»Der Terror ist da!!!«

Falscher Bekenner (D 2005, Christoph Hochhäusler)

Ein arbeitsloser und lethargischer Jugendlicher schreibt anonyme  Bekennerbriefe für Unfälle, mit denen er gar nichts zu tun hat. Presse  und Polizei glauben den Briefen. “Falscher Bekenner” lässt seinen  Zuschauer über viele Aspekte der “Realität” seiner Erzählung im Unklaren. In Flashbacks, die immer  wieder in den Film eingestreut sind und wie Erinnerungsbilder  inszeniert werden, wird nahe gelegt, dass der jugendliche Protagonist  einiges  zu verbergen hat. Im Gegenzug entwickelt der Film aber genau das  gegenteilige Profil dieser Figur: verschlossen,  ängstlich, realitätsfremd. So schätzen ihn nicht nur seine Mitmenschen ein, sondern auch der Zuschauer des Films ein. Die “Bekenner”-Problematik wird zum Vehikel für das intensive Psychogramm  eines Heranwachsenden, der keine Perspektive sieht und dem es bei  seinen  Lebensumständen nicht möglich ist, direkte Erfahrungen zu sammeln.

Diese Problematik überträgt der Film auf seine  Rezeptionssituation: Auch der Zuschauer ist sich durch die Indifferenz  von Real- und Erinnerungsbild nur selten darüber im Klaren, was “wirklich passiert” ist. Hochhäusler spielt geschickt mit unserem filmästhetischen Vorwissen, um seine Verwirrung perfekt zu inszenieren.

1 Kommentar

  1. [...] der Künste seinen neuen Film “Das weiße Band” vorgestellt und im Anschluss mit Christoph Hochhäusler darüber diskutiert. Ich war mit der Kamera dabei und habe die Podiumsdiskussion [...]

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  • Paradigmatische Computer-Theorien
    Beim Lesen eines Textes zur Medienwissenschaft des Computers bin ich auf drei Quellen gestoßen, die als paradigmatische Beiträge zur Computertheorie gelten – und als Volltexte im Netz zu bekommen sind: Vannevar Bushs Essay “As we may think” (1945) und Carl Adam Petris Dissertation “Kommunikation mit Automaten” (1962). (letzterer ist ein >600 MB großer Scan des Originaltextes!) Sowie J. C. R. Licklider/Robert W. Taylor: “The Computer as a Communication Device” (PDF) (dort auch: Lickliders Text “Man-Computer-Symbiosis”)

  • Strommasten
    … gehören ja sowieso zu den unbemerkten Landart-Kunstwerken. Was die Choi+Shine-Architekten da allerdings in die Landschaft gestellt stellen wollen, wird nicht nur Technofetischisten erfreuen.

  • Roboter sind die neuen Atombomben
    In der SZ interviewt Matthias Kolb heute den Ethiker Peter W. Singer über Roboter als Kriegsmaschinen.

  • Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront …
    … weil du auch ein Arbeiter bist. Die Wochenzeitung “Jungle World” beleuchtet in der dieswöchigen Ausgabe das Thema “Kommunismus und Roboter“.

  • Turing-Quiz
    IBM bereitet einen Computer auf die Teilnahme in einer Quizshow vor, wie SpOn heute mitteilt. Besonders menschlich wäre er dann ja, wenn er verlöre, oder?

  • Linkdump

  • Rainer Fischbach
    hat vor allem in den 1980er Jahren zahlreiche Publikationen zum Zusammenhang von Computertechnologie, Rüstung und Kalter Krieg in seiner Bibliografie versammelt. Darüber hinaus ist er bis heute mit Veröffentlichungen zum Nexus Computer und Kultur umtriebig!

  • Sämtliche 50er-Jahre-SF-Filme (?)
    … aus den USA befinden sich angeblich in dieser Liste. (PDF)

  • The IBM Muppet Show
    als Linktipp von Critic@Filmforen: Ein Text und etliche Filmclips auf techologizer.com.

  • Starring the Computer
    … eine Internetseite, die Computer im Film und Fernsehen listet und nach Modellen identifiziert. Sehr hilfreich (für mich)!

  • Image Online
    47 Jahrgänge der Zeitschrift für Fotografie und Film online. (via Thomas@Facebook)