Zeit(Spiel) und Spiel(Zeit)

time2play

Call for Papers

Time To Play
Zeit und Computerspiel

herausgegeben von:
Dr. Stefan Höltgen (HU Berlin, Medienwissenschaft) und
Dr. Jan Claas van Treeck (HU Berlin, Medienwissenschaft)

Der Computer als zeitbasiertes Medium konvergiert die unterschiedlichsten Zeitformen, die auf der Oberfläche als (s)eine Eigenzeit wahrgenommen werden sollen und können. Zur Realisierung eines solchermaßen konsistenten Zeitbildes ist die Manipulation dieser Zeitformen notwendig. Gerade diese Vielfalt an Zeitachsen-Manipulationen macht es möglich, den Computer zum ultimativen Zeit-Spielzeug aus- und umzurüsten. Daher verwundert es kaum, dass Zeit als zentraler Faktor in so gut wie jedem Computerspiel eine Rolle spielt: Sei es als limitierte Ressource, als Beschleunigung zur Generierung einer Schwierigkeitskurve, als Gratifikation (Zeit-Bonus) oder schlicht als ästhetisches Motiv.

Auf die Rolle des Computers und des Computerspiels bei der Generierung alternativer, virtueller Handlungsräume ist vielfach hingewiesen worden. Zur Frage, in welche Verhältnisse sich das Medium Computer zu den von ihm verarbeiteten Zeiten setzt, finden sich jedoch nur vereinzelte oder generalisierende Ansätze. Aber gerade das Computerspiel als eine der zeitkritischsten Anwendungen für Computer, böte hier die Möglichkeit, Fragen aufzuwerfen und Aspekte zu präzisieren, die seine und unsere Beziehung zur Medientechnologie verdeutlichen.

Der geplante Sammelband „Time To Play“ soll in jeder Bedeutung seiner Titel-Phrase dazu aufrufen, Computerspiele und (ihre) Zeit(en) zu untersuchen und in pluri-perspektivischer und multi-methodischer Hinsicht zu diskutieren. Von den Medienwissenschaften, Game Studies über die Elektrotechnik, Informatik bis hin zur Geschichtsforschung, Psychologie oder Physiologie lassen sich zu diesen Fragen interessante und neue Perspektiven erwarten. Diese sollen in einem umfangreichen Sammelband integriert werden. Insbesondere Ansätze, die dabei mit zeit- und geschichtskritischen Ansätzen verfahren, sind für das Vorhaben von besonderem Interesse.

Beispiele für Fragestellungen:

  • Welche Zeitformen finden sich in Computerspielen, die sich im Sinne einer technischen oder ästhetisierten Zeit von der Zeitwahrnehmung des Spielers unterscheiden?
  • Welche Zeittechnologien ermöglichen und bestimmen das Spielen mit dem Computers?
  • Welche Zeit-Motive finden sich in den Sujets und Ästhetiken von Computerspielen (Stichworte: Zeitreise, Historizität, Futurismus, Retro, …)?
  • Welche Verfahren der Zeitachsen-Manipulation erben Computerspiele aus anderen Medien und wie adaptieren und erweitern sie diese?
  • In welchem Verhältnis stehen gespielte Zeit und Spielzeit sowohl auf performativer als auch auf operativer Ebene des Computerspiels?
  • Wie konvergieren temporale Wahrnehmungsphysiologie und technische Zeit in Computerspielen? (Stichworte: Immersion, Flow, Bioryhtmus)
  • Welche medienarchäologischen Zeitweisen fließen in das Computerspiel ein?
  • In welchem Verhältnis steht die „Geschichte des Computerspiels“ zu anderen Mediengeschichten?
  • Welche Diskurs- und Wissensgeschichten amalgamieren in Computerspielmotiven?
  • Wie verhält sich das Computerspiel in ästhetischen Praxen zu seiner eigenen Geschichte?
  • Wie verarbeiten Computerspiele Zeitgeschichte und Historizität in ihren Sujets und Motiven?
  • Welche Be- und Entschleunigungsverfahren realisieren sich zwischen Technik und Spieler?
  • Auf welche Weise greifen Computerspiele physikalische Zeitfragen und -formen auf?
  • Welche neuen/anderen Zeitweisen des Spielens werden durch aktuelle Plattformen (Handy, Tablet) hervorgebracht?

Bitte reichen Sie ein Exposé für Ihren Beitrag zum Sammelband bis spätestens zum 31.01.2015 mit einer Länge von ca. 1500 Zeichen unter der Adresse time2play_mewi@hu-berlin.de ein und fügen Sie diesem eine Kurzbiografie hinzu. Über die Auswahl der Beiträge wird bis zum 31.03.2015 entschieden. Der Redaktionsschluss der Beiträge für den Sammelband wird der 31.10.2015 sein. Als Erscheinungsdatum ist das Frühjahr 2016 geplant. Erscheinungsort ist der Verlag Werner Hülsbusch (Glückstadt).

Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft
Fachgebiet Medienwissenschaft
»Time To Play«
Georgenstraße 47
D-10117 Berlin
Tel.: 030 2093-66185

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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