»You read the so-called comic books …«

While the City sleeps (USA 1956, Firtz Lang) (VHS)

Nach langer Zeit einmal wieder Langs zweiten Serienmörderfilm für das Hauptseminar gesehen. Das Augenmerk lag dieses mal vor allem auf der Integration von Medien in den Film – und da ist wirklich alles vorhanden: vom Schattenspiel über ein „Ein-Mann-Diorama“ bis hin zum Fernsehen. Und je näher die Medientechnologie oder Gattung an das erzählerische „Jetzt“ (Prolog: „New York, Today“) heran rückt, desto bedrohlicher wird es für die Anwesenden. Die Bedrohung kulminiert schließlich in der (für die Entstehungszeit) sagenhaften Dialog-Sequenz, in der sich der investigative Journalist Ed Mobley mit dem Serienmörder via TV unterhält; wie Lang zunächst das Dispositiv ins Blickfeld rückt (die Kamera und das Drumherum um Mobley im Studio sowie das Schlafzimmer mit dem TV-Apparat in der Wohnung des Täters), um dann sukzessive beide Figuren optisch und diskursiv aneinander heranrücken zu lassen: aus statischen Einstellungen Fahrten/Zooms auf die Körper und Gesichter, aus der bloßen Wiedergabe des Tatort-Spurenprotokolls die Erstellung eines (für den Täter) erschütternd naheliegenden psychologischen Profils.

Wenn Siodmak mit „The Spiral Staircase“ dem psychologischen Serienmörderfilm den Weg bereitet hat, gelingt Lang dies mit „While the City sleeps“ für dessen technologisch-selbstreflexive Spielart.

Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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