflügt, was notwendigerweise zu einem eher phänomenologischen Vortrag geführt hat. In Berlin werde ich mich voll auf die Filmmonster konzentrieren und vor allem den Porno-Vampirfilm (der damals aufgrund seines unglaublichen Reichtums noch zu kurz gekommen war) für eine strukturale Analyse in den Fokus rücken.

Hometaping is killing Music

Thomas Pany schreibt heute auf telepolis über das Ende der Musik-Kassette.

»press a button and the deed is done«

Heute ist auf postapocalypse.de ein Interview mit dem DEFCON-Macher Chris Delay erschienen.

The Bats out of (postnuclear) Hell

Chosen Survivors (USA 1974, Sutton Roley) (DVD)

So ist das mit dem Kino: Man geht hinein und manchmal stellt sich nach der Hälfte des Films heraus, dass er einem nicht gefällt. Aber kann man dann einfach hinausgehen? Nein, man wird durch sozialen Druck, Respekt vor denjenigen, deren Filmgenuss man stört oder schlicht dem irrationalen Zwang etwas zuende bringen zu müssen, das man einmal angefangen hat, zurückgehalten – und schließlich weiß man nie, was einen in der zweiten Hälfte vielleicht noch Gutes (oder Wiedergutmachendes) erwartet.

“Chosen Survivor” hat viel Ähnlichkeit mit dieser Situation, denn exakt nach der Hälfte des Films findet man heraus, dass man auf der falschen Fährte war – trickreich ausgelegt von einem Drehbuch, das seine Zuschauer mit Katastrophenlust zu binden versucht: Es geht nämlich um den atomaren Holocaust. Eine handvoll ausgewählter Bürger (unter ihnen Schriftsteller, Wissenschaftler, Sportler, Ärzte) werden aus ihren Wohnungen in einen 1700 Meter unter der Wüste New Mexicos liegenden Bunker verschleppt. Auf ihrer Fahrstuhlfahrt nach unten deutet eine schwere Erschütterung an, dass die Rückkehr wohl so schnell nicht mehr möglich sein wird. Und richtig: Unten erfahren sie, dass oben der Dritte Weltkrieg ausgebrochen ist und sie nun hier für ein paar Jahre überleben und den Fortbestand der Menschheit sichern sollen.

Ein interessantes Konzept, wären da nicht die Fledermäuse, die den Krieg offenbar ebenfalls überlebt haben und durch ominöse Eingänge in den Bunker gelangen und die dort überlebenden angreifen und aussaugen. Zunächst glaubt man sich noch gegen sie erwehren zu können. Als einer der Insassen jedoch in Rage gerät, wichtige Versorgungseinheiten des Bunkers zerstört und damit auch einen großen Eingang für die Blutsauger öffnet, wird die Lage aussichtslos. Und deshalb verrät einer der vermeintlich Entführten dann auch, dass es gar keinen Krieg gegeben hat, dass man die Menschen nur für 30 Tage und nur zum Testen, ob solch eine Station im Ernstfall betrieben werden könnte, eingepfercht hat. Er selbst soll deren Verhalten beobachten und hinterher der Regierung berichterstatten. Aber können sie einfach aus dem Bunker hinausgehen? Nein. Sie werden zwar weder von sozialem Druck, Rücksicht oder Zwängen zurückgehalten, wohl aber von einer sich nicht mehr öffenenden Fahrstuhltür.

Anstelle von Erleichterung macht sich bei den Insassen also folgerichtig Ärger breit – und beim Zuschauer setzt ein Gefühl von Profaneität ein, das bis zum Abspann bestehen bleibt. Anstelle eines durchaus interessanten postapokalyptischen Kammerspiels bekommt er einen halbgaren Fledermaushorror-Eintopf vorgesetzt. Gut ist daran einzig die dialektische Wendung hinter der Frage, warum man solch einen Film überhaupt dreht. Zurzeit der Entstehung von “Chosen Survivor” war sowohl der Tierhorror- als auch der Atomkriegsfilm bereits mit tradierten Motiven etabliert. Über das eine Grauen durch ein anderes hinwegzutäuschen dürfte also als spannendes Experiment gegolten haben. Den Atomkrieg dann sogar als authentischen Aufhänger für solch einen Stoff zu verwenden, sagt eine Menge über die Produktionszeit und die Mentalität der Kunstschaffenden aus.

