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März, 2008:

epd Film 04/2008

Heute erschienen, das April-Heft der “epd Film”. Darin erfährt man u. a., dass Buttgereit “Untraceable” nicht, Diane Lane aber durchaus gemocht hat. Es wird einem von Hans Schifferle die Hardcore-Biografie von Vanessa Del Rio ans Herz und auf den Kaffeetisch gelegt und zuguterletzt erzähle ich noch etwas über eine Neuerscheinung auf dem Sektor “Nouvelle Vague” aus dem Schüren-Verlag.

»Beißt ihr Hund?«

Der beste Mann bei Interpol (The Pink Panther strikes again, USA/UK 1976, Blake Edwards) (DVD)

Ich weiß nicht: Ist das schon der Höhepunkt in Sachen Klamauk aus der Pink-Panther-Reihe? Sellers schlägt geradezu Kapriolen, fällt mehrfach Treppen runter, öffnet und schließt falsche Türen und tut alles, um aus Versehen zum Helden zu werden. Der wahre Held ist jedoch Herbert Lom, der hier den bisherigen tragikomischen Höhepunkt erreicht. Lachend und mit Zahnschmerzen Todeswünsche ausrufend, den Phibes geben und sich zum irren Kopf einer internationalen Gangsterverschwörung emporzuschwingen. Mehr kann man einer Filmfigur nicht ins Drehbuch schreiben.

Achternbusch, Jesus, Kohl

Auf WDR 5 erinnerte die Sendung “Zeitzeichen” heute daran, wie Herbert Achternbuschs Film “Das Gespenst” 1983 zuerst zu einem peinlichen Zensurfall für die FSK wurde, dann zu einem kulturpolitischen Skandal und letztlich vielleicht sogar zu einem “Wegbereiter” der Kohl-Ära wurde. (Zum Podcast)

www.pornstudies.de

… in (hoffentlich weiser) Voraussicht. Besten Dank an philosophus für den Hinweis!

30 Jahre VHS

wird heute auf Spiegel Online in der Sektion “EinesTages” gefeiert. (Mit ein paar schönen Coverscans.)

Benzin kostet bald 1,50 Euro pro Liter!

Mad Max 2 (Australien 1981, George Miller) (Blu-ray)

Einmal mehr bin ich fasziniert vom prognostischen Wert (science)fiktionalen Kinos. Miller beschreibt eine Zukunft, in der Kriege wegen des Rohstoffs Öl geführt wurden und immer noch werden. Das war freilich 1981 schon keine Utopie mehr, ist in der Überzeichnung der Dystopie jedoch sehr viel radikaler als es in der zeitgenössischen politischen Lage war. In welche Zukunft also schaut “Mad Max 2″? Ins Jahr 2020, 2050, 2100?

Die bei mir – vor allem zu Ostern – wieder in den Hinterkopf geratene Prämisse, es handele sich bei “Mad Max 2″ auch um eine Adaption bzw. Projektion der biblischen Exodus-Erzählung, kann ich nur relativiert aufrecht erhalten. Zu stark wird der Mann Moses Max hier als mythische Heldenfigur destruiert, wenngleich sein Chronist aus dem Off dessen nachhaltigen Heldenstatus immer wieder hervorhebt. Dass das Volk Israel, hier dann wohl repräsentiert durch Aerobik- und Football-Modefetischisten – seinen Anführer nicht nur “in die Wüste” schickt, sondern ihm sogar noch den Sand mitgibt und das goldene Kalb in Form von Benzinfässern mit sich ins gelobte Land nimmt, wäre eine Bibel-Lektüre, die den Katholohardliner Mel Gibson sicherlich nicht geschmeckt haben dürfte.

Die Blu-ray von “Mad Max 2″ kann sich “tagsüber” sehen lassen. Doch wehe, es wird dunkel im Film (das wird es zum Glück nicht oft). Dann bricht das große Bildrauschen aus und teilweise leuchtet das Bild von links stark ein. Da zeigt sich, dass der Zahn der Zeit vor dieser – wie auch vor jeder anderen Dystopie – kein Halt macht. Die Patina, mit der das Zukunftsbild dadurch belegt wird, macht die Vision (und die Luzizdität) dann schon fast wieder heimelig und erträglich.

