James Camerons Höhlengleichnis

Sanctum 3D (Sanctum, USA 2011, Alister Grierson) (PV Cinemaxx)

Sollte man eigentlich skeptisch werden, wenn – wenn auch hier nur in der deutschen Fassung – das „3D“ bereits in den Filmtitel rutscht? Klingt das nicht allzu sehr nach Jahrmarktsensation: „Kommen Sie! staunen Sie! Unterwasserhöhlen! Gefahren! Schönheiten, wie sie sie noch nie gesehen haben! In drei Dimensionen!“ Und genau das ist „Sanctum“ auch – und kein bisschen mehr. Auf wahren Ereignissen, verrät der Prätext, basiert der Film. Zu diesen wahren Ereignissen mag die Katastrophe, die eine Forschungsexpedition ereilt hat, gehören. Wohl kaum aber diese unfassbare 80s-Toughness, die sich die Leute da ständig verbal um die Ohren hauen. So schön der Film ist, so viel ausgereifter seine Höhlen-3D-Bilder als die eines Werner Herzogs auch sind: Hier wird alles kaputt geredet. Der Plot muss ja gar nicht großartig anders als von bekannten Unterwasser-Dramen Cameron’scher Prägung sein. Aber dass diese Vaterundsohnade letztlich so schwulstig-pathetisch und gleichzeitig so überkommen-lakonisch ist, hätte wirklich vermieden werden sollen. Oder liegt das nur an der deutschen Synchro? Die klingt nämlich nach der Leistung eines verzweifelten und talentlosen Rainer-Brandt-Imitators.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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