»Der Terror ist da!!!«

Falscher Bekenner (D 2005, Christoph Hochhäusler)

Ein arbeitsloser und lethargischer Jugendlicher schreibt anonyme  Bekennerbriefe für Unfälle, mit denen er gar nichts zu tun hat. Presse  und Polizei glauben den Briefen. “Falscher Bekenner” lässt seinen  Zuschauer über viele Aspekte der “Realität” seiner Erzählung im Unklaren. In Flashbacks, die immer  wieder in den Film eingestreut sind und wie Erinnerungsbilder  inszeniert werden, wird nahe gelegt, dass der jugendliche Protagonist  einiges  zu verbergen hat. Im Gegenzug entwickelt der Film aber genau das  gegenteilige Profil dieser Figur: verschlossen,  ängstlich, realitätsfremd. So schätzen ihn nicht nur seine Mitmenschen ein, sondern auch der Zuschauer des Films ein. Die “Bekenner”-Problematik wird zum Vehikel für das intensive Psychogramm  eines Heranwachsenden, der keine Perspektive sieht und dem es bei  seinen  Lebensumständen nicht möglich ist, direkte Erfahrungen zu sammeln.

Diese Problematik überträgt der Film auf seine  Rezeptionssituation: Auch der Zuschauer ist sich durch die Indifferenz  von Real- und Erinnerungsbild nur selten darüber im Klaren, was “wirklich passiert” ist. Hochhäusler spielt geschickt mit unserem filmästhetischen Vorwissen, um seine Verwirrung perfekt zu inszenieren.

1 Kommentar

  1. [...] der Künste seinen neuen Film “Das weiße Band” vorgestellt und im Anschluss mit Christoph Hochhäusler darüber diskutiert. Ich war mit der Kamera dabei und habe die Podiumsdiskussion [...]

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  • Reinlesen
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  • Professor Roboter
    … unter diesem charmanten Titel berichtet der Tagesspiegel heute von einer Schenkung hunderter Spielzeugroboter an das Berliner Technik-Museum. Ich bin gespannt, wann sie in die Ausstellungen gelangen.

  • Rabbit Eye
    Heute habe ich per E-Mail einen Hinweis auf ein neues Online-Filmmagazin mit dem Titel “Rabbit Eye – Zeitschrift für Filmforschung” bekommen, den ich hier gern weiter gebe.

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  • Image Online
    47 Jahrgänge der Zeitschrift für Fotografie und Film online. (via Thomas@Facebook)

  • Historische Anthropologie
    zum Downloaden als PDF gibt es an der FU Berlin. Und zwar etliche vergriffene Sammelbände von Dietmar Kamper und Christoph Wulff. (via philosophus)

  • Computerphilologie
    … nannte sich das zuerst an der Uni München, dann an der TU Darmstadt. Dort wird seit 10 Jahre ein Jahrbuch herausgegeben. Die Artikel sind sämtlichst online abrufbar.

  • Computer History Org
    Ganz tolle Webseite eines Computermuseums im Silicon Valley. (Und erst die Resources!)

  • Nixi
    Heute habe ich eine “neuen” Taschenrechner bekommen. Leider “nur” mit LED. Beim Surfen bin ich auf diese tolle Nixi-Tube-Seite gestoßen.