»Und wenn ich diese Taste drück‘ …«

Vom 20. bis 22. Juni findet am Zentrum für Musikwissenschaft in Leipzig die Konferenz „Pixel-Art und Chiptunes“ statt, zu der ich für einen Vortrag eingeladen wurde. Ich werde dort die Überlegungen aus meinem PAIDIA-Beitrag über PSGs und von einem Vortrag, den ich im April auf der Ludomusicology 2019 in Leeds halte, zusammenführen:

»Und wenn ich diese Taste drück‘ …« – Hardwarenahe Programmierung von Sounds in frühen Computerspielen

Computer haben beim Spielen immer schon Sounds ausgegeben. Angefangen beim Summen und Klicken der Analogrechner-Komponenten des „Tennis for Two“-Spiels über die Lüftergeräusche beim „Spacewar!“-Spielen an der PDP-1 bis hin zu „Pong“, dessen Tonausgaben angeblich ein „visuelles Abfallprodukt“ waren. In Ermangelung elaborierter Technologien zur programmierbaren Klangerzeugung (er)fanden Computerspiel-Entwickler alternative Möglichkeiten ihren Geräten Klänge zu entlocken, die das Spielambiente akustisch bereicherten. Hierbei spielten die vorgegebenen technischen Infrastrukturen ebenso eine Rolle wie die trickreiche Umnutzung von Hardware-Komponenten zur Klangerzeugung, obwohl diese gar nicht dafür ausgelegt waren. Der Vortrag stellt die verschiedenen Formen und Gattungen (mechanische, elektromechanische, analogelektronische und 1-Bit-Sounds) dieser Proto-Sound-Generierung an ausgewählten Beispielen vor und versucht diese Form der Klangerzeugung medienepistemologisch zum Phänomen „Chiptunes“ in Beziehung zu setzen. Die Live-Programmierung einer historischen Originalplattform soll dabei einen Eindruck in die zeitkritische und hardwarebezogene „Kompositionstechnik“ solcher Soundgenerierung vermitteln und die prizipiellen Grenzen der Virtualisierbarkeit von Sounds mittels Emulatoren markieren.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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