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April, 2009:

Kismet

Gestern habe ich einen Artikel über Gesten- und Mimik-Imitation durch Roboter gelesen, worin “Kismet” vom MIT besonders hervorgehoben wurde. Hier finden sich weitere Bilder und Videos des Roboters. Hier einer davon:

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Wenn der PC aus dem 5. Stock fällt

Von Kasi bekomme ich gerade den Hinweis auf einen Text von U. Eco in der FR, in der er die Vorzüge des Buches gegenüber dem Computer preist.

I, Robot

Eine Geschichte der Industrieroboter, eine der anderen Roboter und eine der Filmroboter habe ich gefunden.

Imprimatur

Heute wurde mir ohne weitere Änderungswünsche die Druckerlaubnis meiner Dissertation erteilt (und gleichzeitig die Berechtigung mich bis zur Aushändigung der Urkunde nun “Dr. des.” zu nennen). Mit potenziellen Verlagen stehe ich bereits in Kontakt. Über Fortschritte im Veröffentlichungsprozess halte ich hier auf dem Laufenden.

»We didn’t sign up for this.« (Logan)

X Men Origins: Wolverine (USA 2009, Davin Hood) (PV Astor Film Lounge)

Jetzt habe ich ihn doch gesehen und werde mich einer “persönlichen Meinung in Foren o. ä.” nicht enthalten (zumal ich nichts unterschreiben musste): Die Sitze im Astor sind exzellent: Sie sind mit Kunstleder bezogen, breit, links und rechts sind Abstellflächen für Getränke. Vor einem ist genug Beinfreiheit, so dass man sich zurücklehnen kann (die Lehne funktioniert ähnlich wie die Rückenlehne wie bei einem Bürostuhl) und man trotzdem nicht mit den Füßen bis an die vordere Reihe kommt. Es gibt eine Speisenkarte an jedem Sitz mit äußert teurem Sekt- und Weinangebot. (Ich gehe davon aus, dass man bei regulären Vorstellungen am Platz bedient wird.) Kurzum: Eines der luxuriösesten Kinos, das ich kenne. Zum Glück musste ich als Pressefutzi noch nie Eintritt zahlen (der soll nämlich ziemlich hoch sein). Ich empfehle also jedem den Besuch dieses Kinos auf dem Berliner Ku’Damm. Welchen Film ihr dort schaut, ist egal – vielleicht ist es ja sogar “X Men Origins: Wolverine”. Das Kino macht jede Art cineastischen Ereignisses erträglich.

P.S. Das Diamanten-Mädchen war echt Klasse!

Ich ist eine Andere

The Brøken (F/UK 2008, Sean Ellis) (DVD)

KOCH veröffentlicht den letztes Jahr auf dem Fantasy-Filmfest gezeigten Mystery-Film “The Brøken” auf DVD und Blu-ray. Die Presse-DVD des Films habe ich mir gestern angesehen und war überrascht, wie sehr die Wirkung der Kinosichtung auf dem TV-Bildschirm nachlässt. Letztes Jahr hatte ich den Film zu einem der Highlights des Festivals erkoren (was nichts über das Festival, sondern etwas über “The Brøken” sagen sollte). Doch bei nochmaligem Hinsehen zeigt sich der Film als zwar exzellent fotografierte, aber leider sehr lückenhaft und monoton erzählte “Body Snatcher”-Variante. Ein Gutes hatte das Wiedersehen jedoch: Ich habe mir jetzt endlich mal einen Korpus an Filmen zum Capgras-Syndrom zusammengestellt, worüber ich in Kürze einen Artikel schreiben werde.

Eine Kritik zu “The Brøken” erscheint bald bei F.LM.

Nicht Mouse, sondern Maus!

Heute weist heide.de darauf hin, dass die erste Computermaus keineswegs im Xerox-Parc, sondern von der deutschen Firma Telefunken entwickelt wurde. Spannend!

Scheitern als Chance

An alle, die ihre Hoffnungen in den Religionsunterricht für Berlin gesetzt haben: Einfach einen neuen imaginären Schulfreund suchen und noch mal von vorn anfangen!

(Ich weiß, ich bin ein schlechter Gewinner! :-D)

epd Film 05/2009

Überraschenderweise habe ich heute die neue Ausgabe der epd Film im Briefkasten gehabt, obwohl ich doch längere Zeit gar nichts für die Frankfurter Filmzeitschrift geschrieben hatte. Aber da waren noch ein paar DVD-Besprechungen in der Pipe, von denen jetzt die zum tollen “Malevil” veröffentlicht wurde. Im Heft findet sich, das habe ich bei bekay gelesen, eine Auseinandersetzung mit dem so genannten “Reboot”-Phänomen, also zu Film-Prequels, die vor Filmreihen geschaltet werden. Da erwartet und ja mit den neuen Star-Trek- und Terminator-Filmen einiges Interessantes. Den Rest des Heftes habe ich mir noch nicht genau angesehen.

¡Hasta la película siempre!

