05.05.03: LA Confidential (Pro7)
deren Summe die massive Reaktion des Publikums ausmacht,
von vornherein durch ihre unmittelbar bevorstehende
Massierung bedingt.« (W. Benjamin)
ist ja immer wieder schwierig, wie man mit Filmempfehlungen umzugehen
hat. Empfiehlt ein Freund, dann ist man geneigt, aus Zuneigung zum
Freund, den Film gut zu finden (je nach Intensität der Freundschaft);
empfiehlt eine Autorität, dann greift das, was die Psychologen
„Reaktanz“ nennen: Man findet den Film vielleicht gerade deswegen
schlecht, weil er als gut empfohlen wurde. Ganz ähnlich liegt es auch
beim (von mir mangels eines besseren Begriffs bezeichneten)
„Batman-Syndrom“: Ein Film wid deswegen als schlecht bezeichnet, weil
ihn die Massen gut finden und man versucht, durch Ablehnung des
Massengeschmacks die eigene Besonderheit hervorzuheben.
Warum
mir L.A. Confidential nicht so gut gefallen hat, wie meine Empfehlenden
es prophezeit haben, weiß ich nicht. Ich habe wohl irgend etwas in
Richtung „Lynch goes Film Noir“ oder so erwartet (groteske Erwartung
eigentlich, wenn man berücksichtigt, dass denny DeVito und Kim Basinger
mitspielen
).
Jedenfalls habe ich ihn geschaut und er hat mich nach und nach mehr und
mehr verwirrt: Da wird einfach zu wenig Information in die
Spielfilmlänge gepackt – oder andersherum: Der Film ist zu kurz, um so
viele Details und Handlungsstränge tatsächlich geschickt zusammenführen
zu können. Einziger Lichtblick war für mich die Erschießung Kevin
Spaceys, mit der ich nicht gerechnet hatte, die den Plot tatsächlich in
unerwartete Richtung herumzureißen schien …. doch dann war es wieder
nur alles ganz gewöhnliches Coming-Out-Polizei-Drama und
Heldegeschichte. ![]()



