Lieber Dilettant und Abschreiber …

… als arroganter Vorschreiber, Herr Schnelle. Das Kino baucht den Diskurs, auf machtgeile Schreibverdiener kann es verzichten. Sie hätten Ihrer „Meinungsstärke“ mal Ausdruck verleihen können, als der Verleiher von Tom Tykwers (den Sie ja ausdrücklich durch die Print-Kritik „aufgehoben“ wissen wollen) „Das Parfüm“ Ihren  einen Maulkorb in Form von Berichterstattungsverbot verpasst hat. Aber man beißt ja bekanntlich nicht in die Hand, wenn sie gerade woanders steckt …

Also: Einfach mal ein bisschen Foucault lesen oder konsequent sein und der Berliner Zeitung verbieten, die erlauchten Elaborate im Netz zu publzieren – das haben Sie doch, anders als Wolfram Schütte, gar nicht nötig.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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2 Responses to Lieber Dilettant und Abschreiber …

  1. thomas sagt:

    Schnelle war meines Wissens mal im Vorstand des Verbandes der deutschen Filmkritik und hat sich hier auch in der ROhrbach-Debatte ziemlich engagiert. Dass er einer ist, der Hände nicht beißt, würde ich deshalb zunächst bezweifeln.

    Aber seine Argumentation gleitet natürlich dennoch ins völlig bodenlose, klar. Die Strategie, einfach die stumpfsten Blogs gegen die hehrsten Print-Kritiker zu stellen, ist völlig fadenscheinig, da das Internet in seiner ausufernden Weise solche zugespitzten Pauschal-Dichotomien gar nicht zulässt. Mag sein, dass 90 Prozent aller „Movie Blogs“ lediglich thumbs up-Kritiken zelebrieren; bleiben immer noch 10% an bester Qualität. Für den Alltag heißt das noch immer: Eine längst nicht mehr überschaubare Fülle an Spezialisten, herausragenden Texten, wertvollen Hinweisen und Analysen – wesentlich mehr als die Print-Kritik mit ihren natürlichen Begrenzungen (Themenfülle, Platz, wirtschaftliche Interessen des Verlages, Anschaffungspreis, begrenzte Distribution, etc. pp. ) je erreichen kann.

    Mal abgesehen davon: Die genannten US-Blätter haben ihre Filmkritiker nicht entlassen, weil „im Netz ja schon genug Infos stehen“. So ein haarsträubender Unsinn!

    Fazit: Der Text ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruck ist. 😀

  2. > Schnelle war meines Wissens mal im Vorstand des Verbandes der deutschen Filmkritik und hat sich hier auch in der ROhrbach-Debatte ziemlich engagiert.

    Dann ist es ja vielleicht doch nur Lobbyismus. Immerhin ist dieser Sperrfrist-Wahnsinn ja genau wegen der Blogger und Webzines, die böserweise ja schon vor dem Filmstart berichten, ins Leben gerufen worden. Gekümmert hat es aber hauptsächlich die Print-Medien, wie man jetzt ja wieder lesen kann.

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