Call for Applications: »Inside/Insight: Popular and biomedical representations and the aesthetics of the inner body«

Im kommenden Jahr veranstalte ich mit meinen drei Kolleg:innen Michaela Clark (Düsseldorf), Heiner Fangerau (Düsseldorf) und Arno Görgen (Bern) eine Tagung in Düsseldorf zur Ästhetisierung des Körperinneren in Medizin, Medien und Popkultur. Hierfür suchen wir noch Vorträge.

Der Call for Applications:

Seit dem 20. Jahrhundert hat sich der menschliche Körper zunehmend von einer naturgegebenen Evidenz zu einem technisch, medial und diskursiv produzierten Objekt gewandelt. Insbesondere das Körperinnere – lange dem direkten Blick entzogen – ist durch fotografische und filmische Bildpraktiken, bildgebende Medizintechnologien sowie digitale Simulationen zu einem Schauplatz kultureller Imaginationen und biopolitischer Aushandlungen geworden.

Die geplante Tagung „Inside/Insight“ widmet sich popkulturellen und biomedizinischen Inszenierungen und Ästhetiken des Körperinneren und untersucht deren mediale, ästhetische und politische Dimensionen. Im Fokus stehen unterschiedliche Medienformate, in denen das Körperinnere sichtbar, erzählbar und erfahrbar gemacht wird: Fotografische Praktiken, medizinische Lehrfilme und Dokumentarfilme etablieren spezifische Bildregime zwischen Evidenzanspruch, Didaktik und Affektsteuerung. Zugleich operieren Genreformate wie Splatter- und Horrorfilme mit einer radikalisierten Sichtbarmachung des Inneren, die medizinische Bildlogiken überzeichnet, ästhetisiert oder ins Monströse verschiebt und so gesellschaftliche Ängste, Begehren und Grenzvorstellungen verhandelt. Diese medialen Inszenierungen sind eng mit Fragen von Körperpolitik und Biopolitik verbunden. Das Körperinnere erscheint als regulierbarer, optimierbarer und normierbarer Raum, in dem sich Machtverhältnisse einschreiben. Aspekte von Gender und Sex spielen dabei ebenso eine Rolle: Sowohl biomedizinische als auch popkulturelle Darstellungen reproduzieren, stabilisieren oder irritieren geschlechtliche Körpernormen, Vorstellungen von Natürlichkeit sowie Differenzen zwischen Gesundheit und Pathologie.

Die Tagung strebt danach, heterogene Medienpraktiken im Kontext aktueller medien- und bildwissenschaftlicher Fragestellungen zu verorten. Sie fragt nach Genealogien innerkörperlicher Bildwelten, nach ihren ästhetischen Konventionen und nach ihrem epistemischen Status zwischen Wissenschaft, Kunst und Populärkultur. Auch Verfahren der Visualisierung und Simulation, die das Körperinnere nicht nur abbilden, sondern erst performativ hervorbringen, sollen betrachtet werden.

Ziel ist es, interdisziplinäre Perspektiven zusammenzuführen und das Körperinnere als kulturell hochgradig aufgeladenen Imaginationsraum zu analysieren, in dem sich zeitgenössische Debatten zu Macht, Wissen, Medialität und Ästhetik verdichten. Wir laden Wissenschaftler:innen, Kunstschaffende und andere Expert:innen ein, sich in die interdisziplinäre Tagung einzubringen und bitten um Vorschläge für Beiträge.

Mögliche Themen, Medien oder Genres können (nicht ausschließlich) die folgenden Felder umfassen:

  • Visualisierungen des Körperinneren in der Medizin
  • Medizinische Ästhetik und der klinische Blick
  • Fotografie, Film, Comics und Video
  • Body-Horror, Horror- und Splatterfilm
  • Dokumentarfilm und Mockumentary
  • Science-Fiction und Fantasy
  • Pornografie und Erotik
  • True Crime und Kriminalfilm
  • Videospiele und Serious Games
  • Akustische Darstellungen des Körperinneren
  • Memes und digitale Popkultur
  • Bildende Kunst, Installationskunst, Performancekunst
  • Geschlecht, Sexualität und male gaze
  • Ekel, Affekt und Emotion
  • Gewalt
  • Ethik und Ästhetik
  • (Öko-)feministische Perspektiven
  • Biopsychosoziale Perspektiven auf den Körper
  • „Lookmaxxing“ und Körperoptimierung
  • Biopolitik, Körperpolitik und -technologien
  • Visualisierung, Simulation und digitale Körpermodelle

Vortragsformat

20 Minuten Vorträge
deutsch oder englisch

Bitte laden Sie Ihren Vorschlag für einen Vortrag als PDF oder Wordfile (.docx) bis zum 1. November hier hoch: https://uni-duesseldorf.sciebo.de/s/wX8WAiaj28FeB74

Wir benötigen:

  1. eine Kurzzusammenfassung (maximal 350 Wörter)
  2. einen kurzen akademischen Lebenslauf (ca. 100 Wörter)

beides Zusammen nicht mehr als eine Seite

Für Nachfragen wenden Sie sich gerne an michaela.clark@med.uni-duesseldorf.de.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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