Benjamin zur Einführung

Sven Kramer: Walter Benjamin zur Einführung. Hamburg: Junius 2003

Spätestens
seit der Veröffentlichung des fragmentarisch gebliebenen
„Passagen-Werkes“ 1983 gilt Walter Benjamin als einer der wichtigsten
Denker der Moderne (im subjektiven wie objektiven Sinne). Seine in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen Texte gelten nicht nur
als Mitbegründungschriften von Kultur- und Medienwissenschaft – sie
geben auch intellektuelles Zeugnis eines unkonventionellen Denkers, der
trotz aller Widrigkeiten Position bezogen und behalten hat. Das mehrere
Tausend Seiten umfassende Gesamtwerk, das als Gesammelte Schriften im Suhrkamp-Verlag
vorliegt in einer Einführung zusammenzufassen scheint ein gewagtes
Unterfangen. Gewagter umso mehr, als Benjamin auf den ersten Blick
keineswegs zu den systematischen Denkern gezählt werden kann. Der
Literatur- und Kulturwissenschaftler Sven Kramer hat es dennoch versucht und es ist geglückt.

Denn
Kramer subsummiert die Schriften Benjamins unter vier Kategorien, die
sich systematisch auswerten lassen. Im Abschnitt „Sprachtheorie“ stellt
er zunächst Benjamins, in seiner Habilitationsschrift „Ursprung des Deutschen Trauerspiels“ vorangestellte Entwicklung und Theorie der Sprache vor. Diese wird von Benjamin vor allem in seinen übersetzungstheoretischen
Werken angewandt und ausgebaut – auch diesem Aspekt widmet Kramer ein
Unterkapitel, sowie auch der Frage sprachlicher Mimesis, die Benjamin
in zwei Aufsätzen stellt. Mimesis ist Benjamin zufolge das unbewusste
Vermögen des Menschen, Gleichartigkeiten zu erkennen, was ihm
Erkenntnis der Welt überhaupt erst ermöglicht.

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Über Stefan Höltgen

siehe: http://about.me/hoeltgen
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