Die Wiege des Teufels (Nero veneziano, Italien 1978, Ugo Liberatore) (DVD)
Wie ein Skandal hat vor etwa 20 Jahren die Erstsichtung dieses Machwerks auf mich gewirkt: Da wird irgendwann ein unschuldiger Säugling von einem offenbar geistesgestörten Teenager gegen eine Wand geworfen, an der eine Skulptur befestigt ist, die aus zahlreichen Stacheln besteht, welche in den Raum – und dann auch in den Körper des Säuglings – ragen.
Das erzählerische Drumherum habe ich vergessen. Jetzt kenne ich es wieder: Eine abgeschmackte Horrorgeschichte, die im Fahrwasser von „Rosemary’s Baby“, „The Omen“, „Don’t look now!“ und ähnlich damals populären Vorbildern schwimmt, die ein Venedig zu zeigen versucht, das irgendwie unheimlich, zumindest aber ungemütlich wirken soll, die die Geschichte eines Teenagers erzählt, der blind ist und trotzdem sieht, wie sich das Grauen um ihn herum formiert und die irgendwann eben jenes Baby präsentiert, das der Spross des Satans ist und deshalb auf die oben beschriebene Weise getötet werden wird.
Leider fehlt dem Film sowohl die Puste, diese Geschichte plausibel und komplex genug erzählen zu wollen, als auch den Schauspielern das, was sie darstellen wollen, einigermaßen aufrichtig rüberzubringen. Einzig der Soundtrack von Altmeister Pino Donaggio (damals zumindest bekannt aus „Don’t look now!“ und „Carry“) wirkt der Oberflächlichkeit ein bisschen entgegen, wird zeitweise aber doch auch nur zum Erfüllungsgehilfen von Schockszenen degradiert.
Wiedersehen macht eben nicht immer Freude.



