Unkaputtbar

Unbreakable (USA 2000, M. Night Shyamalan) (Pro7)

Im Kino verpasst, auf Konserve nie ausgeliehen … Zur Strafe muss dann
eine werbeunterbrochene TV-Ausstrahlung mit ständigen riesigen
Logo-Einblendungen herhalten.

Zugegeben interessiert mich das Oeuvre des indisch-stämmigen Grusel-
und Mystery-Regisseurs Shyamalan nicht so sehr, dass ich jeden Film
gesehen haben muss („Sixth Sense“ und „Signs“ kenne ich immer noch
nicht), doch bin ich nach „The Village“ doch etwas neugieriger
geworden, ob und in wieweit der neue Meister „pointierten Erzählens“
schon in seinen früheren Werken allein auf die zielgenauigkeit seiner
Plots gesetzt hat.

„Unbreakable“ war in der Hinsicht ein interessanter Film, weil es ihm
nicht darum ging, im Finale das gesamte Plot-Konstrukt über den Haufen
zu werfen, sondern nur die Protagonisten neu zu „sortieren“. Die
ungemeine Aufdringlichkeit der Samuel-Jackson-Figur bekommt dadurch
einen gewissen Sinn, dass er sich als der eigentliche Drahzieher hinter
den Katastrophe herausstellt, nur, um „The One“ habhaft zu werden.
Welch tückische Selbstironie, dem ja oft ambivalente (Held/Verlierer)
Charaktere spiellenden Bruce Willis eine solche Figur auf den Leib zu
dichten. Wer Fritz Leibers Geschichte von „Poor Superman“ kennt, mag
sich mehr als nur erinnert fühlen.

Erstaunlich auch, wie wenig sich das Skript um seine Seitenhandlungen
kümmert. Zwar wird die gescheiterte Ehe des „Helden“ immer wieder
einmal angesprochen, doch bleibt sie – genau wie die letzte Heldentat –
so sehr Nebensache, dass man dem Film schon beinahe Eindimensionalität
unterstellen möchte. Eine solch sträfliche Vernachlässigung drängt den
Zuschauer, zumal den, der Shyamalans Filme kennt – ja geradezu darauf,
sich nur noch um den möglichen finalen Plottwist zu sorgen. Eingermaßen
„enttäuschend“, dass dieser in „Unbreakable“ so unspektakulär ausfällt.

Nun ja, sobald die beiden mir noch nicht bekannten Shyamalans ausgestrahlt werden, bin ich sicherlich wieder dabei.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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