Der Dicke und das Warzenschwein

19.06.03: Der Dicke und das Warzenschwein (DVD)

„Machen Sie doch mal eine typische Handbewegung!“

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Angesichts
dieses Covers könnte man ja glauben, der Film wäre ein weiteres Kapitel
in Spencers Großwerk „Die Phänomenologie der Kopfnuss“. Man könnte
glauben, telly Savalas bekommt mal so richtig eins auf die Fleischmütze
vom Dicken. Aber: weit gefehlt.

Sicherr kann man keinem Film
vorwerfen, dass Bud Spencer in ihm mitspielt. Aber man kann einem Bud
Spencer-Film vorwerfen, dass es keine Kopfnüsse in ihm gibt! Denn „Der
Dicke und das Warzenschwein“ …

… ist keine Komödie!
… zeigt überhaupt keinen Telly Savalas als dümmlichen Sparringspartner Spencers
… enthält nicht eine einzige Schlägerei
… präsentiert eine Menge Toter
… verzichtet auf alle bislang gekannten Klischees um Carlo Pedersoli
… ist summa summarum sogar ein ziemlich ernstzunehmender Film

Worum
geht’s? Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstatten. Buddy als
Veteran und Landstreicher soll hingerichtet werden, wird aber
begnadigt, weil er sich einem Himmelfahrtskommando anschließt. Ein Fort
solll von den Südstaatlern zurück erobert werden. Der Coup gelingt,
auch wenn Buddy und seine Leute dafür die Gegner reihenweise mit
Maschinengewehren umnieten müssen (sic!).

Neben der völligen
Humorlosigkeit des Streifens (ja, die deutsche Synchro strengt sich
nach Kräften an, bekommt aber keinerlei Gags hin) ist „Der Dicke und
das Warzenschwein“ sogar recht martialisch und nihilistisch. Das
Ambiente, die Figurenkonstallation, der Soundtrack und sogar das offene
Ende machen aus ihm einen Film, der einem dann doch irgendwie wie der
sprichwörtliche Klos im Hals stecken bleibt.

Für einen richtig
guten Film reicht dieser Ausflug in die Ernsthaftigkeit dann aber
wiederum doch nicht. Dazu sind zuviele unmotivierte narrative
Stolpersteine in die Erzählung gestreut. Und so fragt man sich, was die
Produktion sich wohl gedacht hat, als sie Carlo Pedersoli gecastet hat.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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