Was William Gibson da aus seiner eigenen Kurzgeschichte gebastelt hat, ist nicht weniger als ein Steinbruch an Ideen, aus dem sich Science-Fiction-Filme bis heute ihre Motiv-Brocken abholen: In der zukünftigen Welt werden Daten verschlüsselt auf bio-technisch veränderte Gehirne übertragen und kodiert. Die Kuriere dieser Daten tragen die Informationen, ohne deren Inhalt zu kennen, mit sich herum und bringen sie ans Ziel. Johnny hat sich für einen besonders lukrativen Auftrag überladen: Obwohl sein Gehirn lediglich 80 GB Kapazität besitzt, die mit einem „RAM-Doubler“ schon auf 160 GB erhöht hat. Die Daten, die er aufnehmen soll – medizinische Informationen, die eine weltweite Seuche stoppen – benötigen allerdings 320 GB. Da steht ein Overload ins Haus. Die Informationen beschädigen das Gehirn und müssen schnell entfernt werden – auch, weil mehrere sehr aggressive Parteien hinter den Infos her sind und im wahrsten Sinne des Wortes Johnnys Kopf wollen …
„Johnny Mnemonic“ ist als Spielfilm kaum zu ertragen: Ein zu viel an Informationen, Ideen und Plot-Fragmenten; Figuren, die nur kurz auftauchen und dann wieder verschwinden und ein Erzähltempo, das selbst für einen Science-Fiction-Actionfilm beeindruckend ist. Man hat förmlich den Eindruck, Gibson habe die 1981 (zum Entstehenszeitpunkt der Geschichte) sehr luziden Ideen von Netz-Gesellschaft, Bionik und anderem noch einmal auf den neuesten Stand bringen wollen und pünktlich zur Popularisierung des Internets Mitte der 1990er Jahre mit dem Drehbuch ein Update seines Stoffs vorlegen wollen. Wie sich bzw. seinen Zuschauern „Johnny Mnemonic“ das Internet vorstellt, ist allerdings bemerkenswert „90s“:
Von „Lawnmower Man“ über „Ghost in the Machine“ bis „Nirvana“ sind solche Darstellungen des virtuellen Raums für den Cyberspace-Film typisch geworden. Sie gehen zurück auf das Motiv der „Computerwelt als Stadt“, wie es in „Tron“ inauguriert wurde und auch im Vorspann von „Johnny Mnemonic“ herbei zitiert wird. Weil sich die Internet-Technologie mittlerweile eher als eine soziale als eine technische Utopie darstellt, lässt solche Filme auf eigenartige Weise altmodisch erscheinen. Zeitgemäßere Netzwelt-Dystopien finden sich da eher in „Gamer“ oder „Surrogates“ – so gesehen war Fassbinder mit „Welt am Draht“ bzw. Galouye mit „Simulacron-3“ hellsichtiger als Gibson. Die zwei divergierenden Prognosen über die Entwicklung des Cyberspace wären in jedem Fall näher zu beleuchten.
Wer kontrolliert wirklich die Welt und das tägliche Leben der Menschheit? Wer steht hinter der Manipulation des Weltwirtschaftssystems, der Zerstörung der Umwelt und der zynischen Versorgung der Jugend mit Drogen? Wer ist Schuld an der Unterdrückung von geistigem Wissen und der Planung von Kriegen und Konflikten überall auf dem Globus?
Gibt es eine großangelegte Verheimlichung der Aktivitäten von UFOs und Außerirdischen auf der Erde? David Icke hat die Antworten. Und in “Die Rebellion der Roboter” scheut er sich nicht, den Finger darauf zu richten…
Am vergangenen Sonntag ist in der Reihe „Essay und Diskurs“ auf Deutschlandfunk ein fabelhafter Beitrag mit dem Titel „Das Projekt Mensch“ von Hans-Jürgen Heinrichs gesendet worden. Darin geht es um den Menschen, der sich im Laufe der Kulturgeschichte selbst erfindet – von den Hybridwesen des Charles Lebrun bis zu Genetik, Robotik und andere posthumanistischen Technologien. Die Reihe wird fortgesetzt …
„Surrogates“ und die Angst vorm Leben als Maschine
Die Einschläge kommen näher – die Wirklichkeit, wie wir sie (er)leben wird immer mehr durch virtuelle Konstrukte beeinflusst. Das könnte man zumindest denken, wenn man den Simulationsszenarien, die uns das Hollywood-Kino in den letzten Wochen präsentiert, Glauben schenkt. Dass der Segen einer um die Virtualität erweiterten Realität (wie in „Avatar“) mit Gefahren und Verlust (wie in „Gamer“) einhergeht, zeigt jetzt Jonathan Mostows Film „Surrogates“ auf beeindruckende Weise.
Navis, DVD-Recorder, Fahrscheinautomaten: Viele Menschen tun sich zunehmend schwer damit, solche Geräte zu bedienen. Wie muss man computergestützte Systeme gestalten, damit sie die Nutzer nicht überfordern? Darum geht es in einem neuen Studiengang an der Uni Würzburg.
Über den Sinn und Unsinn der Anwendung von Evolutionstheorie auf die Kultur
Die genealogische Struktur der Evolutionstheorie hat sie seit ihrer ersten Formulierung interessant für die Anwendung auch auf nicht-biologische Systeme gemacht. Am so genannten „Sozialdarwinismus“ hat sich gezeigt, dass eine solche Übertragung nicht nur nicht möglich ist, sondern auch noch zu extremen Folgen führen kann. Nicht selten steht hinter dieser Applikation eine Agenda, die nicht-wissenschaftliche Phänomene durch „Evolutionierung“ verwissenschaftlichen will. Das scheint auch für die Anwendung der Evolutionstheorie auf die Phänomene Simulation und Virtualtität zu gelten.
Auf filmforen.de gibt es seit heute eine interessante Neuerung: Die Filmtagebücher, die bislang als normale Forenbeiträge dort gepflegt wurden, sind künftig als echte Weblogs mit allen dazugehöringen Funktionalitäten nutzbar. filmforen.de rückt damit in den Bereich des Blog-Hosters auf – allerdings nur für angemeldete User und nur für deren Filmtagebücher.
Ich doppele meine Filmtagebuch-Einträge von hier dort ja ebenfalls und habe mir auch schon ein eigenes Blog angelegt: »The Retina of the Mind’s Eye« (wird in Kürze gefüllt)
Am 5.3. bin ich auf meinem ersten Jean-Michel-Jarre-Konzert. Zur Einstimmung habe ich mir sein frühes und sehr innovatives Album „Zoolook“ auf den iPod geladen und gerade freudig ein dazugehöriges Musikvideo auf YouTube entdeckt. Eine kleine Geschichte um ein Theater aus Spielzeug-Robotern und einen kleinen Jungen, der zu neugierig ist:
Das „Zoolook“-Album habe ich früher nie gemocht – ich bin eher auf die simpel-melodiösen Computer-Symphonien wie „Oxygene“, „Equinox“ oder „Rendez-Vous“ abgefahren. Wie viel avantgardistisches und innovatives Potenzial in „Zoolook“ steckt, und dass Jarre das eigentlich bis zu seinem Album „Metamorphoses“ hat brach liegen lassen, fällt mir eigentlich erst heute auf.
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