»Ein Elektronenauge … wie eine Fernsehkamera!«

Kampf der Welten (War of the Worlds, USA 1953, Byron Haskin) (DVD)

1953 war nicht nur das Jahr, in dem H.G. Wells „War of the Worlds“ das Licht der Leinwand erblickte, sondern auch das Jahr, in dem das Fernsehen durch Standardisierung der Farbübertragung seinen entgültigen Siegeszug begann und wie eine Pest über Hollywood herzufallen begann, gegen die wohl nur ein Wunder helfen konnte. Dass das Fernsehen ein „Fenster-Medium“ sei, das nicht nur im Privaten den Blick nach Außen, sondern auch von dort in die Wohnstuben hinein ermöglichte, wusste schon Fritz Lang in „While the City Sleep“ (1956). In „War of the Words“ bekommt diese Gewissheit ein Gesicht:

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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6 Kommentare zu »Ein Elektronenauge … wie eine Fernsehkamera!«

  1. Harald sagt:

    Nitpicking zum Tage:
    Das Farbfernsehen mag 1953 standardisiert worden sein (ich weiß es nicht, die Wikipedia, auf die Du verlinkst, nennt 1954), aber praktisch durchzusetzen tat es sich erst 1962-63… also immerhin zehn Jahre später.
    (Was Hollywood der, wenn auch noch schwarz-weißen, „Pest“ entgegensetzte? Autokinos, Breitwand- und 3-D-Verfahren sowie Polemik wie etwa „The Twonky“… ein Film, der endlich einmal seriös besprochen werden müßte… wenn bloß jemand das Betrachten klaren Kopfes überständen hätte…)

    (Licht der Leinwand? Nicht eher Licht des Projektors?)

  2. Stefan sagt:

    1. Du hast recht: Die Erfindung des Farbfernsehens war noch nicht der Untergang des Kinos. In der Rückschau war es aber der Anfang vom Ende. Daher habe ich „seinen Siegeszug begann“ geschrieben. (Ich lese verschiedentlich von 1953 und 1954 … ich hab den Wikipedia-Beitrag verlinkt, weil er passt: „Krieg der Welten“ wurde 1953 produziert.)

    2. Zum Thema: Durchsetzung des Farbfernsehens 1962-63: Hast du da eine verlässliche (Papier-)Quelle für mich? Die bräuchte ich nämlich für das Psycho-Kapitel meiner Diss.

    3. Licht der Leinwand ist filmtechnologisch nicht korrekt, wohl aber „wahrnehmungstechnisch“; Wir sehen den Film doch auf der Leinwand, nicht auf dem Projektor. Wir sitzen ja schließlich alle in Platons Höhle und nicht hinter seinem Beamer. 🙂 Außerdem ist das doch eine Metapher „Das Licht der Leinwand erblicken“ = „Das Licht der Welt erblicken“ = geboren werden … aber das weißt du eh. (Das Licht des Projektors … bäh, scheußliches Metrum. :-D)

  3. Harald sagt:

    Papierquelle habe ich keine, nur die Evidenz, daß in diesem Zeitraum (den ich nach Recherche noch etwas weiter fassen würde)
    a) Hollywood komplett auf Farbe umsprang („The Birds“ könnte, auch spezialeffekt-bedingt, die letzte größere Mainstream-Produktion in SW sein),
    und b) diverse TV-Serien, deren erste seasons noch SW waren, auf Farbe wechselten, z.B. „I Dream of Jeannie“ (Farbe ab 1966), „Bewitched“ (Farbe ab 1966) und „My Favorite Martian“ (Farbe ab 1965).
    (Die erste „größere“ Farb-Serie scheint „Bonanza“ (ab 1959) gewesen zu sein, während Klassiker wie „The Untouchables“ (1959-1963) und „Twilight Zone“ (1960-1965) über ihre gesamte Laufzeit SW blieben. Die letzte relevante SW-Serie könnte „Outer Limits“ (1965-1966) gewesen sein.)

    Und Plato entwaffnet mich. 😉

  4. Stefan sagt:

    Ich habe gerade einen schönen Aufsatz zur Entwicklung der Fernseh-Technologie gefunden:

    Albert Abramson: 110 Jahre Fernsehen. Visionen vom Fern-Sehen. In: Edith Decker/Peter Weibel (Hgg.): Vom Verschwinden der Ferne. Telekommunikation und Kunst. Zur Ausstellung im Deutschen Postmuseum Frankfurt am Main. Köln: dumont 1991, S. 146-208.

    Der Autor berichtet auf S. 203ff. von der Entwicklung der Farbfernseh-Technologie und verweist vor allem auf die 1968 auf dem Markt kommenden, billige Sony-Trinitron-BIldröhre, die wohl maßgeblich zur Verbreiterung des Farbfernsehens beigetragen hat.

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