Invisible Waves (NL/Thai/HK/Süd Korea 2006, Pen-Ek Ratanaruang) (DVD)
Auch die zweite Zusammenarbeit Ratanaruangs mit dem Kameramann Christopher Doyle und dem Komponisten Hualampong Riddim ist wieder ein voller künstlerischer Erfolg. Fast möchte ich sagen, „Invisible Waves“ ist gar nicht zuallererst ein Spielfilm, sondern ein hypnotisches Manifest, Vom ersten Bild an wird man durch diese Räume voller mystischer Ruhe getragen, in denen sich außer den kaum bewegten Figuren und den Vibraphon-Klangfäden des Soundtracks sonst nur die Dinge selbst aufhalten. Und das tun sie in „Invisible Waves“ auf ähnlich magische Weise wie im Vorgänger „Last Life in the Universe„: Sie verschwören sich gegen die Menschen, beanspruchen ein Eigenleben und geraten auf diese Weise in einen Dialog mit ihrer Umgebung. Bei so viel lyrischer Textur ist das, was der Film erzählt – die Geschichte eines erzwungenen Mordes und seiner Rache – beinahe nebensächlich. Man fragt sich zwar immer wieder, wie es denn nun weitergeht im Plot, doch wird man dann stets wieder hineingezogen in diese Bilder und Töne. „Invisible Waves“ ist wirklich ein ganz besonderer Film und man kann sich nur wünschen, dass die drei Künstler, denen dies vor allem zuzuschreiben ist, auch noch weitere Male zusammenkommen.

Erstaunlich übrigens der sehr günstige Preis der DVD von Rapid-Eye-Movies. Wer den Film nicht kennt, sollte da unbedingt zugreifen!



