Von Nino Ferrer (mir bislang nur mit “Les cornichons” bekannt gewesen) gibt es einen Telefon-Song. Bei YouTube in einer Original-Fassung aus den 60ern und einem “Remake”:
Historische Singularität
Heute ist im FreiSpiel-Blog meine Besprechung zu Acitvisions Shooter “Singularity” erschienen.
mehr: FreiSpiel
»Der Amiga aber war die Zukunft.«
Heute vor 25 Jahren hat Commodore den Amiga vorgestellt. WDR 5 widmet dem Ereignis ein sehr persönlich geprägtes Zeitzeichen:
(via Thomas)
Hier das im Beitrag erwähnte Warhol-Video:
Keine Angst vorm Computer!
Ernst Corinth stellt in seiner wöchentlichen Telepolis-Videoshow heute unter anderem ein Infomercial aus den frühen 1990er Jahren vor: Darin nimmt die Radio-Ratgeberin Kim Komando (!!) dem Zuschauer die Angst vorm Computer (und insbesondere vor den unleserlichen Manuals):
Automatic Billion Bubble Machine
Robot Monster (USA 1953, Phil Tucker) (DVD)

Ro-Man ergreift die Macht (und in der 3D-Fassung den Zuschauer)
Nummer 6 lebt!
Wie ich gerade erfreut feststelle, sendet ARTE ab kommenden Samstag die 60er-Jahre-Mystery-Serie “Nummer 6“, die zwar mal auf DVD erschienen war, als solche mittlerweile jedoch astronomischen Preise erzielt. Bei ARTE gibt es jeden Samstag (bis zum 28.08.) drei Folgen hintereinander.
Mehr Infos: ARTE
»An electronic simulacrum of man«
Tobor the Great (USA 1954, Lee Sholem) (DVD)

Tobor the remote controlled
Ich biege in die Schlussgerade ein: Nach “Tobor” kommt nur noch ein Film in meiner Retrospektive … “Tobor” ist allerdings ein ganz besonderer Leckerbissen gleich aus mehreren Gründen. Zum Einen ist er deutlicher als alle anderen Roboter-Filme zuvor vom der zeitgenössischen wissenschaftlichen Exploration des Weltraums gekennzeichnet. In der Rahmenhandlung des Films geht es um die Frage, ob es sinnvoll ist, Menschen auf bemannte Weltraumflüge zu senden, obwohl sie außerhalb der Erde verschiedensten Gefahren ausgesetzt sind und ihre Lebenserhaltung kostenaufwändig ist. Missionen in den Weltraum unbemannt und maschinell zu absolvieren, scheint die sinnvollere Alternative und wird bis heute diskutiert. In “Tobor” finden zwei Wissenschaftler, die sich vehement gegen den bemannten Raumflug der USA wenden, eine solche technische Lösung: den Roboter Tobor. Er ist einer der wenigen Roboter im SF der 1950er, der irdischen Ursprungs ist.
»Ein wegweisendes wissenschaftliches Abenteuer«
Ich komme gerade aus der FU-Bibliothek, wo ich die TWEN-Ausgaben 11 & 12 aus dem Jahr 1967 konsultiert habe. Darin findet sich die Aktion “Rendezvous 68″, mit der Leserinnen und Leser mit Hilfe eines IBM-Computers miteinander verschaltet werden sollten. Neben dem Fragebogen, ausführlichen Erlebnisberichten und Fotos gibt es auch einen kleinen Text über das Informatiker-Team, das die TWEN-Aktion damals unterstützt hatte:
Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema (und die Aufarbeitung der bislang gefundene Dokumente) gibt es im kommenden Semester. Eine detaillierte Ankündigung erfolgt dann hier noch.
(Mit Dank an Ralf Bülow für den Recherche-Tipp!)
