New Rose Hotel (USA 1995, Abel Ferrara) (DVD)
Gacy (USA 2003, Clive Saunders) (DVD)
Als B-Film habe ich am Samstag „New Rose Hotel“ ausgeliehen. Die Besetzung mit Willem Dafoe und Christopher Walken, die literarische Vorlage von William Gibson und das alles von Abel Ferrara zusammen gebracht …
Das versprach eigentlich einen guten Film.
Und dennoch habe ich nach einer halben Stunde verärgert abgebrochen (was ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht habe). Gründe dafür waren einerseits die streckenweise unerträglichen Albernheiten (etwa die „Proben“, die Fox mit Sandii durchführt), andererseits aber die „Leistung“ von Asia Argento.
Ich gebe zu, dass ich die „Besessenheit“, die für den Hype um die Argento-Tochter wohl vonnöten ist, sowieso nicht teile und mich lieber durch Leistung überzeugen lasse. Und ihre Leistung hat mich vollständig „überzeugt“: Asia Argento versucht sich als mysteriöse Prostituierte mit Sex Appeal zu geben, die einen japanischen Wissenschaftler verführen soll. Von Sex Appeal kann schon einmal gar keine Rede sein, wenn es sich – wie hier – allein darauf beschränkt, dass Asia zum x-ten Mal ihr infantiles Bauch-Tatoo in die Kamera hält oder sich obenrum freimacht. Ihre Mysteriösität beschränkt sich darauf, dass sie alle paar Minuten mal italienisch spricht. Das verblüffendste ist aber, dass Ferrara ihr erlaubt hat zu singen, obwohl sie es doch so offensichtlich gar nicht kann: Zunächst stellt sie auf einer Show-Bühne im Film unter Beweis, dass sie überhaupt keine Singstimme hat – was schon sehr peinlich wirkt, dann ist sie in der Folge auch noch auf dem Soundtrack zu hören. Irgendwann ist mir schließlich der Geduldsfaden gerissen.
Also … Scheibenwechsel: Vor einer Woche hatte ich angefangen mir endlich einmal Saunders‘ „John Wayne Gacy“-Film anzusehen. Der ungewöhnliche Erzählrhythmus, die seltsam un(be)greifbaren Figuren und nicht zuletzt der auffällig „anakoluthe“ Schnitt erwecken den Eindruck, man habe es wirklich mit einem außergewöhnlichen Film zu tun. Doch gerade das Ende, bei dem die Gacy-Figur sich von einer Unwahrscheinlichkeit und Stimmungsschwankung in die nächste katapultiert und die dann wie aus heiterem Himmel hereinbrechende Auflösung des Falls/Films relativieren den ersten Eindruck völlig. Schließlich sieht es so aus, als habe das Team gar keine Lust gehabt einen Film zu drehen und einfach schlampig gearbeitet.
Ich werde „Gacy“ ja noch ein zweites Mal sehen, wenn ich ihn für die Dissertation auswerte – dann im Vergleich zu „To catch a Killer„. Ich bin gespannt, ob sich mein Eindruck dann etwas abschwächt.