»They Were Chosen To Live. But They Were Destined To Die!«

auch erschienen auf postapocalypse.de

Rückkehr und Abschied

Saraband (Swe 2003, Ingmar Bergman) (DVD)

Das ist er also, Ingmar Bergmans letzter Film – den er bereits als seinen letzten Film geplant hatte. Johan und Marinanne treffen sich nach 32 Jahren wieder und erleben erneute Szenen einer Ehe. Bergman dreht den Film exakt 30 Jahre nach seinem Vorgänger und kann sogar noch auf seine beiden Hauptdarsteller Liv Ullmann und Erland Josphson zurückgreifen. Im Zentrum stehen allerdings nicht mehr die längst überwundenen Konflikte der beiden, sondern das Drama um Johans Sohn Henrik und seine Tochter Karin, die im Begriff ist, sich von ihrem Vater zu lösen und ihr eigenes Leben zu leben. Anna, Henriks Frau, ist zwei Jahre zuvor gestorben und hat eine tiefe Wunde in der Familie hinterlassen, die sich bis zu Johan zieht, der eigentlich nur sporadisch Kontakt mit seinem Sohn hat.

Die Tragik der Erzählung wirkt hier schon bedeutend kraftloser als in den Bergmann’schen Filmjahrzehnten zuvor. Die einstmals existenzialistischen Probleme sind nun “nur noch” existenziell. Fast möchte man den Figuren einen Besuch bei einem Verhaltenstherapeuten empfehlen, so profan erscheinen manche Konflikte, so sehr durch Sprachspiele und Missverständnisse bedingt. Auch auf der visuellen Ebene hat Bergman in seinem letzten Film nicht mehr viel zu zeigen. Sicherlich: Da gibt es diese unendlich langsamen Kamerafahrten, die sanfte Verschiebung des Fokus beim nächtlichen Gespärch zwischen Henrik und Karin im Bett. Aber eben auch viel Profanes, etwa eine Kaskade ineinander über geblendeter Bilder von der Natur, ganz am Anfang des Films. Schließlich ist sogar die Selbstreflexivität, wie man sie aus dem Pro- und Epilog von “Die Stunde des Wolfs”, aus den Einschüben in “Passion” oder dem Beginn von “Persona” kennt, nur noch als schwacher Abglanz in “Saraband” zu erkennen: Anna erzählt den Film mit festem Blick in die Kamera anhand eines Haufens vor ihr auf dem Tisch liegender Fotografien.

Es ist kein schönes Gefühl, das Ende einer Karriere und die Schwäche eines einstmals starken Erzählers so deutlich in Bilder gegossen zu sehen.

epd Film 8/08

Gestern endlich im Briefkasten: Die August-Nummer der “epd Film” mit meinem Essay über “Atomkrieg im Film” (der derzeit auch noch online zu lesen ist) – ein Thema das mich derzeit und wohl auch noch künftig weiter beschäftigen wird.

Außerdem nimmt sich Georg Seeßlen den neuen Batman-Film vor und portraitiert Christina Bale. Birgit Boschey schreibt über zwölf Filme, die Skandale auslösten, China ist natürlich auch ein Thema (von Martin Gieselmann, Silvia Hallensleben und Jennifer Borrmann in drei Texten bearbeitet) und dann gibt es wieder eine Vielzahl an Filmkritiken (Liste auf der epd-Seite).

»Entry Request«

M.A.R.K. 13 (Hardware, GB 1990, Richard Stanley) (DVD)

Ein bisschen aus der Reihe tanzt “Mark 13″ ja schon innerhalb meines Beobachtungszusammenhangs “Wie Computer den menschlichen Wohnraum ein- und übernehmen”, denn zum einen ist es (scheinbar) ein Roboter, der sich des Wohnraums der Künstlerin Jill bemächtigt, zum anderen ist “Mark 13″ ein post-apokylptischer Film, was ihn von den zuvor gesehenen deutlich in seinem Subgenre deutlich unterscheidet. Doch gerade letzteres verstärkt natürlich das Parabelhafte der Story, denn die Zukunft, die Richard Stanley in seinem Film zeichnet, ist ganz besonders durch ihre räumlichen Dichotomien “Innen/Außen” bestimmt. Dies gibt dem beobachteten Diskurs eine ganz neue Qualität, denn “draußen”, das ist in “Mark 13″ gleichbedeutend mit Krankheit, Verseuchung, Gewalt, Krieg, Perversität. “Drinnen” steht für Privatheit, Sicherheit, (relative) Reinheit, Frieden. In “Mark 13″ wird das Konzept der Privatheit, mithin das der Wohnung überhaupt, sozusagen auf seinen deutlichsten Nenner gebracht: Während draußen vormoderne, barbarische Zustände herrschen, ist drinnen das bürgerliche Leben noch halbwegs in Ordnung. Und überwacht wird diese Ordnung von … einem “Heim-Computer”:

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80 Jahre Stanley Kubrick

… wurde heute morgen im WDR5-Zeitzeichen gefeiert. Hier kann man sich den Beitrag anhören.

