Lehre im Wintersemester 2015/16

Meine Lehrveranstaltungen für das Wintersemester:

Seminar

Titel: Schach dem Computer. Theorie, Geschichte und Implementierung des Computerschachs
Leitung: Dr. Stefan Höltgen / Nikita Braguinski, MA
Zielgruppe: MA Medienwissenschaft, Modul II: Mediengeschichte, BA Informatik (Modul: Informatik und Gesellschaft)
Ort: GEO 47, Raum 2.26 (Signallabor)
Zeit: Dienstags, 12-14 Uhr

Beschreibung:

Computerschach gilt nach wie vor als Lackmustest und als Ausweis der Frage nach der Fähigkeit zur (künstlichen) Intelligenz bei Computern. Fast alle frühen Computerpioniere und KI-Forscher haben sich daher mit dem Problem der Implementierung eines Schachprogramms für Digitalcomputer beschäftigt. Mit dem Sieg des IBM-Schachcomputers „Deep Blue“ 1996 und 1997 gegen den Schachweltmeister Garri Kasparow schien der Beweis erbracht, dass Computer dieses Spiel beherrschen. Mit dem Computerschach verbinden sich neben seiner Technik- und Kulturhistorie aber auch viele Fragen medienwissenschaftlicher Provenienz: Was ist Künstliche Intelligenz? Wie ist der theoretische Zusammenhang zwischen (Schach)Spiel und Computern? Wie können Computer Schach spielen lernen? Und so weiter.

In diesem Seminar soll die Geschichte, Theorie und Praxis des Computerschachs erarbeitet werden. Dazu lesen die Teilnehmer theoretische und klassische Texte aus der Geschichte des Computerschachs, erarbeiten die mathematischen und spieltheoretischen Grundlagen des Schachspiels. In einem flankierenden Projektseminar besteht die Möglichkeit eine Computerschach-Ausstellung mit eigenen Projekten zu planen und durchzuführen.

Voraussetzungen: Keine. (Kenntnisse in der Computerprogrammierung werden nicht vorausgesetzt.)
Teilnahmebedingung: regelmäßige Teilnahme
MAP: Hausarbeit (MA Medienwissenschaft: mind. 60.000 Zeichen brutto, BA Informatik: mind. 40.000 Zeichen brutto)
Teilnehmerbegrenzung: max. 18 Teilnehmer.


 

Projektseminar:

Titel: Schachcomputer und Computerschach
Leitung: Dr. Stefan Höltgen / Nikita Braguinski, MA
Zielgruppe: MA Medienwissenschaft, Projektmodul
Ort: GEO 47, Raum 2.26 (Signallabor)
Zeit: Donnerstags, 18-20 Uhr

Beschreibung:

Durch Schachprogramme wird der Computer erstmals zum Spielzeug und das bereits bevor er überhaupt existiert. Schon vor der Konstruktion erster programmierbarer Digitalcomputer entstehen Schachprogramme, die fortan als Leistungsmesser für Hardware (Geschwindigkeit, Speichervermögen), Programmierfähigkeit und zunehmend auch menschliche Schachspielkunst werden. Aber auch zuvor gab es Versuche Schach zu automatisieren und künstliche Intelligenzen im Schachspiel gegen menschliche Spieler antreten zu lassen. Im Projekt wollen wir das Thema Computerschach aus diesen Perspektiven in vielfältigen medienkünstlerischen, historischen und archäologischen Facetten in einzelnen Projekten darstellen. Denkbar sind Objektpräsentation und Vitrinengestaltung, Installationen, Schachroboter, eigene Schachprogramme und anderes. Zudem soll eine Ausstellung der erstellten Projekte im Medientheater und im Atrium vorbereitet und (im April 2016) durchgeführt werden.

Empfohlene Voraussetzung: Besuch des Seminars „Schach dem Computer“
Teilnahmebedingung: regelmäßige Teilnahme
MAP: Durchführung eines Projektes mit Projektbeschreibung (mind. 30.000 Zeichen brutto)
Teilnehmerbegrenzung: max. 18 Teilnehmer.


 

Seminar:

Titel: Games & Economic Behavior – Spieltheorie als Medienökonomie
Leitung: Dr. Stefan Höltgen
Zielgruppe: BA Medienwissenschaft, Modul V: Medienökonomie
Ort: GEO 47, Raum 2.26 (Signallabor)
Zeit: Freitags, 10-12 Uhr

Beschreibung:

Spieltheorie ist nicht allein eine Basistheorie der Wirtschaftswissenschaften. In ihr kommen die unterschiedlichsten Disziplinen zur Überschneidung: Ökonomie, Statistik, Ludologie, Informatik, Politik, Psychologie, militärische Konfliktforschung/Strategie und nicht zuletzt die Medienwissenschaft. Ausgehend von John von Neumanns und Oskar Morgensterns Begründungschrift „Thoery of Games and Economic Behaviour“ (1944) wollen wir uns im Seminar einen systematischen Überblick über die Spieltheorie, ihre Geschichte und Anwendung verschaffen, der (so weit es möglich ist) von den mathematischen Beschreibungen von Neumanns/Morgensterns abstrahiert und demgegenüber deren Anwendungen in den Einzeldisziplinen fokussiert. Insbesondere die formale Beschreibung von realen Spielsituationen und deren mögliche Implementierung in Computerprogrammen (z.B. Strategiesimulationen, Computerspiele, …) diskutiert werden.

Teilnahmebedingung: regelmäßige Teilnahme, ggf. Übernahme eines Referats
MAP: Hausarbeit (BA Medienwissenschaft: mind. 40.000 Zeichen brutto)
Teilnehmerbegrenzung: max. 18 Teilnehmer.

Literatur:

  • E. R. Berlekamp/J. H. Conway/ R. K. Guy: Gewinnen Band 1-4. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg 1986.
  • A. Diekmann: Spieltheorie. Einführung, Beispiele, Experimente. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 2010.
  • M. Eigen/R. Winkler: Das Spiel. Naturgesetze steuern den Zufall. München/Zürich: Piper 1996.
  • J. v. Neumann/O. Morgenstern. Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten. Würzburg/Wien: physika 1973.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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2 Kommentare zu Lehre im Wintersemester 2015/16

  1. Seba sagt:

    Schach? Wurde das Thema denn schon vom Gremium für Rassismusvorwürfe untersucht? Also dieser ewige Kampf von Weiß gegen Schwarz und umgekehrt … sehr bedenklich.

  2. Die schwarzen und weißen Figuren sind ja nur die Marionetten kriegslüsterner Binärzustände. Der eigentliche Krieg tobt auf den Bitboards im Hintergrund. Und bei dem geht es wie bei jedem Krieg um abzählbare Werte.

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