Literaturkritik.de: Die anthropophage Spur (in) der Kultur

Christian Mosers „Kannibalische Katharsis“

Der Kannibalismus ist als Gegenstand ethnologischer und
anthropologischer Untersuchungen ein Dauerbrenner. Neben immer wieder
neuen Veröffentlichungen zum Für und Wider der Existenz kannibalischer
Völker drängt der Diskurs auch in alle Medien, Gattungen und Genres der
Kulturproduktion. Die umfangreiche Aufsatzsammlung „Das Andere Essen“
(2001) von Daniel Fulda und Walter Pape herausgegeben, kann als
Signifikant für die Relevanz des Diskurses allein hierzulande
herangezogen werden. Die Kulturwissenschaften zeigen am Phänomen
Kannibalismus den besonderen Wert ihrer Multiperspektivität:
Geschichtsschreibung, Ethnologie, Mediävistik, Literaturwissenschaft
und Medientheorie weiden sich alle zugleich am Thema und zehren dabei
voneinander. Einen perspektivischen Schritt hinter derlei Betrachtungen
zurück geht der Bonner Komparatist Christian Moser in seiner jetzt im
Aisthesis-Verlag erschienenen Monografie „Kannibalische Katharsis„. Er
vermutet „eine Komplizenschaft zwischen der primitivistischen
Auffassung der Anthropophagie und einer spezifisch westlichen Spielart
des Kannibalismus“.

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Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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