The Story of Konnor Old House (USA 1899, E. & A. Heron)
Die Geschichte berichtet von drei Männern, die sich über ein verlassenes Haus unterhalten, in welchem es angeblich seit dem Ableben bzw. Verschwinden der vorherigen Bewohner (einem Vater mit seiner Tochte sowie einem afrikansichstämmigen Diener) spukt. Das Gerücht von einem »shining man«, der nachts im Gebäude zu sehen ist, geht um, seit sich zunächst die Tochter des Hauses das Leben nahm, danach ihr Vater verrückt wurde und der Dienstbote verschwand.
Einer der drei Gesprächspartner wettet, dass er mutig genug sei, die Nacht in dem Haus zu verbringen. Als er am nächsten Tag nicht zur erwarteten Zeit zurückkehrt, brechen die anderen beiden auf, um nach ihm zu sehen. Er liegt bewusstlos im Hof und berichtet, nachdem er wieder zu sich kam, von seinen Erlebnissen. Er habe in der Bibliothek auf einem Sofa übernachten wollen. Alles sei von dickem Staub bedeckt gewesen und an der Zimerdecke wäre ein Leuchten zu sehen gewesen. Außerdem habe es von der Decke herabgetropft.
Als die beiden in das Haus zurückkehren, um die Geschehnisse zu untersuchen, stellen sie fest, dass es sich bei dem Staub um Pilz- und Schimmelsporen handelt und die »Tropfen« von der Decke ebenfalls Sporenköper sind. Nach einer Analyse entdeckt man vier Arten Pilze: drei bekannte afrikanische und eine unbekannte, von der die tropfenförmigen Sporenbehälter stammen. Die Pilze, so finden sie heraus, hatten bei den vorherigen Bewohnern Mykosen ausgelöst und sie in den Wahnsinn getrieben. Um herauszufinden, was oberhalb des Bibliothekszimmers für das Leuchten und Herabrieseln der Sporen von der Zimmerdenke führt, gehen die beiden hinauf und entdecken in einem Wandschrank die von leuchtenden Pilzen übersäten Körper des vermissten Dienstboten. Sie schließen, dass dieser die Pilze aus Afrika mitgebracht hat und die Kontrolle über deren Ausbreitung verloren hat.
Die Erzählung ist in einer für die Zeit üblichen Diktion verfasst – wozu auch rassistische Begriffe und Theorien zählen. Die Pilze stehen hier aber nicht nur für das Fremde bzw. die Fremdheit Afrikas (und damit eine Re-Kolonialisierung Amerikas), sondern auch für eine Form von »Home Invasion«, die das Haus ins Zentrum rückt. Dass insbesondere die Bibliothek als Raum und das Nervensystem/Gehirn als Organ von den Pilzen besiedelt werden, inauguriert ein Motiv, dass sich in späteren Erählungen häufig wiederholen wird: Pilze koppeln sich an Informationsnetwerke an und zerstören diese – aufgrund ihrer Inkompatiblität. Ihre Fremdartigkeit wird emblematisiert durch ihren hybriden Status – zwischen Samen und Staub, Flüssigkeit (Tropfen) und Gefäß, Innen und Außen.



