Naked Lunch

Naked Lunch (Can 1991, Regie: David Cronenberg) (DVD)

Im Rahmen der derzeit an der Bonner Uni stattfindenden
David-Cronenberg-Retrospektive habe ich gestern mal wieder Naked Lunch
gesehen … und ich muss zugeben, der Film gefällt mir immer noch nicht.


 

Nicht nur, dass ich das Gefühl habe, er ist eine Art „Fremdkörper“ in
der Filmografie Cronenbergs; auch scheint mit das Vorhaben, zu filmisch
zu „zeigen, was Schreiben ist“, gescheitert. Cronenberg verliert sich
in seinen Behauptungen der „ecriture automatique“, die anfangs in einem
Tischgespräch sehr stark favorisiert wird. Die „Unkonstruiertheit“
seiner eigenen Filmerzählung wirkt nämlich hochgradig „konstruiert“ –
schon allein, weil die jeweilige Motive, die der Film etabliert, in den
verschiedenen Realitätsschichten immer wieder zutage treten und damit
Kohärenz konstruieren, die doch eigentlich nicht vorhanden sein sollte.

Vieles vermisse ich an „Naked Lunch“, das Cronenbergs theoretische
Position, die bislang und danach auch in all seinen Filmen sehr
vordergründig war, plastisch hätte machen können. Hier verlässt er sich
zum ersten Mal auf sein „Gefühl“ und scheitert. Mag sein, dass Naked
Lunch eine gelungene Annäherung an den Autoren William S. Borroughs ist
– so ist es doch auch eine gelungene Entfernung vom Autoren David
Cronenberg.

Interessant ist Robert A. Silverman,
der mir heute erstmals als „Dauergast“ in der Filmografie Cronenbergs
aufgefallen ist (obwohl mich dieser „Rüberkämm-Typ“ doch eigentlich
schon in Brood, Scanners und eXistenZ frappiert hat … in Rabid spielt
er laut IMDb auch mit ;-)).

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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