… and introducing Robby, the Robot
Alarm im Weltall (Forbidden Planet, USA 1956, Fred M. Wilcox) (DVD)
The Thin Man: Robot Client (USA 1958, Oscar Rudolph) (DVD)
“I am monitored to respond to the name Robby”, stellt der Roboter sich den Astronauten, die auf “seinem” Planeten gelandet sind, artig vor. Zuvor haben die Titelschriftzüge (siehe Posting-Titel) bereits darauf hingewiesen, dass hier ein neuer Darsteller die Bühne Hollywoods betritt. Was ich zu “The Day the Earth stood still” geschrieben habe, gilt hier erst recht: Wilcox’ Film auf das Roboter-Motiv zu reduzieren, ist eine wahre Sünde – zumal der “Kern” des Films ein planetarischer Computer ist, auf den ich unten noch einmal zu sprechen kommen werde.

Robby betritt die Bühne (fahrend)
»Dracula is in the house!«
Dracula (USA 1931, Tod Browning) (Zitadelle Spandau)
System ohne Schatten
Morgen Nachmittag sendet 3Sat Rudolf Thomes Computer-Thriller aus dem Jahr 1983 “System ohne Schatten”. Sollte von Interessierten (Computer, Deutscher Film) nicht verpasst werden:
3sat
Freitag, 16.07.
15:00 – 16:50 Uhr
System ohne Schatten (Deutschland 1983, Rudolf Thome)
mehr: tv-info.de
Pionier der Computerzeit: Emil Schilling
Die gestrige Semester-Abschlussveranstaltung des medienwissenschaftlichen Kolloquiums in der Sophienstraße stand im Zeichen der Frühgeschichte des Computers. Dr. Ralf Bülow vom Kieler Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation (maßgeblich in der dortigen Schausammlung tätig) stellte den Pionier Emil Schilling vor, der 1926 ein Konzept für eine “Steuerung für Rechenmaschinen o. dgl.” beim Patentamt eingerecht hatte, das 1933 angenommen wurde. Darin beschreibt Schilling eine Maschine, mit deren Hilfe man bereits existierende Rechenmaschinen mit Hilfe zweier Lochstreifen und Druckluft (!)* sequenziell programmieren kann, so dass komplexere Rechenoperationen möglich und der Mensch als Kalkulator vor der Rechenmaschine unnötig wird. Realisiert hat Schilling seine Maschine nie, Bülow erklärte deren Funktion anhand der in der Patentschrift enthaltenen Konzeptzeichnungen jedoch so schlüssig, dass von einem grundsätzlichen Funktionieren ausgegangen werden kann.
Die Ausführungen und die Suche nach einem “Initialereignis” in der Geschichte des Computers liefen natürlich zwangsläufig auf eine Relativierung der Leistungen Konrad Zuses hinaus, der bislang ja als der früheste Entwickler einer programmgesteuerten Rechenmaschine gilt. (Bemerkenswert fand ich in dieser Hinsicht, dass sowohl Schilling als auch Zuse auf perforierte Lochstreifen zur Speicherung zurückgriffen, dass in Schillings Maschine aber offenbar auch ein elektrischer Motor am Werk war, der mithilfe einer dem Malteser-Kreuz ähnlichen Technik für ein schrittweises Vorrücken des Streifens sorgte – die Geburt des Computers aus der Kinotechnik hat damit eine weitere technische Facette!) Zuse sei Bülow zufolge auch keineswegs der erste gewesen, der eine Maschine zum Rechnen mit Dual-Zahlen entwickelt habe; diese hätte es bereits 1936 vom Franzosen Louis Couffignal gegeben.
