Triple Feature

Gestern war Florian zu einem Kurzbesuch aus Paris da und wir haben den verschobenen Filmabend nachgeholt.

1. Cannibal Holocaust (Italien 1980, Ruggero deodato) (DVD) … je öfter man ihn sieht, desto mehr merkt man, dass Deodato eigentlich kaum etwas für die Großartigkeit dieses Films konnte. Gelungen ist die Montage zwischen dem Archivmaterial und den Szenen im New Yorker TV-Sender – aber eben nur auf handwerklich solide Art. Die Faszination und Originalität nimmt der Film ausschließlich aus dem Skandalon der Authentisierungstechniken und -verfahren.

2. Angst (Österreich 1983, Gerald Kargl) (DVD) … ein seltenes Meisterwerk des europäischen Serienmörderfilms. Ausgefeilte Inszenierungstechniken, bedrückende Atmosphäre und eine Psychopathologie, die unter die Haut geht. Zusammen mit Eckhard Schmidts "Der Fan" das beunruhigendste Stück Film, das ich aus der Zeit kenne. Erwin Leder, den ich zuletzt in "Happy End." gesehen habe, spielt so gut, dass es kaum zu fassen ist. Da mir noch ein passender Serienmörderfilm aus der Zeit zwischen 1980 und 1986 fehlt, nehme ich "Angst" mit in die Dissertation.

3. Satan’s Little Helper (USA 2004, Jeff Lieberman) … immer noch ein absolut großartiger Film, der das ausgeklügelste Drehbuch einer Slasher-Produktion hat, das ich kenne. Zwischendrin gibt es ein paar Längen – das kann allerdings auch an der Uhrzeit gelegen haben, zu der ich den Film gesehen habe. 😀

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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4 Kommentare zu Triple Feature

  1. Harald sagt:

    Frage zu CH: wer ist für das Skandalon verantwortlich? Wie weit war Deodato am Script beteiligt? (Er selbst sagte, er hätte einiges vor Ort umgeschmissen und neu geschrieben.) Und gesetzt den Fall, das Script von Herrn Clerici wäre exakt das, was gedreht wurde, wie hätte es Bruno Mattei umgesetzt?

  2. Stefan sagt:

    Keine Ahnung, keine Ahnung und keine Ahnung. 🙂 Falls das keine rhetorischen Fragen waren, verweise ich dich auf den filmforen-Thread zum Film: http://www.filmforen.de/index.php?showtopic=3036

  3. Harald sagt:

    Okay, ich formuliere deutlicher: ist der Film Deiner Meinung nach autogenerativ entstanden? Oder hat Deodato als Automat das Script abgefilmt? Auf welcher Faktenlage basiert Deine Meinung, der Regisseur könne kaum dafür?
    Die Meinungsdebatten über Moral und Vollkornbrote im angeführten Thread haben damit, soweit ich’s beim Überfliegen sehe, nichts zu tun, wenngleich sie sicherlich ein eigenes Skandalon darstellen. 😉

  4. Stefan sagt:

    Meine Meinung basiert auf der Kenntnis einiger anderer Filme von Deodato. Sie war daher auch nicht expressis verbis zu verstehen, sondern eher als Ausdruck der Überraschung (nach dem ersten und zweiten Sehen von CH) im Vergleich zum mir bekannten Restwerk Deodatos. Nach und nach komme ich zu der Überzeugung, dass hier eher „konstruktivistische Qualitäten“ ausschlaggebend sind. CH ist gar nicht gut, er wird nur „gut gedacht“. (Was für Konstruktivisten ohnehin dasselbe ist.)

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