Sie fressen alles!

Kosmokiller – Sie fressen alles (The Deadly Spawn, USA 1983, Douglas McKeown) (DVD)

Gestern Abend war ich zu einem Live-Audiokommentar nach Aachen in die “Raststätte” eingeladen. Gezeigt wurde “Kosmokiller”, kommentiert aus dem Stehgreif von mir und Alex Klotz:

Nach wie vor ein charmanter und nicht unintelligenter SF-Exploiter, der gerade weil er seine Mechanismen offen reflektiert so viel Spaß macht: Da gibt es die studierenden Rationalisten, die nur an die Fakten glauben, den behavioristischen Großvater, der das Verhalten seines Horrorfilm-liebenden Enkels für analyse-würdig hält und eben jenen, der halb in der Realität und halb in der Fiktion lebt und nur deshalb der einzige ist, der wirksame Mittel gegen die Alien-Invasoren aufzubieten hat. Denn er weiß: Er ist in einem Horrorfilm und da herrschen andere Gesetze (vor allem was Zeitfluss und Raumsprünge angeht) als im richtigen Leben. Beachtenswert, gestern aber nur angeschnitten, wäre es, einmal die Gender-Diskurse des Films aufzubereiten. Da werden schon einige sehr sinnfällige Geschlechterklischees durcheinandergewirbelt und neu formiert.

Input/Output

Electric Dreams (USA 1984, Steve Barron) (VHS)

Electric Dreams

Wie oft habe ich diesen Film nun schon gesehen? Einer der Lieblingsfilme meiner Jugend – warum, weiß ich heute gar nicht mehr so genau: Die melodramatische Liebesgeschichte wird es nicht gewesen sein, der tolle Giorgio-Moroder-Soundtrack (mit den vielen Boy-George-Titeln) schon eher. Bestimmt aber war es das Thema Computer, das mich besonders fasziniert hat. Anno 1986, als ich “Electric Dreams” wahrscheinlich zum ersten mal gesehen habe, habe ich gerade denselben Traum geträumt. Meinen ersten eigenen Home-Computer habe ich 1984 bekommen, einen TRS-80-Clone. Nach dem Umzug in eine größere Stadt bin ich dann fast täglich zu einem der Elektro- und Hifi-Händler gegangen, der eine stattliche Anzahl Home-Computer im Angebot hatte. Ich erinnere mich an einen MSX-Rechner von Sony, einen Commodore C-16, einen Sinclair Spectrum und den Atari 800 XL – letzerer wurde im selben Jahr dann auch meiner.

Aber zum Film: “Electric Dreams” ist die freundliche Version der Electronic-Home-Invasion, zumindest die, die mit einem Happy End ausgeht. Miles Harding (Lenny van Dohlen – später großartig in “Twin Peaks”) kauft sich einen Homecomputer, weil angeblich jeder einen haben muss. Miles’ Welt ist bereits vollständig elektronisch überwacht. In seiner Firma, an der Straßenecke, am Flughafen, im Computerladen … überall Überwachungskameras und überall Computer. “Electric Dreams” bereitet sein Thema also gründlich vor. Miles beginnt sofort nach dem Aufbau des Rechners, diesen mit Steckeradaptern an seine Haushaltsgeräte anzuschließen, installiert ein computergesteuertes Türschloss, besorgt sich am nächsten Tag Audio-Equipment und einen Akustikkoppler. Der Computer hat nun – im besten Sinne – die Kontrolle über seine Privatsphäre übernommen. Fatalerweise begießt Miles ihn, nachdem er den Rechner mit einem Data-Overload beinahe zur Explosion gebracht hat mit Sekt (hier erscheint das fantastische Element: Mein Bruder hat meinen TRS-Clone mit Cola begossen – da ist nichts derartige passiert, die Tasten waren nur für alle Zeit verklebt) um ihn abzukühlen. Dadurch geschieht irgend etwas mit den Platinen des Rechners und der Rechner erwacht zum Leben. Er lernt musizieren, sprechen und will schließlich die Stelle Miles’ als Freund der schönen Nachbarin Madeline (Virginia Madsen – im selben Jahr großartig als Prinzessin Irulan in Lynchs “Dune”) einnehmen. Es kommt zum finalen Konflikt, an dessen Ende der Computer einsieht, dass er kein Mensch sein kann und sich selbst zerstört.

