19. & 20.02.04: Underground (VHS)
Den
hätte ich zur Konstitution der Medienwissenschaften in Jena 1997
schauen sollen: Damals haben die Zuständigen sogar den Regisseur
einbestellt und den Film mit anschließender Diskussion im Film eV
gebracht.
Na ja, verschoben ist nicht aufgehoben. In zwei
etappen diesen wunderbaren Film gesehen, der mich (in den
Underground-Szenen) vor allem durch die Ausleuchtung an Jeunets und
Greenaways Oppulenz und in der Leichtigkeit von Figurenführung und
Homor an Fellini erinnert. Eine Kriegsgeschichte mit soviel Ironie
verpackt, dass man sich einfach darin verlieben muss. Und dann die
großartige (und attraktive!) Mirjana Jokovic! Und eine Soundtrack, der
mit all seiner Aufgeregtheit und seinem Temprament das „balkanische
Lebensgefühl“ wohl perfekt überträgt.
Sicher: Zum Ende wird das
Parabelhafte der Geschichte mit ziemlicher Eindrücklichkeit klar und
das, was der Film dann an Grausamkeit des Balkankrieges vorführt, macht
die zotigen, ja, burlesken Szenen bei den Bombardierungen am Anfang
mehr als wett. Aber auch das macht einen guten Film aus: Dass er weiß,
wann Schluss sein muss.
Habe ich – trotz seiner 3 Stunden – sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen.