Follow the blue Turtle

Crocodile (Ag-o, Süd Korea 1996, Kim Ki-duk) (DVD)

“Visimundi” veröffentlicht dieser Tage zwei DVDs mit Filmen aus Kim Ki-duks Frühwerk. “Crocodile”, das Debut, habe ich gestern gesehen. Einmal abgesehen von der miserablen Bild- und Ton-Qualität (die der Verleiher jedoch mit dem Zustand des Masters plausibel erklärt), ist “Crocodile” ein wunderschöner Film, in dem sich bereits vieles von dem zeigt, was im späteren Werk Kims deutlich wird. Allen voran ist es das Thema des alternativen Familienkonzeptes, das bereits hier Einzug hält: Unter einer Brücke leben ein alter Mann, ein kleiner Junge und in Twentysomething, die von dem Hab&Gut der Suizidanten leben, welche allnächtlich von der Brücke in den Fluss springen. Als “aus Versehen” eine Frau, die sich das Leben nehmen wollte, von ihnen gerettet wird, formt sich nach und nach eine regelrechte Familienstruktur unter den ansonsten nicht verwandten Protagonisten aus. “Crocodile” ist wie ein ungeschliffener Diamant, der streckenweise rabiat und gewalttätig, dann aber wieder poetisch schön ist. Vor allem die Bildsprache, die stark im Kontrast zum Handeln der Figuren steht, zeigt, wohin Kim der Weg führen wird.

Zu scharf …

Das muss ich jetzt doch noch mal hochholen: Vor Monaten gab es doch tatsächlich Überlegungen der Pornoindustrie, die neuen HD-Medien nicht zu unterstützten, weil sie “zu scharf” sind und damit kleine Unschönheiten deutlicher erkennen lassen. Jetzt ist diese Befürchtung zum Glück Vergangenheit.

Klassische Fehlprognosen

Damit ich es nicht wieder vergesse.

Autofahrerparadies

Autorennen sind die Innovationsmarker unter den Videospielen. Für die Playstation 3 ist vor kurzem “Burnout Paradise” erschienen, das einen Blick zurück in die Geschichte des Autofahrens und einen in die Zukunft der Stadtarchitektur ermöglicht.

mehr: telepolis

»Use the fork, Luke.«

Das Imperium schlägt zurück (The Empire strikes back, USA 1980, Irvin Kershner) (DVD)

Der zweite Teil der Krieg-der-Sterne-Trilogie war mir immer als der interessanteste und komplexeste in Erinnerung. Wenn das stimmen sollte, schaue ich mir den ersten und dritten besser gar nicht noch einmal an. Es ist ja kaum zu glauben, wie aseptisch und spießig da Figuren entwickelt und Erzählung vorangetrieben wird. Ideologisch und sexualethsisch meint man sich in die 1950er Jahre zurück versetzt. Vielleicht gewinnt der Film ja durch die digitalen Nachbearbeitungen Lucas’ (das würde mich allerdings wundern, die haben ja schon bei “THX 1138″ eher verschlimmbessert).

Fragen menschlicher Geschlechtlichkeit & Antworten

Dass ich lange nichts mehr in dieser Kategorie veröffentlicht habe, heißt leider, dass der folgende Eintrag ziemlich lang wird.

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Die Spur führt zurück

Untraceable (USA 2008, Gegory Hoblit) (PV Ufa Köln)

Kein Serienmörderfilm “der neuen Generation”, sondern einer, der die letzte Generation spiegelt, in sich aufnimmt und verarbeitet. “Untraceable” steht in einer Reihe mit “Frauenfilmen” wie “The Silence of the Lambs”, “Copykill” oder “The Cell”. Die weibliche Ermittlerin ist eine erwachsen gewordene Clarice Starling, die sich nicht nur mit neuen medialen Bedrohungsszenarien konfrontiert wird, sondern die ganz neuen Qualitäten eigener Verwundbarkeit umzugehen lernen muss. “Untraceable” hat viel aus den drei erwähnten Filmen gelernt und übernommen – jedoch so, dass es nie als Zitat erscheint, sondern stets als Weitergedachtes. Das fängt bei der “Home Invasion”-Thematik aus “Copycat” an über das “Serienmord als Kunstinstallation”-Motiv aus “The Cell” bis hin zu Montagetricks und Figurenentwicklungen aus Demmes Film.

