Koch, Dieb, Frau, Liebhaber

06.10.03: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber (VHS)

Ein
absolutes Meisterwerk. Die „Komposition“ von Bild und Musik, die
Ausstattung der stilllebenhaften Bilder könnten brillianter nicht sein.
Greenaway hat Gespür für’s Oppulente ohne es übertreiben zu müssen. Und
die Erzählung? Ein böses Märchen, dass für den Bösewicht leider viel zu
früh und zu human endet.

Greenaway und sein Filmmusikkomponist
sind hier auf ihrem absoluten Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit angelangt.
Der Regissseur gibt nicht einfach „einen Soundtrack in Auftrag“, den er
über seine Bilder legt, sondern holt sich eine Komposition Nymans, nach
deren Rhythmus er seinen Film schneidet. Damit wird „Der Koch, der
Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ ein tänzerisch-leichtes und
trotzdem nicht zu unterschätzendes Kunstwerk. Die Kameraarbeit
unterstützt diesen Rhythmus, indem sie ihre sehr häufigen
Paralelfahrten schreitend neben den Protagonisten zelebriert und jede
Schwarzblende (häufig die Zwischenwand zwischen der Küche und dem
Restaurant) nutzt, um die musikalischen Stimmungs- und Tempowechsel
optisch zu unterstreichen.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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