Che – Revolución (F/Sp/USA 2008, Steven Soderbergh) (PV Astor Film Lounge)
Che – Guerilla (F/Sp/USA 2008, Steven Soderbergh) (PV Astor Film Lounge)

Da ich noch zwei längere Filmkritiken zu diesem Film schreiben werde, will ich mich gar nicht ausführlich dazu äußern. Nur ein paar Worte: Soderbergh radikalisiert sein Projekt aus “The Good German” hier offenbar noch weiter, indem er dem Retro-Szenario nun auch noch den Plot vorenthält und “Das Leben selbst” seine Geschichte erzählen lässt. “Che” wirkt wie zerrissen zwischen den Sphären des Dokumentarischen und des Spielfilm-Biopics, sowohl was die verwendeten Techniken der Authentisierung angeht, als auch in Hinblick auf die Erzählrhythmisierung. Gerade letztere wirft mit zunehmender Filmzeit (vor allem im letzten Drittel des zweiten Teils) zusehends Fragen auf. Die Raffung des “Bolivianischen Tagebuchs” auf Spielfilmlänge überspringt immer mehr Elemente, die man sich ausformuliert gewünscht hätte, weil gerade sie ja die Erzählqualität ausmachen: Seitenhandlungen, in denen Mitstreiter ums Leben kommen, Gefahren gemeistert werden etc. Das alles wird geopfert um den Film auf sein allzu bekanntes Ende zu zu treiben. Und als hätte ich es geahnt: Ein derartig vom Charisma seiner Hauptfigur (übrigens sagenhaft gut gespielt von Benicio del Toro) versessenes Erzählkonstrukt kann seine Identifikaion irgendwann nicht mehr verschweigen. Und so findet die Erschießung des Helden dann auch aus seiner Perspektive statt und die Filmkamera stirbt einmal mehr den Tod der Hyperauthentisierung.

Cool as Fuck!

Sexy Killer (Sexykiller, morirás por ella, Spanien 2008, Miguel Martí) (Festival-Sichtungs-DVD)

Dass Jochen und meine Aufmerksamkeit an diesem vorgerückten Filmabend auf dem Bild geklebt hätten, kann ich nicht gerade behaupten.Das lag aber nur zum Teil daran, dass wir zu später Stunde schon ein bisschen betrunken müde gewesen wären. Der Film selbst trägt die Hauptschuld, denn “Sexy Killer” ist so ziemlich alles, worüber ich mich von 10 Jahren noch gefreut hätte und was ich heute einfach nur noch belanglos finde: Endlose Selbstreflexivität im Plot und auf der Bildebene, derber Splatter und eine auf einmal krude ich die Serienmörderfilm-Handlung einbrechende Zombie-Geschichte a la “Re-Animator”. Das sind die Zutaten, die ein Film unbedingt benötigt, der auf dem Fantasy-Filmfest in der “Midnight Madness”-Schiene Szenenapplaus ernten will. Und sowohl Jochen als auch ich wollten keine Wette eingehen, dass er es bis dort hinschaffen wird und im Programmheft dann so etwas steht wie hier in der Überschrift.

»Illusion persists.«

The Pervert’s Guide to Cinema (UK/Ö/NL 2006, Sophie Fiennes) (DVD)

Nun kann man dem “Pervert’s Guide” aber leider weder vorwerfen, dass er zu fachwissenschaftlich ist, noch, dass er dasselbe nicht in genügendem Maße sei, denn der Film steht – wie sein Protagonist mittlerweile auch – im Spannungsfeld zwischen einer öffentlichem Schaulust, das gar nicht in den Fachdiskursen steckt noch das überhaupt wünscht, und der akademischen Sphäre, der das Präsentierte viel zu profan und auf Kosten der Nachvollziehbarkeit publikumswirksam aufbereitet ist. Man müsste also Augen und Ohren in beide Richtungen verschließen und sich fragen, was von “The Pervert’s Guide to Cinema” eigentlich übrig bleibt, wenn man das Theoretische daraus abzieht. Die Antwort lautet: Slavoy Žižek. Es ist wieder einmal mehr ein Film über ihn als über das Kino. Wenn man sich nicht für Žižek oder die Art, wie er Wissenschaft betreibt, interessiert, dann braucht man auch diesen Film nicht zu sehen – es sei denn, man möchte drei mal 50 Minuten lang Zeuge davon werden, wie jemand die öffentlichen Vorurteile über Geisteswissenschaftler “ins Bild setzt”. Denn Lachen kann man über den Hauptdarsteller und das, was er tut, auf jeden Fall.

mehr: F.LM

Sturmwarnung im Weißbierglas

Wie ich gerade erst lese, hat das Münchner Amtsgericht mal wieder zugeschlagen und den Film “Storm Warning” wegen Verstoßes gegen den § 131 StGB (“Gewaltverherrlichung”) beschlagnahmt. Die Gründe, die im Detail im hier veröffentlichten Beschluss nachzulesen sind, lassen auf einen äußerst empfindlichen Profi-Zuschauer (“Grosaufnahme”) schließen.

