02.06.03: Les Raisins de la mort (Video)
der „Zombie“-Filme, die man sich immer wieder ansehen kann. Die
Erzählung ist äußerst gradlienig: Auf einem Weingut wird ein neues
Pestzid eingesetzt. Nach einem Weinfest sind alle vergiftet, die von
dem mit dem Pestizid behandelten Wein getrunken haben: Sie werden
wahnsinnig, verfaulen bei lebendigem Leib und bringen sich gegenseitig
um. Ein Mädchen will seinen Verlobten (der auf dem Gut arbeitet)
besuchen und gerät in die Horde Wahnsinniger, die sie und die
versprengten Gesunden, auf die sie trifft, angreifen.
Rollins
Film ist entweder sehr langweilig oder sehr poetisch. Ich stimme für
letzteres. Der äußerst spartanisch eingesetzte, minimalistische
Soundtrack, die ruhige Kamera, die französische „Architektur“
(Bauernhäuser, wie sie mittelalterlicher nicht wirken können) und die
stoischen Schauspieler-Minen machen aus Pesticide einen der
ungewöhnlichsten Horrorfilme überhaupt. Scheinbar ist nichts von dem,
was passiert, irgendwie motiviert. Immer gleitet die Handlung irgendwie
weiter und selbst an ihrem Ende steht nur ein großes Fragezeichen.
Sicherlich: Die rationale Erklärung für die Katastrophe ist gefunden
und wird beseitigt. Aber der Einbruch des Grauens, der sich gerade
immer wieder in Rollins Gesichts-Nahaufnahmen seiner Protagonistin
spiegelt, zeigt, dass eine Tür aufgestoßen wurde, die nicht mehr zu
verschließen ist.
Wer sich nicht vom äußerst dämlichen dt. Titel
„Zombies geschändete Frauen“ abschrecken lässt, bekommt mit „Pesticide“
einen Film zu sehen, der zu den seltenen gehört, die neben den wenigen
wirklich derben Spezialeffekten ein eigenartiges Gefühl in der
Magengegend hinterlassen.