»… beißen? … sterben?«

Near Dark (USA 1987, Katherine Bigelow) (DVD)

Ein wenig schlecht ist er ja schon gealtert, der Vampirfilm, der keiner sein wollte. Aber aus der Distanz wird das Projekt, das “Near Dark” verfolgt, noch wesentlich klarer: Ein Hybrid aus Horrorfilm und Western, das bereits 1987 etliches von dem vorwegnimmt, was “From Dusk ’til Dawn” 10 Jahre später noch einmal unter dem Verdikt postmoderner Ästhetik durchexerziert. “Near Dark” offenbart die paradigmatischen Erzählstrukturen beider Genres recht deutlich, ist gleichermaßen ein Film über Familie und coming of age wie über den Konflikt konservativer und progressiver Lebensformen “auf dem Lande”.

Der Soundtrack von Tangerine Dream ist einer der besten, den die Band bislang komponiert hat.

Splatting Image Nr. 73

Gestern bekommen: die Frühjahrsausgabe der “Splatting Image”. Erfreulich ist ein besonders großer Pornografie-Teil sowie Marcus Stigleggers exzellenter Essay über die Filme Kim Ki-duks. Ich habe dieses Mal nur eine einzige Filmkritik beigesteuert, die zu “I am Legend”.

Strange Flic

Der irre Flic mit dem heißen Blick (Revenge of the Pink Panther, UK/USA 1978, Blake Edwards) (DVD)

Der deutsche Verleihtitel ist wahrscheinlich schon die angemessenste Reaktion auf die Entwicklung von Figur und Erzählung der Pink-Panther-Serie. Die Erzählung, die im ersten Teil noch klar im Vordergrund stand, ist jetzt zum bloßen Vorwand für den Klamauk geworden: Clouseau operiert als Totgeglaubter und ermittelt gegen seinen Attentäter. Figuren wie Dreyfus und Kato werden bis zur Groteske weiterentwickelt. Sellers überstrahlt dabei alle und alles, was auch schon der Grund dafür ist, dass der Film als solcher goutierbar bleibt. Den darauffolgenden Teil kenne ich ja bereits und weiß, dass da wieder ein Gang zurückgeschaltet wird.

Das ganz große Fressen

Taxidermia (Ungarn/Österreich/Frankreich 2006, György Pálfi) (DVD)

Ein verblüffender Film, stilistisch irgendwo zwischen Marco Ferreri und Jan Svankmajer. Erzählt wird die Geschichte dreier Generationen von Männern mit einem sehr hingebungsvollen Verhältnis zum Essen. Gemischt mit pornografischen Einlagen reiht sich Fressorgie an Fressorgie, gehen Protagonisten aus dem Leim, werden ge- und verfüttert. Zusammengehalten wird die Erzählung nur durch die “Familienähnlichkeit” der drei Männer und ihrer Geschichten, wobei die allererste mit ihrem herrlich verkitschten Burleskenhaftigkeit noch die unterhaltsamste ist.

Uschi mach kein Quatsch!

… hatte Stephan Sulke seinerzeit als Rat. Frau von der Leyen hätte besser auf ihn gehört, als ihr christliches Selbstverständnis angesichts eines religionskritischen Kinderbuchs übergekocht ist und sie einen Antrag auf Indizierung gestellt hat. Der ist ihr jetzt glücklicherweise auf die Füße gefallen. Eine Glückwunsch an den Autor, den Verlag und die vielen Kleinen, die auch künftig mit diesem Kinderbuch im Regal aufwachsen dürfen.

Worüber man nicht schreiben will …

10.000 BC (USA 2008, Roland Emmerich) (PV Ufa Köln)

… darüber muss man reden:

Deadlus und Deadales

Einen chicen Ausstellungsband habe ich empfohlen bekommen:

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