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Zodiac (USA 2007, David Fincher) (PV Ufa Köln)

Lange hat es gedauert, bis Finchers neuer Film fertig geworden ist. So lange, dass ihm zwei andere Zodiac-Filme bereits zuvor gekommen sind. Dass diese sich allerdings mit ihm messen könnten, ist bezweifelt worden. Zu Unrecht, denn so gut wie erwartet ist „Zodiac“ leider auch nicht. Der Film zerfällt deutlich in zwei Teile: einen kürzeren, spannend inszenierten und abwechslungsreichen Serienmörderfilm (60 Minuten) und einen gähnen langen Aktenwälz-Film (90 Minuten).

Überhaupt beteiligt sich der Plot meines Erachtens zu undifferenziert an der Verschwörungs- und Aufdeckungsarbeit von Gruppierungen, die den Fall auch ohne Hilfe der Polizei lösen wollen – was angesichts der Fallgeschichte schon beinahe ein Volkssport geworden ist. Über diese Faszination am Whodunnit vernachlässigt Fincher immer mehr seine „Primärtugenden“: Die Bild- und Ton-Komposition wird mit zunehmender Dauer banaler, für die Entwicklung der Figuren interessiert er sich irgendwann gar nicht mehr – stellt selbst die zentralen Charaktere nur noch als Klischees dar (von der einzigen Frauenfigur will ich erst gar nicht anfangen – eine Frechheit!) – und dümpelt so fast drei Stunden lang dahin.

Mir kam das alles sehr bekannt vor: Oliver Stone hat sich mit „J.F.K.“ ja an ein ganz ähnliches Projekt der „filmischen Nachermittlung“ gewagt. Fincher macht ein und dasselbe: Akten verfilmen und sich an der Mythenbildung beteiligen.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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