They’ve got the stars for the gallant hearts.

Nächte des Grauens (The Plague of the Zombies, UK 1966, John Gilling) (DVD)

Ein Zombiefilm, der mich vor allem durch sein grausiges Cover neugierig gemacht hat. Dass bei der Hammer-Produktion allerdings kaum ein Untotenstoff a la Romero zu erwarten sein konnte, war klar. Vielmehr bietet Gillings Stoff eine gelungene Mischung aus Voodoo-Zauber und klassischem Horrorfilm (wohl eher mit „Ich folgte einem Zombies“) vergleichbar. Wunderschöne Technicolor-Farben, vor allem wieder, wenn Blut gezeigt wird, das hier wie sämiger Himbeersirup ausschaut. Und dann natürlich der Bösewicht, Andre Morell, der den Zuschauer herrlich hin und her reißt zwischen Sympathie und Ablehnung, weil seine Figur wirklich charismatisch gespielt ist und weil seine seltsame Anziehungskraft auf die weiblichen Figuren des Films Dracula-artig unheimlich wirkt. Und seine Truppe von zynischen Schergen wirkt allein schon durch ihre Uniformiertheit (beim ersten Erscheinen, der Fuchsjagd) und dadurch, dass es sich wie auch bei ihrem Anführer um neureiche Schnösel handelt, unangenehm „modern“ – viel moderner, als als es der historische Kontext der Handlung suggeriert. Das Unheimliche, das sich im Horrorfilm jener Zeit (und jenes Studios) sehr häufig in den Anachronstiken von Wissenschaft und Aberglauben findet, zeigt sich hier in einer figurlichen Entsprechung.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
Dieser Beitrag wurde unter Filmtagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.