07.07.03: Hulk (Ufa Bonn)
hat sich im Vorfeld ja schon angedroht, dass Ang Lee mit dem Hulk-Stoff
etwas in der Art von „Der Duft des grünen Bruce Banner“ vor hat. Und so
ist die Geschichte um den „Superhelden wider Willen“ dann auch mehr
eine dramatische Familiengeschichte geworden, als ein brachiales
Helden-Epos.
Visuell ist Hulk erfrischend intelligent umgesetzt.
Überblendungen im Comic-Stil, immer wieder Bild-im-Bild-Szenen – ganz
wie im Marvel-Heftchen. Der Soundtrack ist streckenweise etwas
aufdringlich (wobei ich zugeben muss, dass orientalischer Ethno-Sound
nicht unbedingt meine Sache ist), die Schauspieler sind gut: Mal
abgesehen vom Vater Hulks, der von Nick Nolte gespielt wird und dessen
Figur nicht besonders konsistent angelegt ist.
Alle
Befürchtungen um schlechte (d. h. „sichtbare“) CGI haben sich
zerstreut. Der Film ist einfach viel zu schnell, um solche Details
sichtbar machen zu können. Und wenn man Hulk einmal in einer ruhigen
Szene zu sehen bekommen (das ist eigentlich immer, wenn er seiner
Geliebten gegenübersteht), zieht sein Mienenspiel so sehr in den Bann,
dass man nicht nach irgendwelchen schlecht gerenderten Zehennägeln
Ausschau hält.
Monieren möchte ich als BumBum-Nerd, dass Hulk
selbst viel zu wenig zum Einsatz kommt. Nur drei Verwandlungs- und
damit Hulk-Szenen bietet der Film insgesamt. Das liegt natürlich auch
daran, dass es erst einmal gut 40 Minuten braucht, bis der
entscheidende Unfall, der Banner in Hulk verwandelt, passiert. Vorher
ist Ang Lee damit beschäftigt, die familieren Konstellationen
aufzubauen (die aus dem Film schließlich ein Drama machen sollen).