Anlässlich dieser Glanzleistung hole ich noch einmal dem F.LM-Podcast zum Film vom Fantasy-Filmfest 2007 hoch, damit der geneigte Zuhörer ein paar Alternativmeinungen zu Rate ziehen kann (der Film ist ja nun in Deutschland nicht mehr zugänglich):

“Wolverine” ist ein Scheißfilm

… dürfte ich nur dann behaupten, wenn ich ihn schon gesehen hätte, oder? Falsch: Ich habe ihn nicht als Download gesehen, ich war nicht in der Pressevorführung und habe also auch nix unterschrieben. Daher bin ich derzeit in der glücklichen Lage sagen zu dürfen: “Woverine ist ein Scheißfilm.

Gamers against Rejection

Es geht mal wieder um Killerspiele: Die Initiative “Gamers agains Rejection” veranstaltet derzeit eine Online-Unterschriftensammlung, um quasi vorbeugend gegen eine derzeit wieder in Diskussion befindliche Verschärfung der Videospiel-Zensur vorzugehen. Die Unterschriften sollen “verschiedenen politischen Vertretern” vorgelegt werden. Halte ich für unterstützenswert.

filmdienst 9/2009

Heute ist mein Artikel über die Destruktion des Privaten im Thriller- und Horrorkino im aktuellen Heft der Zeitschrift filmdienst erschienen. Das Heft kommt morgen in Umlauf – mein Text ist aber auch auf der Internetseite zu finden.

Doppel-WOPR

WarGames – Kriegsspiele (WarGames, USA 1983, John Badham) (DVD)

Die Mutter aller “Spiel-Filme” habe ich in meiner Reihe natürlich nicht vergessen und das schlechte Gewissen, den Film nun schon einige Jahre nicht mehr gesehen zu haben, ihn im Essay aber dennoch als “Filetstück” zu behandeln, hat ihn mich gestern noch mal reinlegen lassen.

Erfreulich, dass ich mich an das meiste erinnern konnte. Im Zusammenhang mit den anderen Filmen zeigen sich jedoch auch hier narrative Querverbindungen, die für den 80er-Jahre-Computer-Film offenbar unerlässlich waren. Hier wären vor allem wieder alle Darstellungen von Jugend und Videospiel zu nennen. (Alex in “WarGames” übergibt in einer Sequenz das laufende Videospiel – “Galaga” – an seinen kleinen Bruder, weil er weg muss – eine sehr ähnliche Szene findet sich auch in “Starfight”). Aber auch Fragen von Realität und Virtualität.

Vor allem aber die Polyvalenz des Spiel-Begriffs kommt hier diesbezüglich in “WarGames” zur vollen Blüte. Vom “Shall we play a game?” der quakenden Voicebox des IMSAI bis hin zur entsetzten Feststellung des Generals: “Sombody’s playing a game with us”, als die Raketen-“Blips”(?) plötzlich wieder von den Monitoren verschwinden. Dass der Krieg für die Maschine ein Spiel ist, betont einer der Wissenschaftler gleich zu beginn, als er gefragt wird, was W.O.P.R. denn so eigentlich hinter seinen blinkenden Lämpchen ausbaldowere: “The W.O.P.R. has already played World War Three as a game.” Und zum Schluss entblättern sich die Bedeutungen in einer einzigen, als der Computer die Raketen-Zündung unterbricht, um Tic-Tac-Toe gegen sich selbst zu spielen. Das kann er, wenn man die Spielerzahl “0” eingibt!

Ein Spiel gegen sich selbst spielen – das kann wohl nur ein Computer perfekt, weil er sich nicht selbst betrügen kann. Betrug wäre (nicht nur?) in diesem Zusammenhang eine vorsätzlich herbeigeführte Differenz zwischen dem Realen und dem Virtuellen:

Alex: “Is this a game or is it real?”
W.O.P.R.: “What is the difference?”
Alex: “Oh, wow!”

“Shall we play a Game?”

links (oben)

Weil am kommenden Sonntag “gewählt” wird und auch SpOn das Thema heute noch mal aufs Tapet bringt: Seit ein paar Tagen findet sich hier oben links im Blog ein Banner der Initiative “Bündnis Pro Ethik” (mit einem Link dahinter, der zu der Argumentation des Berliner Senats führt, die sich gegen das Ansinnen der Initiative “Pro Religion” ausspricht). Es ist ja eher selten, dass ich mich hier politisch äußere, aber angesichts dieses infamen Angriffs auf die Ethik als Schulfach (der verdeckt ja bloß ein Angriff auf den Atheismus ist) mit überaus fragwürdiger Rhetorik und vorgetragen von seltsam unbeteiligten Fürsprechern, habe ich mir das mal erlaubt.

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SX64 usw.

Matthias Kremp für SpOn hat einen 8-Bit-Case-Modder entdeckt. Nett zu lesen.

Cultural Criminology

Via NuT habe ich von der Tagung “Cultural Criminology” erfahren, die quasi direkt hier um die Ecke an der TU-Berlin stattfindet. Weil das Programm (PDF, unten in Reintext) wirklich sehr interessant klingt und ich sowieso nichts besseres zu tun habe, werde ich die beiden Tage dort verbringen und hier berichten.

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