Der Computer nennt seinen Besitzer aufgrund eines Tippfehlers nicht Miles sondern “Moles” und die Vertauschung I/O wird gleich auf mehreren Ebenen sinnfällig. I/O ist auch eine gängige Abkürzung in der eletronischen Datenverarbeitung für Input-Output. Mittels der I/O-Verfahren kommuniziert der Computer mit seiner Umwelt, das heißt, mit seiner Peripherie. Seine virtuell-räumliche Existenz (der Computer in “Electric Dreams” baut fantastische virtuelle Räume auf seinem Monitor) wird durch die I/O-Technologien auf den Realraum, sprich: Miles’ Wohnraum, ausgedehnt. Indem der Computer die Fähigkeit bekommt, seine Existenz weiter in den realen Raum auszudehnen, wird er zum Konkurrenten, zur Gefahr.

Es mag 1984 eine nicht selten anzutreffende, landläufige Angst gewesen sein, dass Computer derartige Macht besitzen oder erlangen könnten. Die zuvor diskutierten Filmbeiträge haben eine ganz ähnliche Tendenz wie “Electric Dreams”. Doch überwiegt hier bereits der spielerische, ja, kreative Aspekt: Der Computer wird nicht länger dazu benutzt, Atomraketen zu kontrollieren (Colossus) oder Türen zu öffnen und das Licht auszuknipsen (Demon Seed). Sein kreatives Potenzial wird genutzt: Er komponiert Liebeslieder, entwirft architektonische Gebilde und vor allem: er lernt aus den Massenmedien, also von den Menschen selbst. Diese Fähigkeiten machen ihn zunächst zu einem Freund, zumindest aber zu einem Partner auf Augenhöhe. Seine Macht ist begrenzt: Er kann Miles zwar die Kreditkarten sperren lassen und ihn in der Oper blamieren, wirklich bedrohen kann er ihn außerhalb seiner peripheren Reichweite jedoch nicht. Und verführbar ist er ohnedies: Er lässt sich durch seltsame Geräusche ablenken und ist empfänglich für Schmeichelein. “Electric Dreams” ist also eher ein Film der 1984 sich langsam etablierenden Computer-Kid-Generation. Ein Film für diese Kids vielleicht, aber mit der Konzentration auf die Liebesgeschichte vielleicht eher noch einer für die älteren Zuschauer, diejenigen, die selbst genug Geld haben, sich einen Computer ins Haus zu holen.

Alternative Geschichte(n) der Medien

Im August sendet ARTE eine Reihe von Dokumentarfilmen (zumeist in der Reihe “Mission X”) zur Technik- und Kulturgeschichte, die man auf der Basis eines erweiterten Medienbegriffes auch als Dokumentationen einzelner Trägermedien lesen könnte. Es beginnt am 9. August (21:00 Uhr) mit einer Sendung über die Geschichte der Erfindung der Pipeline, die den internationalen Energiehandel inittiert hat. Direkt danach (21:50 Uhr) folgt eine Sendung über die Ausbreitung von Eisenbahnlinien Mitte des 19. Jahrhunderts. Am 13. August (21:50 Uhr) wird die Geschichte des Hubschraubers dokumentiert – eine wenig beachtete Parallelgeschichte der Fliegerei, die jedoch fundamentale Änderungen in der Kriegsführung und Logikstik mit sich gebracht hat. Am 16. August folgen zwei weitere Dokumentationen. Die erste über die Dampfmaschine (21:00 Uhr), die Keimzelle der Industrialisierung, die zweite über Alfred Nobel und seine Erfindung: Das Dynamit (21:50 Uhr), womit sich Nobel einen ambivalenten Ruf in der Menschheitsgeschichte erarbeitet hat. Etwas außerhalb dieser Reihe beschäftigt sich am 20. August eine Dokumentation mit Weltraum-Spionagesatelliten (21:50 Uhr). Am 23. August wird abermals in einer Doppel-Folge der gut erforschten Geschichte des Telefons (21:00 Uhr) und der Erfindung des Luftschiffes (21:50 Uhr) – ebenfalls einer Parallelgeschichte der Fliegerei – gedacht.

