TI Peripheral Expansions System

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Der frühe Homecomputer TI 99/4A von Texas Instruments war und ist schlecht beleumundet. Es scheint aber gerade dies der Grund dafür zu sein, dass sich der Computer einer langjährigen und hartnäckigen Beliebtheit bei seinen damaligen Nutzern erfreut. So gibt es für nur wenige populäre Homecomputer der 70er- und 80er-Jahre heute noch Clubs in Deutschland (C64 und Atari) … für den TI 99/4A gibt es allerdings auch einen – und zwar schon seit 40 Jahren! Dort trifft man sich jährlich zwei mal zu nationalen und internationalen Conventions.

Ich habe zwei TI 99/4A im Signallabor. Einer davon gehört dem Medienarchäologischen Fundus, der andere mir. In letzteren hat André Bryx, der mir das System mit Peripherie, Kabeln und haufenweise Software auf Modulen und Kassetten überlassen hat, sogar den berüchtigten Speech Synthesizer eingebaut.

Jüngst habe ich nun das „Peripheral Expansions System“ (PES) erworben. Diese macht aus dem TI erst einen „richtigen“ Computer: eingebaut sind – neben einem Netzteil und einem (single side) 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk mit Controller – zwei RS232-Karten und eine Speichererweiterung, die dem schmalbrüstigen Homecomputer 32 Kilobyte beschert. Außerdem hat mir der Verkäufer einen Schuhkarton voller Disketten mit BASIC-Programmen, Spielen und Tools überlassen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben ich das System heute zum Laufen bekommen. Hürden waren nicht nur die zahlreichen Tippfehler in den Bedienungsanleitungen, sondern auch die Tatsache, dass es nicht so leicht ist, die zwei verschiedenen Sorten von Großbuchstaben, die der TI kennt, optisch zu unterscheiden. Laufwerks- und Dateinamen müssen aber in den großen Großbuchstaben angegeben werden. Außerdem ist es hilfreich, die Box von Extended BASIC aus zu bedienen, da dieses einige Annehmlichkeiten im Filehandling mit sich bringt und das eingebaute TI-BASIC auch nicht auf die Speichererweiterung zugreifen kann.

Dass ich das System innerhalb von ein paar Stunden zum Laufen bringen und verstehen konnte, verdanke ich vor allem den Usern der Facebook-Gruppe „TI 99ers“, die – ich schrieb es eingangs schon – ihre langjährige Expertise mit mir geteilt haben. Jetzt, wo das System läuft, gelobe ich mich damit intensiver zu beschäftigen. Das bedeutet natürlich, dass als nächsten ein virtuelles Laufwerk angeschafft werden muss.

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Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen

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2 Kommentare zu TI Peripheral Expansions System

  1. Joachim Wedekind sagt:

    Hatte damals kurzzeitig von TI leihweise einen bekommen. Konnte damit das TI Logo ausprobieren. Leider musste ich dann alles zurück geben. Da ich mich derzeit wieder mit Logo beschäftige die Frage: Hast du Zugang zu dem TI Logo?

    Spannend wäre für mich, das TI Logo mit einem Emulator zum Laufen zu bringen.

    Idee, wie das hinzubekommen wäre?
    Gruß, Joachim

  2. Tante Google weiß Bescheid:

    1. Großer FTP-Server mit TI-Kram und LOGO: ftp://whtech.com/programming/LOGO/
    2. Das Manual: http://www.99er.net/download2/index.php?act=view&id=164
    3. Emulatoren für den TI: http://www.99er.net/emul.shtml

    Und bei Fragen: Die Facebook-Gruppe (sehr hilfreich, sehr schnell und sehr englisch) und der Errorfree-Verein (hilfreich, langsam aber deutsch).

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