She-Devils on Wheels

09.05.04: She-Devils on Wheels (DVD)

Was
müssen das für Ängste gewesen sein, die der WASP kurz vor Ende der 60er
Jahre auszustehen hatte? Nicht nur, dass die Jungen und Mädchen keinen
Respekt mehr vor Autoritäten hatten, nein: Das neue Weltbild von
Liberalität und Linkspolitismus schien auch noch zum doktrinären
„Programm“ zu werden und den Altvätern damit die Show zu stehlen.
Darauf lässt sich doch keine Gesellschaft aufbauen. icon_lol.gif

Lewis
nimmt seinen Zuschauern diese Ängste, indem er das Zwanghafte hinter
der Zwanglosigkeit entbirgt. Die Motoradfahrerinnen sind in ihrer
Emanzipation ja auch nichts anderes als Männer (welche sie wiederumg zu
Frauen erklären: „All Men are Mothers!“). Sie liefern sich
Schlägereien, versaute Initiationsrituale und gehen zur allabendlichen
(Männer-)Fleischbeschau, um sich die fickbarsten von ihnen auszuwählen.
Getreu dem Motto „Wer zweimal mit dem Gleichen pennt, gehört schon zum
Establishment“, wird eine sich zarter Liebe hingebende Motoradschwester
vor die Wahl gestellt: Entweder du schleifst deinen Lover hinter dir am
Moped her, oder wir schleifen dich! Na, diesem Gruppendruck gibt die
junge Dame dann auch zähneknirschend nach.

Womit diese
Mannweiber jedoch nicht gerechnet haben, ist, dass Machismo und
Patriarchat keine Rollen sind, die man einfach an- und ablegen kann,
sondern eine gesellschaftlich-historische-betonierte Struktur im
Denken. Und deshalb erscheinen dann auch recht bald die noch
männlicheren Männer auf der Bildfläche: Eine Motoradgäng namens
„Joe-Boys“ (was könnte ein noch maskulinerer Name sein) und natürlich
die Polizei. Beide zusammen schaffen es schließlich, die Damen wieder
zur Raison zu rufen, bzw. in den Knast zu stecken.

Ja, Lewis hat hier schon recht deutlich erkannt, wohin der EMMA-Feminismus führen kann. icon_lol.gif

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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