Cult Media Studies

Ein Webprojekt über Kultmedien aus akademischer Perspektive. Spannend. (via filmforen/Critic)

Encounters at the End of the World

Im Werner Herzog Archive entdeckt: Herzog hat einen Film fertiggestellt, der in der Antarktis gedreht ist und natürlich auch dort spielt. Damit ist Herzog der erste Regisseur, der auf allen sieben Kontinenten produziert hat. Irgendwie ja konsequent, dass Herzog und die Antarktis einmal aufeinander treffen würden.

Den Trailer zum Film gibt es bei YouTube:

»Half of the Earth blew up.«

Right at your Door (USA 2006, Chris Gorak) (DVD)

Eine detaillierte Auseinandersetzung auf postapocalypse.de.

30 Jahre Space Invaders

In der Rubrik EinesTages auf SpOn ist heute ein Geburtstagstext zu lesen.

»Ja, ich bin wirklich so witzig.«

Der gezähmte Widerspenstige (Il Bisbetico domato, Italien 1980, Franco Castellano, Giuseppe Moccia) (DVD)

Ein Italo-Kracher aus den 80ern mit Adriano Celentano. Auf welch unbefangenem Witzverständnis der Film beruht, lass ich ihn am besten selbst erzählen:

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… den langweiligen Teil weglassen.

Jumper (USA 2008, Doug Liman) (Blu-ray)

mehr: F.LM

Keywords: Russian Roulette | Beautiful Woman

Live! (USA 2007, Bill Guttentag) (DVD)

Der besondere Clou von „Live!“ ist, dass er am Ende performativ einlöst, was er zu Beginn schwarz an den Horizont malt: Wir sind zumindest TV-ästhetisch nicht mehr weit entfernt von Fernsehformaten, die bis zum äußersten gehen. Wir haben die Mittel, wir haben die Argumentationsstrategien (so abstrus sie in „Live!“ auch zunächst klingen: Nicht Weniges ist in den USA bislang mit dem Argument der „freien Rede“ begründet worden!) und die Zuschauer haben wir allemal. Natürlich ist eine Show, wie sie „Live!“ vorführt, zumindest in Europa nur schwer vorstellbar, doch das waren Shows wie „Big Brother“, „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Ich bin ein Promi: Holt mich hier raus“ bis vor wenigen Jahren auch noch. Eine Utopie ist nicht etwa ein Ort, den es nicht gibt, sondern ein Ort, der nur noch nicht entdeckt und betreten worden ist. Beschrieben wurde dieser Ort nun einmal mehr – mit „Live!“

Mehr: Schnitt

Wir sind die Marsmenschen

titelt Hans Schmids neuer Essay auf telepolis über die Hammer-TV-Serie “The Quatermass Experiment”.

Chacun son Cinéma

Chacun son Cinéma (Div. 2007, Div.) (DVD)

Die Vielfältigkeit der Beiträge ist einerseits der Internationalität ihrer Regisseure geschuldet, die oft die in ihren Heimatländern je sepzifische Kinosituation in den Filmen reflektieren. Wir lernen großartig ausgestattet Kinos in westlichen Metropolen kennen, kleine heruntergekommene Vorführsäle an den Stadträndern oder in Dörfern, aber auch Behelfs-Kinos, die lediglich aus einem aufgespannten Betttuch bestehen und einem Projektor, der von launischen Vorführern betrieben wird. Es gibt Episoden, die spielen im Kino, während der Vorführung, dann welche, die ds GEschehen vor dem Kino zeigen, dann welche, in denen nur von Kino gesprochen wird. Andererseits ist es aber natürlich auch die spezifische Handschrift eines jeden der 36 Filmkünstler, die sich in die Werke einschreibt. Dass die Filme von Cronenberg, den Coens, David Lynch oder Roman Polanski eher skurril sind, andere dafür, wie der Wong Kar Wais oder Theo Angelopoulos’ eher sentimental, dritte wiederum, wie der Wim Wenders’ aufrüttelnd – das ist gerade der Wert einer solchen Kurzfilmsammlung. “Chacun son Cinéma” ist ein Geburtstagsgeschenk für Cannes, das besser kaum zu denken wäre: abwechslungsreich, amüsant, kritisch, tiefsinnig und verliebt.

mehr: F.LM