Eine ebenfalls sehr interessante Diskussion am Rande berührte die Zusammenhänge zwischen der pneumatischen Programmsteuerung und den so genannten “Player Pianos”, die ebenfalls mit Druckluft betrieben wurden und in der Steuerung dem Apparat Schillings nicht unähnlich sind. Die Zusammenhänge zwischen Player-Pianos und Computern seien allerdings auch legendär. Bülow erwähnte, dass es vom Schriftsteller Kurt Vonnegut einen Roman aus dem Jahr 1952 mit dem Titel “Player Piano” gäbe, in dem eine Computer-Dystopie auf Basis dieser Technologie stattfände. Das Buch gibt es auch auf Deutsch unter dem Titel “Das höllische System” und ist bereits bestellt. Ergänzen ließe sich in dieser Hinsicht natürlich noch der Konflikt der Drehorgelspieler mit Herman Hollerith (einem der Gründer der IBM), der mit seinem Lochkarten-System für so viel Ärger (sprich: Arbeitslosigkeit) bei den Musikern gesorgt hatte, dass diese ihn regelrecht in den Tod orgelten.
Am Rande des Kolloquiums habe ich von Bülow noch einige sehr interessante Hinweise für meine Mini-Forschung zum Thema “Computer als Dating-Maschine” bekommen. So wies er mich nicht nur auf den Film “Bel Ami 2000” mit Peter Alexander hin, sondern erwähnte auch ein Projekt der Jugendzeitschrift “Twen” (ersch. 1959-1970) aus den Jahren 1967 und 1968, die ihre Leser computergestützt miteinander verkuppelt haben. Die betreffenden beiden Ausgaben der “Twen” liegen in der Bibliothek der Publizistik (FU) und werden in Kürze von mir eingesehen. Vielleicht ist es mir möglich die betreffenden Texte zu scannen.
* Dass Computer im Prinzip von ihren Anfängen bis heute “luftbetrieben” sind, scheint evident, wenn man sich die Berichte der frühesten Elektronen-Rechner in ihren klimatisierten Räumen ansieht, deren Nachfahren die Lüfter in den meisten PCs darstellen. Dass es darüber hinaus Versuche gegeben hat, rein luftgesteuerte Computer zu entwickeln, die bei einem Atomschlag kein Opfer des NEMP werden, hat Bülow am Rande mit Verweis auf die Fluidik erwähnt.
Ein fiktives Interview und ein paar Bilder von Schilling und seinem Haus finden sich hier.
WS 2010/11: Mensch-Maschinen
Für das kommende Wintersemester habe ich einen Lehrauftrag übernommen und gebe an der Medienwissenschaft der Humboldt-Uni ein Seminar im Modul “Medien-Dramaturgien” (Magister/Master) mit dem Titel “Mensch-Maschinen – Technik- und Mediengeschichte(n) des Roboters”
Lange bevor der erste Industrieroboter-Arm im Jahr 1961 seine Arbeit aufnahm, waren anthropomorph(isiert)e Maschinen bekannt: Griechische Götter-Sagen, mittelalterliche Berichte, Erzählungen der Romantik oder Automaten des 16. bis 19. Jahrhunderts bilden die Vorgeschichte des Roboters. In der Science Fiction und in technischen Utopien schneiden sich heute zentrale Diskurse aus Robotik, Roboter-Ethik, Posthumanismus-Debatte, „Anthropotechnik“ (Sloterdijk), Medizin und analytischer Philosophie. Daher liegt es nahe von einer wechselseitigen Einflussnahme von Kunst-, Medien- und Technikgeschichte bei der Entwicklung der Mensch-Maschine auszugehen. Dieser Spur soll mithilfe von Texten aus den genannten Bereichen sowie auch fiktionalen Artefakten gefolgt werden, um so eine Geschichte und Phänomenologie des Roboters herzuleiten, die die Maschine im Verhältnis zum Menschen betrachtet. Zur Diskussion im Seminar werden Texte in einem Reader bereit gestellt. Daneben wird es eine Filmreihe im Medientheater und zum Semesterende eine Exkursion geben.
Ort und Zeiten stehen noch nicht fest und werden nachgereicht.
»A human robot!«
The Robot vs. the Aztec Mummy (La momia azteca contra el robot humano, Mexiko 1958, Rafael Portillo) (DVD)

robotic human & human robot





